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Stand: 01.12.2012

Glossar

Annex-I-Länder

Der Annex I der Klimarahmenkonvention von 1992 listet alle Länder auf, die unter der Klimarahmenkonvention die Selbstverpflichtung zur Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2000 auf das Niveau von 1990 übernommen haben. Auf der Liste stehen alle OECD-Länder (außer Korea und Mexiko) sowie alle osteuropäischen Länder (außer Jugoslawien und Albanien). Der Begriff "Annex-I-Länder" wird daher oft synonym mit "Industrieländer" benutzt, mit "Nicht-Annex-I-Länder" sind in der Regel die Entwicklungs- und Schwellenländer gemeint.

Annex-B-Länder

Der Annex B des Kyoto-Protokolls von 1997 listet alle Länder auf, die unter dem Kyoto-Protokoll konkrete Emissionsreduktionsverpflichtungen in der ersten Verpflichtungsperiode (2008-2012) übernommen haben. Auf der Liste stehen alle Annex-I-Länder plus Kroatien, Slowenien, Monaco und Liechtenstein, jedoch ohne Weißrussland und Türkei. Der Begriff "Annex-B-Länder" wird daher ebenfalls oft synonym mit "Industrieländer" benutzt, mit "Nicht-Annex-I-Länder" sind in der Regel die Entwicklungs- und Schwellenländer gemeint.

Clean Development Mechanism (CDM) - Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung

Der CDM ("Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung"), in Artikel 12 des Kyoto-Protokolls festgelegt, ermöglicht es Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern, gemeinsam Klimaschutz-Projekte in den Entwicklungsländern durchzuführen. Dabei wird das Projekt (z. B. die Errichtung einer Windkraftanlage) vom Industrieland finanziert. Die hierdurch im Schwellen- oder Entwicklungsland vermiedenen Emissionen darf das Industrieland in der Verpflichtungsperiode entweder zusätzlich emittieren oder sich als Emissionsguthaben gutschreiben lassen. Ein Teil der Finanztransfers im Rahmen der CDM-Projekte ("share of proceeds") fließt in den Anpassungsfonds unter dem Kyoto-Protokoll zugunsten der am meisten vom Klimawandel betroffenen Staaten (z.B. kleine Inselstaaten). CDM-Projekte müssen beim CDM-Exekutivrat ("Executive Board") registriert werden. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten des CDM-Exekutivrats: http://unfccc.int/cdm.

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Compliance

Conference of the Parties (COP)

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Emissionshandel (engl.: "emissions trading")

Das Kyoto-Protokoll weist allen Annex-B-Ländern für die erste Verpflichtungsperiode eine zulässige Emissionsmenge an Treibhausgasen zu. Laut Artikel 17 des Kyoto-Protokolls ist es erlaubt, dass Annex-B-Länder ihre Emissionsmenge selbst aufbrauchen oder Teile davon mit anderen Annex-B-Ländern handeln. Vgl. auch "heiße Luft".

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Emissionsreduktionsverpflichtungen

Im Kyoto-Protokoll sind für die erste Verpflichtungsperiode (2008-2012) verbindliche Pflichten der Industrieländer zur Begrenzung und Minderung ihrer Treibhausgasemissionen festgelegt. In Annex B des Protokolls ist festgehalten, dass folgende Staaten ihre Treibhausgasemissionen bezogen auf 1990 wie folgt begrenzen: Bulgarien, Estland, alle EU-Staaten, Lettland, Litauen, Monaco, Rumänien, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechien: -8%,
Japan, Kanada, Polen, Ungarn: - 6%,
Kroatien: - 5%,
Neuseeland, Russland, Ukraine: +/- 0%
Norwegen: +1%
Australien: +8%
Island: +10%

Dies bedeutet eine Gesamtreduktion der Treibhausgasemissionen in den genannten Ländern um -5,2%. Die Staaten der Europäischen Union haben in einer so genannten EU-Lastenverteilung ihre Reduktionsverpflichtungen verteilt.

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Erfüllungskontrolle (engl.: "compliance")

System, das die Einhaltung der Reduktionsverpflichtungen kontrolliert und Maßnahmen und Sanktionen für den Fall vorsieht, dass ein Land seinen im Kyoto-Protokoll niedergelegten Emissionsreduktionsverpflichtungen nicht nachkommt.

EU-Lastenverteilung (engl.: EU burden sharing)

Die EU hat ihre gemeinsame Reduktionsverpflichtung von -8% in der ersten Verpflichtungsperiode gemäß einer EU-internen Lastenverteilung im Juni 1998 intern verteilt. Danach lauten die Reduktionsverpflichtungen und Emissionsobergrenzen der EU-Mitgliedsstaaten bezogen auf ihre 1990er Emissionen:

Luxemburg: -28%

Deutschland, Dänemark: -21%

Österreich: -13%

Großbritannien: -12,5%

Belgien: -7,5%

Italien: -6,5%

Niederlande: -6%

Finnland, Frankreich: +/-0%

Schweden: +4%

Irland: +13%

Spanien: +15%

Griechenland: +25%

Portugal: +27%.

