Sprungnavigation

Von hier aus koennen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:

Servicemenü

zur Sprungnavigation

Inhaltsbereich

zur Sprungnavigation

Stand: 09.04.2014

Kurzinfo Klimaschutz

Klimaschutz - Worum geht es?

Das Klima ist essentiell für die Entfaltung der Natur und das Leben der Menschen und hat zu allen Zeiten das gesellschaftliche und wirtschaftliche Verhalten der Menschen beeinflusst. Das Klimasystem der Erde ist ein hochkomplexes Gebilde, in dem bereits kleine Veränderungen Auswirkungen auf das Gesamtsystem haben. In der heutigen Zeit befindet sich das Klima im Wandel. Der Grund hierfür sind Treibhausgase (siehe Glossar), insbesondere Kohlenstoffdioxid (CO2), aber auch andere Gase wie Methan, Lachgas oder die fluorierten Gase HFKW, FKW und SF6.

CO2 wird vor allem durch die Verbrennung fossiler Energieträger zur Stromerzeugung, in der Industrie oder im Verkehr freigesetzt. Die globale Mitteltemperatur erwärmte sich seit Beginn des letzten Jahrhunderts um mehr 0,8°C. Die Durchschnittstemperatur der letzten 3 Jahrzehnte war jeweils immer höher als die aller anderen Jahrzehnte seit Beginn der Aufzeichnungen 1850. Der Meeresspiegel ist in diesem Zeitraum um etwa 19 cm angestiegen. Weltweit treten immer häufiger Wetterextreme auf.

Die Folgen des Klimawandels sind schon heute in den Ökosystemen aller Kontinente und der Ozeane, aber auch in Gesellschaft und Wirtschaft zu beobachten. Der Klimawandel zeigt bereits negative Folgen für Gesellschaften, etwa für die Nahrungsmittelerzeugung. Schon jetzt sind einzigartige Ökosysteme wie Korallenriffe gefährdet. Verstärkt sich der Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten weiter, nimmt Hitzestress zu, Extremereignisse werden voraussichtlich häufiger und führen zu stärkeren negativen Folgen für Gesellschaften und Ökosysteme.

Zum Seitenanfang

Ziele der Klimaschutzpolitik

Der Klimawandel kann nicht rückgängig gemacht werden. Allein die Menge der bereits ausgestoßenen Treibhausgase sorgt für eine weitere Erwärmung des globalen Klimas. Es ist jedoch noch möglich, den Klimawandel zu verlangsamen und damit seine Auswirkungen für Menschen und Umwelt in Schranken zu halten. Dies ist Aufgabe der gesamten Staatengemeinschaft. 

Schon auf dem Weltgipfel in Rio 1992 (auf Englisch) wurde im Rahmen der dort gegründeten  Klimarahmenkonvention (UNFCCC) (PDF, 53 KB) vereinbart, die Treibhausgasemissionen weltweit zu stabilisieren. Im Rahmen der Konvention treffen sich jährlich Vertreter aller Mitgliedsstaaten, um über weitere Schritte in der internationalen Klimapolitik zu verhandeln. 1997 wurden im Protokoll von Kyoto (PDF, 82 KB) rechtsverbindliche Zusagen für den Ausstoß von Treibhausgasen in den Industriestaaten festgehalten. Bei der UN-Klimakonferenz 2010 in Cancún einigten sich die Mitgliedstaaten darauf, die Erderwärmung auf maximal 2 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen, da so die schlimmsten Folgen der Klimaerwärmung noch verhindert werden können. Heute beträgt die globale Erwärmung bereits mehr als 0,8 Grad Celsius (siehe wissenschaftliche Grundlagen).

