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Anpassung an den Klimawandel

Das Klima ändert sich weltweit. Und mit ihm ändern sich die Lebensbedingungen der Menschen - auch in Deutschland. Experten rechnen mit weit reichenden Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft, wenn es nicht gelingt, die globale Klimaänderung zumindest in Schranken zu halten. Selbst wenn das ambitionierte EU-Ziel erreicht wird, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf weniger als zwei Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, werden Folgen des Klimawandels auftreten, an die wir uns anpassen müssen. Eine zeitgemäße Klimapolitik baut deshalb auf zwei Säulen auf: der Vermeidung von Treibhausgasen und der Anpassung an die Folgen des Klimawandels, die schon heute nicht mehr zu vermeiden sind!

Das Bundesumweltministerium legt in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt und weiteren Forschungseinrichtungen drei Studien zu den gesundheitlichen Anpassungserfordernissen an den Klimawandel vor. Sie befassen sich mit der Zunahme hitzebedingter Todesfälle, der Verbreitung exotischer Stechmücken, die verschiedene Krankheitserreger übertragen können, die bislang in Deutschland nicht vorkamen sowie mit der Untersuchung der Effektivität bereits bestehender Informationsdienste zur UV-Strahlung, Hitzewarnsystemen, Pollen- und Ozonvorhersage. mehr

Anpassung – zentrales Thema des Verhandlungsprozesses
unter der Klimarahmenkonvention

Die Notwendigkeit einer Anpassung an die Folgen des Klimawandels haben die Staaten international bereits früh erkannt: In den 1990er Jahren hat sich die weltweite Staatengemeinschaft - und damit auch Deutschland - unter der UN-Klimakonvention verpflichtet, Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel in Angriff zu nehmen.---BREAK---

2005 hat die internationale Staatengemeinschaft das "Nairobi Arbeitsprogramm" ins Leben gerufen. Ziel ist es, allen Ländern zu helfen, ihr Verständnis über die Auswirkungen des Klimawandels zu verbessern. Dieses Wissen soll helfen, die richtigen praktischen Entscheidungen zur Anpassung an den Klimawandel zu treffen. Der jüngste wichtige Schritt war die Einrichtung eines Fonds unter dem Kyoto-Protokoll zur Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen, der 2008 seine Arbeit aufnimmt. Er soll insbesondere die ärmsten Staaten unterstützen. Bei der UN-Klimakonferenz auf Bali im Dezember 2007 war das Thema Anpassung ebenfalls ein zentrales Thema. Es bestand Einigkeit, dass angesichts der wachsenden Bedrohung durch den Klimawandel besonders für Entwicklungsländer sofortige und verstärkte Anpassungsmaßnahmen nötig sind. Deshalb ist Anpassung auch Teil des so genannten Bali-Aktionsplans. Mithilfe dieses Plans soll bis Ende 2009 ein neues UN-Klimaabkommen verhandelt werden. Im kommenden Jahr bis zur UN-Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 geht es nun darum, genau zu bestimmen, welche Anpassungsmaßnahmen es international geben soll und wie sie - über den Anpassungsfonds hinaus - finanziert werden sollen.Mit der Vorlage der DAS kommt die Bundesregierung ihrer Ankündigung im Deutschen Klimaschutzprogramm 2005 nach, gemäß Artikel 4 der Klimarahmenkonvention ein Konzepts für eine deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel auszuarbeiten.

Die Deutsche Anpassungsstrategie

Am 17. Dezember 2008 hat das Bundeskabinett die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel beschlossen. Diese schafft einen Rahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels in Deutschland. Sie stellt vorrangig den Beitrag des Bundes dar und bietet auf diese Weise eine Orientierung für andere Akteure. ---BREAK---

Die Strategie legt den Grundstein für einen mittelfristigen Prozess, in dem schrittweise mit den Bundesländern und anderen gesellschaftlichen Gruppen die Risiken des Klimawandels bewertet, der mögliche Handlungsbedarf benannt, die entsprechenden Ziele definiert sowie mögliche Anpassungsmaßnahmen entwickelt und umgesetzt werden sollen. Neben dem aktuellen Kenntnisstand zu den erwarteten Klimaänderungen (weltweit und für Deutschland) und zu den damit verbundenen möglichen Auswirkungen werden für 15 Handlungsfelder und ausgewählte Regionen mögliche Klimafolgen und Handlungsoptionen skizziert. Ferner werden der internationale Kontext und der deutsche Beitrag zur Anpassung in anderen Teilen der Welt umrissen sowie die nächsten Schritte zur Weiterentwicklung der Deutschen Anpassungsstrategie beschrieben.

