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Stand: 04.12.2009

Ländernetzwerke

Mit der CDM & JI Initiative stärkt das Bundesumweltministerium die Zusammenarbeit mit den Schwellen- und Entwicklungsländern. CDM/JI-Projekte werden von Partnern aus den Industrieländern in einem Gastland gemeinsam und auf Augenhöhe durchgeführt. Dies hat mit dazu beigetragen, dass Entwicklungsländer den Klimaschutz zunehmend als Aufgabe betrachten, an der sie gleichberechtigt mitwirken können, statt nur Empfänger im Rahmen der traditionellen Entwicklungszusammenarbeit zu sein. Gleichzeitig wird die Teilnahme deutscher Unternehmen und Technologieanbieter an den Kohlenstoffmärkten gefördert. Um dieses Ziel zu fördern hat das Bundesumweltministerium die GTZ beauftragt, Ländernetzwerke mit CDM-Einheiten und Ländermanager einzurichten. Das Projekt wurde im Sommer 2008 ins Leben gerufen.

Die Schaffung von Informationsnetzwerken in ausgewählten Gastländern für CDM ist eine der Hauptsäulen der Initiative. Die Netzwerke helfen deutschen Unternehmen bei der Entwicklung von Klimaschutzprojekten vor Ort sowie beim Erwerb geeigneter Emissionszertifikate. Sie tragen auch zur Verbreitung der von Deutschland geförderten innovativen Ansätze wie dem programmatischen CDM bei. Im Mittelpunkt stehen die großen Schwellen- und Entwicklungsländer wie Brasilien, China und Indien, die angesichts starken Wirtschaftswachstums ein großes Potenzial für CDM-Projekte aufweisen. Die CDM/JI-Initiative richtet sich aber auch an Länder, die noch keine großen Erfolge auf dem CDM-Markt erreicht haben, aber sowohl den politisch-administrativen Willen als auch das Potenzial für den CDM aufweisen. Hier liegt der Schwerpunkt auf Nordafrika. Zudem kommt allen diesen Ländern in den internationalen Klimaverhandlungen eine zentrale Rolle zu.

In diese Schwerpunktländer hat die GTZ im Auftrag des BMU Länderexperten entsandt und CDM Units aufgebaut. Sie pflegen intensive Kontakte mit lokalen Behörden und Unternehmen und bieten passgenaue Beratungsleistungen. Dazu gehören das Aufbereiten der länderspezifischen Kyoto-Infrastruktur, Marktanalysen und Sektorstudien, die das CDM-Potential einzelner Branchen aufzeigen. Zudem organisieren sie Projektentwicklungsworkshops und Konferenzen zur Identifizierung geeigneter Projekte und Projektpartner und helfen bei der Projektgenehmigung. Deutsche Unternehmen, die Zertifikate erwerben möchten, werden durch Business to Business -Veranstaltungen und Geschäftsreisen beim Projektmatching und dem Abschluss von Projektverträgen unterstützt.

Erfolgreiche Länder-Netzwerke

So hat beispielsweise die CDM-Unit Indien mit einem Team von insgesamt sieben Personen umfangreiche Marktanalysen und Projektrecherchen durchgeführt. Ende April wurde eine "Carbon Bazaar" getaufte Veranstaltung zur Projektvermittlung im CDM in Neu-Delhi organisiert. In diesem Rahmen wurden über 140 Business-to-Business-Meetings arrangiert und schließlich 72 Memoranda of Understanding zwischen potenziellen Unternehmenspartnern unterzeichnet sowie eine programmbegleitende Ausstellung und ein umfangreiches Konferenzprogramm mit hochrangigen Vertretern der indischen Klima- und Energiepolitik mit weit über 400 Teilnehmern durchgeführt. Der Carbon Bazaar soll nun jährlich stattfinden. Die nächste Veranstaltung ist für April 2010 geplant. Neue CDM-Projekte sollen nun systematisch entlang den 8 Schwerpunkten des indischen Klimaschutzprogramms identifiziert und entwickelt werden. Sie sollen dadurch auch zielgenau einen Beitrag zur Umsetzung des indischen Klimaschutzprogramms leisten. In den strategischen Überlegungen spielt des Weiteren der programmatische CDM eine herausgehobene Rolle: So können viele Emissionsminderungspotenziale bspw. im Bereich der Gebäude, des Energieverbrauchs oder im landwirtschaftlichen Bereich nur kleinteilig und dann Schritt für Schritt erschlossen werden. Für das BMU entscheidend ist auch die Vernetzung der CDM-Unit Indien mit den Akteuren des Deutsch-Indischen Energieforums, in dessen Rahmen eine Arbeitsgruppe auch schwerpunktmäßig zu CDM eingerichtet wurde. Kooperationspartner ist hier auf indischer Seite hauptsächlich das indische Büro für Energieeffizienz. Eine Einrichtung, die unmittelbar dem indischen Energieministerium zugeordnet ist, die nun beim Aufbau einer eigenen CDM-Struktur unterstützt wird.