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Flexible Mechanismen

Das Kyoto-Protokoll sieht drei Instrumente vor, die den Vertragsstaaten Flexibilität bei der Umsetzung ihrer Reduktionsziele erlauben: Emissionshandel, Joint Implementation (gemeinsam durchgeführte Projekte zwischen Industrieländern) und Clean Development Mechanism (Projekte zur Emissionsreduktion in Entwicklungsländern). Der Grundgedanke aller drei flexiblen Mechanismen ist, dass die Annex-B-Länder ihre Reduktionsverpflichtungen teilweise im Ausland erbringen können.

Globale Umweltfazilität (engl.: "Global Environmental Facility, GEF")

Multilaterales Finanzierungsprogramm der Industrieländer für Umweltprojekte in Schwellen- und Entwicklungsländern. Die GEF vergibt im Rahmen der Klimarahmenkonvention, des Montrealer Protokolls zum Schutz der Ozonschicht und der Konvention über die Biologische Vielfalt Zuschüsse und stark verbilligte Kredite für Projekte in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Sie verwaltet dabei u.a. die drei Fonds zur Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in Schwellen- und Entwicklungsländern: Den "Special Climate Change Fund", den "Least Developed Countries Fund" sowie den "Kyoto Protocol Adaptation Fund". Die Internetseite des GEF finden Sie auf http://www.gefweb.org.

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G77 - Die Gruppe der 77

Die Gruppe der 77 (G 77) ist ein loser Zusammenschluss von Staaten bestehend aus Schwellen- und Entwicklungsländern.

Die Vereinigung wurde 1964 im Verlauf der ersten Welthandelskonferenz (UNCTAD) gegründet und hat mittlerweile 132 Mitglieder. Aus dem losen Zusammenschluss folgt eine relativ schwache Institutionalisierung: Ein jährlich stattfindendes Ministertreffen in New York fasst die Grundsatzbeschlüsse, die von einem Koordinierungsausschuss an regionale Untergruppen in Genf, Nairobi, Paris, Rom und Wien weitergegeben werden. Hauptziel der G 77 ist es, die Position der Entwicklungsländer auf dem Weltmarkt zu verbessern und durch gemeinsames Auftreten eine stärke Verhandlungsposition auf den UNFCCC-Klimakonferenzen und den Welthandelskonferenzen zu haben. Im Verlaufe der letzten Jahre ist die Gruppe der 77 bei den VN-Klimakonferenzen immer stärker in einzelne Interessengruppen zerfallen.

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"heiße Luft" (engl.: "hot air")

In Kyoto wurden einigen Staaten (u.a. Russland, Ukraine) deutlich mehr Emissionsrechte zugebilligt, als sie (aufgrund des Zusammenbruchs der Industrien nach 1990) absehbar benötigen werden. Diese so genannte "heiße Luft" kann per Emissionshandel verkauft werden - mit der Folge, dass Emissionshandel mit diesen Ländern zu mehr Emissionen führt und keine wirklichen Reduktionen erfolgen.

Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)

Zwischenstaatliches Expertengremium für Klimafragen unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen, das 1988 eingerichtet wurde. Nach dem 4. Sachstandsbericht des IPCC 2007 gilt der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur um 0,6 bis 0,8 Grad Celsius zu vorindustriellen Werten als gesicherte Erkenntnis. Der Bericht belegt unmissverständlich die fortschreitende globale Erwärmung und bekräftigt den Einfluss des Menschen als Hauptursache für diese klimatischen Veränderungen. Derzeit wird er 5.Sachstandsbericht vorbereitet, dessen Veröffentlichung 2013/2014 ansteht. 

Weitere Informationen: IPCC

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Joint Implementation (JI)

Das Instrument der Joint Implementation, in Artikel 6 des Kyoto-Protokolls festgelegt, ermöglicht es Annex-B-Ländern (d.h. Industrieländern), gemeinsam Klimaschutz-Projekte durchzuführen. Dabei wird das Projekt (z. B. die Errichtung einer Windkraftanlage) zwar in Land A durchgeführt, aber von Land B finanziert. Die in Land A vermiedenen Emissionen darf das Land B in der Verpflichtungsperiode zusätzlich emittieren oder sich als Emissionsguthaben gutschreiben lassen. Land A wird eine entsprechende Menge an Emissionsrechten abgezogen.

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Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (engl: United Nations Framework Convention on Climate Change UNFCCC)

Die Klimarahmenkonvention wurde auf dem Weltgipfel für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro angenommen und seither von 194 Staaten ratifiziert. Sie trat 1994 in Kraft. Die Klimarahmenkonvention ist der erste internationale Vertrag, der den Klimawandel als ernstes Problem bezeichnet und die Staatengemeinschaft zum Handeln verpflichtet. Die Konvention bildet den Rahmen für die Klimaschutz-Verhandlungen, die jeweils als Vertragsstaatenkonferenz der Konvention stattfinden.