Ziel der Strategie ist es, einen bundesweiten Handlungsrahmen zu schaffen, um Risiken für die Bevölkerung, der natürlichen Lebensräume und der Volkswirtschaft vorzubeugen. Dieser Rahmen soll es insbesondere den unterschiedlichen Handlungsebenen des Bundes, der Länder, der Kommunen sowie dem einzelnen betroffenen Bürger erleichtern, Betroffenheiten und Anpassungsnotwendigkeiten zu identifizieren, Handlungsmaßnahmen zu planen und umzusetzen. So können z. B. durch eine frühzeitige Einbeziehung von Anpassungsaspekten in Planungen später wirksam werdende Klimakosten vermieden werden.

Die Deutsche Anpassungsstrategie an die Folgen des Klimawandels wurde von einer Arbeitsgruppe, in der die meisten Bundesministerien vertreten waren, unter der Federführung des Bundesumweltministeriums und in enger Zusammenarbeit mit den Ländern erarbeitet. Unterstützung leistet dabei das Kompetenzzentrum Klimafolgen und Anpassung (KomPass), das Ende 2006 beim Umweltbundesamt eingerichtet wurde.

In die Erarbeitung der Deutschen Anpassungsstrategie sind verschiedene Quellen eingeflossen u.a. die Ergebnisse einer Bestandsaufnahme insbesondere bei Bund und Ländern und der vom Bundesumweltministeriums am 15. und 16. April 2008 in Berlin ausgerichteten Fachkonferenz "Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel - Erwartungen, Ziele und Handlungsoptionen". Ferner hat das Bundesumweltministerium gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung vom 27. und 28. September 2008 am UFZ in Leipzig ein Forschungssymposiums zur Anpassung, ausgerichtet.

Als wesentlicher nächster Schritt in der Weiterentwicklung und Konkretisierung der Strategie ist in Zusammenarbeit mit den Ländern und anderen gesellschaftlich relevanten Akteuren im Sommer 2011 ein Aktionsplan Anpassung erarbeitet worden. Dies wurde durch einen breiten Kommunikationsprozess und Initiativen zur Verbesserung der Wissensbasis und der Entscheidungsgrundlagen unterstützt. Unterstützung lieferte hierbei auch das Climate Service Center, das im Juli 2009 auf Initiative des BMBF innerhalb der Deutschen Helmholtz Gemeinschaft eingerichtet wurde.

Die Minderung der Treibhausgasemissionen zur Begrenzung der Folgen des Klimawandels hat weiterhin hohe Priorität in der nationalen, europäischen und internationalen Umweltpolitik. Dafür setzt sich die Bundesregierung national aber auch international engagiert ein.

Die europäische Anpassungsstrategie

Das Thema Anpassung an den Klimawandel ist auch auf der europäischen Ebene von Bedeutung und wurde in die Fortschreibung des Europäischen Klimaänderungsprogramms (ECCP II) integriert.

Am 29. Juni 2007 veröffentlichte die Europäische Kommission das Grünbuch "Anpassung an den Klimawandel in Europa - Optionen für Maßnahmen der EU" (PDF extern, 362 KB), das erste Ansatzpunkte vorschlägt, um den Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen.---BREAK---

Nach einer umfassenden öffentlichen Konsultationsphase zum Grünbuch hat die Europäische Kommission Vorschläge für ein gemeinschaftliches Vorgehen in einem Weißbuch zusammengestellt. Das am 6. April 2009 veröffentlichte Weißbuch "Anpassung an den Klimawandel: Ein europäischer Aktionsrahmen" (PDF extern, 86 KB) schlägt vor, in einer ersten Phase bis 2012 Grundlagen für eine europaweite Anpassungsstrategie festzulegen und diese dann ab Anfang 2013 umzusetzen.

Ziel des Weißbuchs ist die schrittweise Konkretisierung einer Anpassungsstrategie, die es erlaubt, rechtzeitig und europaweit auf die Folgen des Klimawandels zu reagieren und sie damit abzumildern. 

Das Weißbuch regt Anstrengungen in vier Bereichen an:

Der Schwerpunkt liegt in der Sammlung von Wissen über die Auswirkungen des Klimawandels, sowie über Kosten und Nutzen möglicher Maßnahmen. Hierzu soll ein Clearing House Mechanismus aufgebaut werden, über den Informationen, Daten und Beispiele aus den Mitgliedstaaten sowie durch die EU-Einrichtungen in strukturierter Form zugänglich gemacht werden sollen. Darüber hinaus sollen Methoden, Modelle, Datensätze, Prognosetechnologie, sowie Indikatoren zur Überwachung der Auswirkungen des Klimawandels bis 2011 entwickelt werden.

Einbeziehung des Anpassungsaspekts in wichtige Politikbereiche der EU, zum Beispiel in Form geeigneter Infrastrukturmaßnahmen in Küsten- und Meeresgebieten oder eine Anpassung der Land- und Forstwirtschaft.

Gewährleistungen des effektiven Umsetzung des Anpassungsprozesses durch den Einsatz von marktorientierten Instrumenten und öffentlich-privaten Partnerschaften.

Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit und insbesondere Bereitstellung von Wissen an Entwicklungsländer.

Zuletzt geändert: 31.03.2014