Auch die anderen Länder-Büros arbeiten erfolgreich. Brasilien und China sind prädestiniert für den programmatischen CDM, der in der UN-Sprache "Programmes of Activities" (PoA) genannt wird. Ein noch junger CDM-Projekttyp, der kleinere Projektaktivitäten gleicher Art zu einem "Programme" bündelt. In allen Projektportfolios, auch in der Region Nordafrika, sind programmatische Projektaktivitäten angelaufen, die im Rahmen der CDM/JI-Initiative mit dem PoA Support Center der KfW verknüpft werden.

Die brasilianische Regierung stellt hohe Anforderungen hinsichtlich der ökologischen, sozialen und ökonomischen Wirkungen von CDM-Projekten. Hierdurch werden zwar brasilianische Projekte sehr selten vom internationalen Genehmigungsgremium, dem CDM Exekutivrat abgelehnt, der Dokumentationsaufwand ist jedoch entsprechend hoch. Hier beraten die CDM-Unit Projektentwickler bei der Erstellung der relevanten Dokumente. In Brasilien wird zudem zukünftig ein strategischer Akzent auf die Technologiekooperation gelegt. Hier hat die CDM-Unit vor, mit einer Reihe auf dem brasilianischen Markt präsenter deutscher Unternehmen eine stärkere Marktdurchdringung auf der Grundlage hochwertiger Technologien einzuleiten.

In Nordafrika befinden sich die meisten CDM-Projekte in öffentlicher Hand. Die Emissionsgutschriften sind in diesem Segment grundsätzlich nur über Ausschreibungen zugänglich. Die CDM-Unit strebt eine Stärkung der privatwirtschaftlichen Aktivitäten beim Projektmatching an. Mit Hilfe seines Kontaktnetzwerks soll vermehrt eine direkte Projektvermittlung zwischen deutschen Unternehmen und Unternehmen in der Region hergestellt werden. Ein Schwerpunkt der CDM-Unit liegt zudem auf dem Kapazitätsaufbau bei den tunesischen Entscheidungsträgern und Projektbeteiligten des CDM.

Förderung innovativer Projekttypen

Die Aktivitäten der CDM-/JI-Initiative sind langfristig ausgerichtet. Vor diesem Hintergrund ist es unerlässlich, den CDM stetig weiterzuentwickeln. Als wichtigste Innovation der jüngsten Zeit sind hier die Programmes of Activities (PoA) zu nennen. Zu einem Programm werden dabei beliebig viele Einzelmaßnahmen zusammengefasst, die jeweils für sich stehend die CDM/JI-Transaktionskosten nicht tragen könnten. Auf diese Weise werden bislang unerschlossene Reduktionspotenziale erfasst. Prädestiniert sind die Bereiche Brennstoffwechsel von fossilen zu erneuerbaren Brennstoffen im ländlichen Raum, erneuerbare Energien, energieeffiziente Prozesse in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), Fahrzeugen, Gebäuden, Maschinen, Leuchten oder Haushaltsgeräten. Bisher konnte erst ein PoA registriert werden und erst wenige befinden sich in Validierung.

Weitere Hinweise über die Aktivitäten der Ländernetzwerke und die örtlichen Ansprechpartner finden sich unter www.jiko-bmub.de.

Weitere Informationen

www.jiko-bmub.de

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