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Stand: 06.11.2013

Kurzinfo Energieeffizienz

Was bedeutet "Energieeffizienz"?

Eine warme Wohnung im Winter oder ein helles Stadion bei Nacht - Energie wird eingesetzt, um einen bestimmten Nutzen zu bekommen. Energieeffizienz ist das Maß für den Energieaufwand zur Erreichung eines festgelegten Nutzens. Die Energieeffizienz ist umso höher, je geringer die Energieverluste für das Erreichen des jeweiligen Nutzens sind.

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Warum brauchen wir mehr Energieeffizienz?

Weltweit steigt die Nachfrage nach Energie. Die Lage an den Energiemärkten spitzt sich zu, die Energiepreise steigen. Unsicherheiten in vielen Förder- und Transitländern geben Anlass zur Besorgnis, die zunehmende Verbrennung fossiler Energieträger beschleunigt den Klimawandel. Eine Ausweitung des Energieangebots ist teurer und langwierig. Demgegenüber wirkt eine Steigerung der Energieeffizienz dämpfend auf die Energiepreise, senkt die Abhängigkeit von Energieimporten, wirkt Energieverteilungskonflikten entgegen - und mindert den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid.

Ziele

  • Der Primärenergieverbrauch soll um 20 % bis 2020 und um 50 % bis 2050 und
  • der Stromverbrauch um 10 % bis 2020 und 25 % bis 2050 gesenkt werden.
  • Im Gebäudebereich sollen der Heizenergieverbrauch bis 2020 um 20 %, der Primärenergieverbrauch bis 2050 um 80 % gesenkt sowie ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand erreicht und die energetische Sanierungsrate auf 2 % pro Jahr verdoppelt werden.
  • Die Energieproduktivität soll um durchschnittlich 2,1 % pro Jahr bis 2050 gesteigert werden.

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Politik der Bundesregierung

Bei Energieeinsparung und Energieeffizienz setzt die Bundesregierung auf den Dreiklang aus Fordern – Fördern – Informieren. Gebäude verursachen rund 40 % des Endenergieverbrauchs in Deutschland und etwa ein Drittel der CO2-Emissionen. 75 % der Wohngebäude wurden vor 1979 errichtet, also bevor die 1. Wärmeschutzverordnung in Kraft trat. Um die Ziele im Gebäudebereich zu erreichen, will die Bundesregierung schrittweise die Mindesteffizienzstandards anheben und einen langfristigen Sanierungsfahrplan für den Gebäudebestand einführen. Daher soll nicht nur das Ordnungsrecht (Novelle der Energieeinsparverordnung im Jahr 2013) weiterentwickelt werden. Es sollen auch die wirtschaftlichen Anreize für die energetische Gebäudemodernisierung deutlich verbessert werden. Die Finanzmittel des CO2-Gebäudesanierungsprogramms wurden auf jährlich 1,8 Mrd. Euro von 2012 bis 2014 erhöht.

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Stromeffizienz:

Maßnahmen zur Stromeinsparung tragen wegen des hohen Primärenergiefaktors von ca. 2,5 besonders zur Primärenergieeinsparung bei. Der Stromverbrauch hat sich seit 1990 deutlich von der Wirtschafts-entwicklung abgekoppelt (steigende Energieproduktivität). Nach mehreren Studien liegt das wirtschaftliche Stromeinsparpotenzial für die Sektoren Haushalte, GHD und Industrie zwischen 80 und 110 TWh. Dies entspricht in etwa 20 % des Netto-Stromverbrauchs in Deutschland. Zur Verbesserung der Stromeffizienz gibt es ein breites Spektrum an europäischen und nationalen Maßnahmen. Die neue EU-Richtlinie zur Energieeffizienz enthält weitreichende Vorgaben zur Energieeinsparung über die gesamte Energiekette. Ziel der Richtlinie ist es, 20% des EU-Primärenergieverbrauchs bis zum Jahr 2020 einzusparen. Dazu sind unter anderem jährlich 1,5 % Endenergie einzusparen. Die Richtlinie trat im Oktober 2012 in Kraft und ist innerhalb von 18 Monaten umzusetzen.

In ihr gehen die bisherige sog. EU-EDL-Richtlinie und die EU-KWK-Richtlinie auf.

National tragen insbesondere Förderprogramme und Projekte im Rahmen des Energieeffizienzfonds und der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) des BMU zum Erreichen der Ziele bei. Zur NKI gehören z. B. die Richtlinien für gewerbliche Kälteanlagen.

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Produkte: Bei Produkten können Maßnahmen wie die Begrenzung des zulässigen Energiebedarfs (EU-Richtlinie über energierelevante Produkte) oder zum Labelling (EU-Richtlinie über Verbrauchskennzeichnung) auf Grund des gemeinsamen Binnenmarktes nur auf EU-Ebene geregelt werden. Darauf fußende EU-Verordnungen gelten in den Mitgliedstaaten direkt. Mit den bisher getroffenen und den in der Umsetzung befindlichen Maßnahmen für etwa 40 elektrisch betriebene Produkte lassen sich bis zum Jahr 2020 gegenüber dem Trend ohne Maßnahmen (BAU-Business as Usual) der Stromverbrauch so weit absenken, dass nur ein geringfügiger Mehrverbrauch gegenüber dem Referenzzeitpunkt 2005 prognostiziert wird. Mit dem Konzept anspruchsvollerer Effizienztechniken (Top Runner / Einsatz Bester Verfügbarer Technik) wäre eine erheblich bessere Zielerreichung möglich und eine absolute Absenkung gegenüber dem Trend und bezogen auf das Jahr 2005 um etwa 20 TWh/Jahr erreichbar. Dieses Konzept, das von Deutschland in der EU vorgeschlagen wurde, befindet sich zurzeit in der Beratung auf EU-KOM Ebene.