Weitere Informationen:

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Klimasekretariat

Kyoto-Protokoll

Die dritte Vertragsstaatenkonferenz hat das Kyoto-Protokoll 1997 angenommen. In dem Protokoll verpflichten sich die Industriestaaten, ihre gemeinsamen Emissionen der wichtigsten Treibhausgase im Zeitraum 2008 bis 2012 um mindestens 5% unter das Niveau von 1990 zu senken. Dabei haben die Länder unterschiedliche Emissionsreduktionsverpflichtungen akzeptiert. Damit das Protokoll in Kraft treten konnte, musste es von mindestens 55 Staaten ratifiziert werden, wobei diese mindestens 55% der CO2-Emissionen der Annex I-Länder von 1990 auf sich vereinigen mussten. Deutschland hat gemeinsam mit den anderen EU-Mitgliedsstaaten das Protokoll im Mai 2002 ratifiziert.Seit dem 16. Februar 2005 ist das Kyoto-Protokoll in Kraft. Die zweite Bedingung war erst erfüllt, nachdem Russland im November 2004 nach langem Zögern das Kyoto-Protokoll ratifiziert hatte. Die USA und Australien hatten zuvor erklärt, das Kyoto-Protokoll national nicht umzusetzen. Auf der 17. Vertragsstaatenkonferenz in Durban wurde beschlossen, dass es eine 2. Verpflichtungsperiode ab dem 01. Januar 2013 geben soll.

Weitere Informationen:

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Senken

Ein Ökosystem, das Kohlenstoff aus der Atmosphäre entfernt, ist eine Senke (so entnimmt etwa ein Baum im Laufe seiner Wachstumsphase der Atmosphäre Kohlenstoff). Die Kohlenstoffeinbindung in Senken kann bis zu gewissen Grenzen auf die Emissionsreduktionsverpflichtungen angerechnet werden.

Treibhausgase

Gase in der Atmosphäre, die die Wärmerückstrahlung von der Erdoberfläche in das All verhindern, die natürliche Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre sorgt dafür, dass auf unserem Planeten statt eisiger Weltraumkälte eine durchschnittliche Temperatur von 15°C herrscht. Der zusätzliche Ausstoß von Treibhausgasen durch menschliche Aktivitäten heizt das Klima jedoch weiter auf und hat einen Klimawandel zur Folge, der schwerwiegende Folgen mit sich bringen kann (u.a. Anstieg des Meeresspiegels, Verschiebung der Klimazonen, Zunahme von Stürmen). Das Kyoto-Protokoll sieht daher eine Emissionsreduktion für die wichtigsten Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (N20), teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW, engl.: HFC), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW, engl.: PFC) und Schwefelhexafluorid (SF6) vor.

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UNFCCC-Sekretariat

Das Sekretariat der Klimarahmenkonvention hat seit 1996 seinen Sitz in Bonn und ist dort die größte Teilorganisation der Vereinten Nationen. Rund 470 Mitarbeiterorganisieren die Vertragsstaatenkonferenzen und Expertentreffen, auf denen internationale Entscheidungen zum Klimaschutz vorbereitet bzw. verabschiedet werden. Zur Homepage des Sekretariats http://www.unfccc.int.

Verpflichtungsperiode

Um den Vertragsstaaten Flexibilität bei der Erfüllung der Kyoto-Verpflichtungen einzuräumen und den Einfluss vorübergehender Emissions-Schwankungen zu minimieren, werden die Emissionsreduktionsverpflichtungen auf einen Fünfjahreszeitraum angewandt. Die erste Verpflichtungsperiode geht von 2008 bis 2012. Über weitere Verpflichtungsperioden soll laut Kyoto-Protokoll spätestens ab 2005 verhandelt werden. Auf der 17. Vertragsstaatenkonferenz in Durban haben die Staaten beschlossen, dass es eine 2. Verpflichtungsperiode ab dem 01. Januar 2013 geben soll.

Vertragsstaatenkonferenz (dt. VSK, engl.: Conference of the Parties COP)

Das höchste Gremium der Klimarahmenkonvention von 1992, das laut Konvention einmal jährlich tagt. Nach dem Inkrafttreten der Klimarahmenkonvention 1994 fand die erste Vertragsstaatenkonferenz (COP 1) 1995 in Berlin statt. Es folgten 1996 Genf (COP 2), 1997 Kyoto (COP 3), 1998 Buenos Aires (COP 4), 1999 Bonn (COP 5), 2000 Den Haag (COP 6), im Juli 2001 Bonn (COP 6bis) als Fortsetzung der in Den Haag unterbrochenen Konferenz, im November 2001 Marrakesch (COP 7), 2002 Neu Delhi (COP 8), 2003 Mailand (COP 9), 2004 Buenos Aires (COP 10), 2005 Montreal (COP 11), 2006 Nairobi (COP 12) 2007 Bali (COP 13), 2008 Posen (COP 14), 2009 Kopenhagen (COP 15), 2010 Cancun (COP 16), 2011 Durban (COP 17), 2012 in Doha (COP 18). Die nächste Vertragsstaatenkonferenz (COP 19) findet in Warschau vom 11. bis 22. November statt.

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