Internationale Klimapolitik

Der internationale Klimaschutz ist eine der größten globalen Herausforderungen im 21. Jahrhundert. Die globale Durchschnittstemperatur auf der Erdoberfläche steigt aufgrund der zunehmenden Konzentration von Kohlendioxid (CO2) und anderen Treibhausgasen in der Atmosphäre kontinuierlich an, mit bereits heute nachweisbaren Folgen. Ein ungebremster Ausstoß der Treibhausgase könnte das Klimasystem derart verändern, wie dies in den vergangenen 100.000 Jahren nicht vorgekommen ist. Vermehrte Extremwetterereignisse, veränderte Niederschläge, ein steigender Meeresspiegel, die Versauerung der Ozeane und Schnee und Eis wären die Folge. 

Der Mensch als Hauptverursacher des Klimawandels

Kraftwerk mit rauchenden Schloten in trüber Dämmerung

Der Zwischenstaatliche Ausschuss für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) bestätigt in seinem erst im September 2013 erschienenen ersten Teil des Fünften Sachstandsberichts die fortschreitende globale Erwärmung. Demnach war jedes der letzten drei Jahrzehnte an der Erdoberfläche wärmer als alle vorangehenden seit 1850. Hauptursache für diese Veränderungen ist der Mensch, der durch die vermehrte Freisetzung von Treibhausgasen in die Atmosphäre den Treibhauseffekt über sein natürliches Niveau hinaus verstärkt. 

Internationale Anstrengungen gegen den Klimawandel

zwei gebräunte faltige Hände halten ein Modell einer Weltkugel, vor braunem Sand

Bereits 1992 hat sich die internationale Staatengemeinschaft mit der UN Klimarahmenkonvention (United Nations Framework Convention on Climate Change, UNFCCC) zum Ziel gesetzt, die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre auf einem Level zu stabilisieren, das gefährliche anthropogene (d. h. vom Menschen verursachte) Störungen im Klimasystem verhindert. Auf der dritten Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention (Conference of the Parties, COP 3) 1997 wurde das Kyoto-Protokoll verabschiedet, das für die Industrieländer erstmals rechtsverbindliche Verpflichtungen zur Begrenzung und Reduzierung ihrer Treibhausgasemissionen festlegt und in 2005 in Kraft getreten ist und in seiner zweiten Verpflichtungsperiode noch bis 2020 gilt.

Anschlussfähig wird die globale Klimapolitik durch das bei COP21 2015 in Paris verabschiedete Übereinkommen von Paris (Pariser Abkommen), in dem sich erstmals alle Staaten - also Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer - dazu verpflichten, einen angemessenen Beitrag zum internationalen Klimaschutz zu leisten und die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Niveau auf deutlich unter zwei Grad Celsius, idealerweise auf 1,5 Grad zu begrenzen. Seit dem 4. November 2016 konnte das ÜvP nach einem beispiellos schnellen Ratifizierungsprozess der Staaten in Kraft treten.

Deutschland als Vorreiter im internationalen Klimaschutz

Windkrafträder in einem Rapsfeld hinter einer Allee

Ziel Deutschlands und der EU ist es, ein umfassendes Klimaschutzabkommen für die Zeit ab 2020 zu erreichen, das den globalen Temperaturanstieg auf unter zwei Grad Celsius gegenüber vorindustrieller Zeit begrenzt. Die Bundesregierung ist unter anderem durch die Ausrichtung des Petersberger Klimadialogs eine treibende Kraft im internationalen Klimaschutzprozess. Der Petersberger Klimadialog überbrückt die Zeit zwischen den Klimagipfeln und bringt jährlich Umweltminister aus Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern zu offenen Diskussionen zusammen, um die internationalen Klimaverhandlungen weiter voranzubringen.

Deutschland geht national mit seiner Energiewende voran und hat sich ehrgeizige Emissionsreduktionsziele gesetzt: Die klimaschädlichen Emissionen sollen gegenüber dem Basisjahr 1990 bis 2020 um 40 Prozent, bis 2030 um 55 Prozent, bis 2040 um 70 Prozent und schließlich bis 2050 um 80 bis 95 Prozent sinken. Umgesetzt werden soll dies durch das langfristig angelegte Energiekonzept. 

Zuletzt geändert: 05.09.2017