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Industrie und Gewerbe: Das Energieeinsparpotenzial in diesen Sektoren wird auf bis zu 40 % geschätzt. Dieser Bereich (Prozesse und Gebäude) wird daher auch durch zahlreiche Maßnahmen der Bundesregierung adressiert. BMU fördert z.B. im Rahmen seiner Klimaschutzinitiative und im Umweltinnovationsprogramm eine Reihe von Projekten für diese Zielgruppe, darunter auch Energienetzwerke wie die sog. "Energietische" sowie ein Pilotprojekt zur Einführung von Energiemanagementsystemen in Unternehmen. Speziell für mittelständische Unternehmen startete das Bundesumweltministerium gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) Anfang 2013 die "Mittelstandsinitiative Energiewende".  Diese Initiative informiert und berät mittelständische Betriebe über die Möglichkeiten, ihren Energieverbrauch und ihre Energiekosten durch Effizienzmaßnahmen abzusenken. Daneben wird die Verbreitung von Informationen zu den relevanten Themen im Bereich Energieeffizienz durch Projekte der Deutschen Energieagentur (dena) gefördert, zu deren Zielgruppen sowohl private Haushalte als auch Unternehmen gehören.

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Private Haushalte: Der Stromverbrauch der privaten Haushalte beträgt 140 TWh (2011). Das ist mehr als ein Viertel der erzeugten Strommenge in Deutschland. Das wirtschaftliche Einsparpotential liegt bei 40 TWh. Die privaten Haushalte können sich in erheblichem Umfang von unnötigen Energiekosten entlasten. Im Durchschnitt liegt das Einsparpotenzial bei etwa 1500 kWh pro Haushalt. Damit könnten jährlich über 350 Euro an Stromkosten eingespart werden.

Im Rahmen des zweiten Runden Tisches mit Vertretern wichtiger gesellschaftlicher hat Bundesumweltminister Altmaier am 21.11.2012 "Die Stromsparinitiative" für private Haushalte gestartet. Die Stromsparinitiative bündelt viele Initiativen und Aktivitäten auf dem Feld der Stromberatung unter einem Dach. Im Mittelpunkt der Internetplattform steht dabei der StromCheck.
Seit 2008 gibt es im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative des BMU das Förderprogramm "StromsparChecks in Haushalten mit geringem Einkommen". Bereits seit 2004 wird die Kampagne "Klima sucht Schutz" der co2online gGmbH vom BMU gefördert. Weitere vom BMU geförderte Projekte wie die Heizspiegel oder das Energiesparkonto tragen ebenfalls zur Bewusstseinsbildung und zur Reduzierung des Energieverbrauchs bei. Effizienzverbesserung beim Energieverbrauch ist der größte Hebel und sachlich gesehen auch der attraktivste.

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Kraft-Wärme-Kopplung (KWK): Mit der am 01.01.2009 in Kraft getretenen Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes (KWKG) wurde der Förderrahmen deutlich erweitert, z.B. durch Einbeziehung des selbst genutzten Stroms und die Förderung von Wärmenetzen. Im Sommer 2011 wurde mit der Ausdehnung der Förderung der Inbetriebnahmen von 2016 auf 2020 und der einheitlichen Förderdauer von 30.000 Vollbenutzungsstunden, die Investitionssicherheit deutlich erhöht. Mit der im Juli 2012 in Kraft getretenen jüngsten Novelle wurde der neuen Rolle der KWK bei der Systemintegration fluktuierender erneuerbarer Energien durch die aufgenommene Förderung von Wärme- und Kältespeichern Rechnung getragen und die Förderung von KWK-Anlagen sowie Wärme- und Kältenetzen deutlich verbessert. Flankiert wird das Gesetz durch das im Jahr 2012 wieder aufgelegte KWK-Förderprogramm der NKI für kleine Anlagen bis 20kWel.

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Verbraucherinformation

Jede und jeder kann leicht einen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz leisten: Indem Verbraucherinnen und Verbraucher beispielsweise Energiesparlampen und effizientere Elektrogeräte ohne Stand-by-Betrieb verwenden oder die Wärmedämmung in ihrem Zuhause verbessern, helfen sie, die Erdatmosphäre zu schützen. Und nicht nur das - sie schonen auch ihren Geldbeutel: Nach Studien der Europäischen Kommission kann ein durchschnittlicher Haushalt durch verbesserte Energieeffizienz zwischen 200 und 1.000 Euro pro Jahr sparen!

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Energieproduktivität und Wirtschaftswachstum

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