Nach dem Kyoto-Protokoll haben sich die beteiligten Industriestaaten erstmals völkerrechtlich verbindlich dazu verpflichtet, ihre Emissionen um insgesamt 5 Prozent im Zeitraum 2008-2012 gegenüber 1990 zu senken. Deutschland hat sich im Rahmen dieser ersten Verpflichtungsperiode zum Ziel gesetzt, seine Emissionen im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2012 um 21 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Dieses Ziel hat Deutschland mit einer Minderung von 23,6 Prozent sogar deutlich übererfüllt (siehe aktueller nationaler Inventarbericht). Eine zweite Verpflichtungsperiode, die bis zum Jahr 2020 gelten soll wurde auf der Klimakonferenz in Doha beschlossen. Deutschland setzt sich darüber hinaus international für ein ambitioniertes Klimaschutzabkommen mit Beteiligung aller Staaten ein.

Auf nationaler Ebene hat die Bundesregierung 2010 mit dem Energiekonzept ehrgeizige Ziele für den Klimaschutz festgelegt. In der Koalitionsvereinbarung vom Dezember 2013 wird insbesondere das langfristige Ziel, die Emissionen bis 2050 um 80-95 Prozent zu senken, bekräftigt, so wie auch das nächste Etappenziel: Bis zum Jahr 2020 sollen die Emissionen um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 gemindert werden.

Auf europäischer Ebene haben sich die Mitgliedstaaten auf verbindliche Klima- und Energieziele festgelegt, die innerhalb der EU bis 2020 erreichen werden sollen. Die nach der „20-20-20“-Formel festgelegten Ziele sind:

  • Eine Verringerung der Emissionen um 20% (Basisjahr 1990)
  • Den Anteil an erneuerbaren Energie am Gesamtverbrauch auf 20% erhöhen
  • Eine Verbesserung der Energieeffizienz um 20%

 

Die EU ist auf einem guten Weg die Ziele bis 2020 zu erreichen. Um aber die langfristigen Zielvorgaben bis 2050 zu erfüllen, muss sich die EU auf den Rahmen für die Folgeperiode bis 2030 verständigen.

In der Europäischen Union sollen nach einem Vorschlag der EU-Kommission die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 EU-intern um 40 Prozent gesenkt und die erneuerbaren Energien auf einen Anteil von 27 Prozent gesteigert werden. Deutschland setzt sich dafür ein, dass das Klimaziel im Rahmen eines internationalen Abkommens unter Einbeziehung hochwertiger internationaler Minderungszertifikate weiter angehoben wird. Die Bundesregierung fordert zudem in den europäischen Verhandlungen, europaweit eine ambitionierte Zieltrias festzulegen, die neben einem Klimaziel auch einen Anteil von 30 Prozent erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch und eine Verbesserung der Energieeffizienz verbindlich vorsieht, damit Europa auch weiterhin eine internationale Vorreiterrolle im Klimaschutz einnimmt.

Zum Seitenanfang

Da der Klimawandel ein grenzüberschreitendes Problem darstellt, ist es Aufgabe der internationalen Gemeinschaft für eine Reduktion der globalen Treibhausgasemissionen zu sorgen. Als Mitgliedstaat der Klimarahmenkonvention und Vertragspartner des Protokolls von Kyoto hat sich Deutschland zu einer deutlichen Reduktion der Treibhausgasemissionen verpflichtet. Deutschland setzt sich dafür ein, dass beim Klimagipfel 2015 in Paris ein neues, verbindliches weltweites Klimaschutzabkommen verabschiedet wird. Darüber hinaus fördert das Bundesumweltministerium in Entwicklungs- und Schwellenländern Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel sowie zum Schutz klimarelevanter biologischer Vielfalt. 

Zum Seitenanfang

Nationale Klimapolitik

Um die ehrgeizigen deutschen Klimaschutzziele zu erreichen, hat die Bundesregierung eine Reihe von Maßnahmen angestoßen. Diese reichen von gesetzlichen Regelungen, wie dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bis hin zu Förderprogrammen, wie dem Gebäudesanierungsprogramm oder der Klimaschutzinitiative.

Das BMUB setzt sich insbesondere dafür ein, die im Jahr 2011 beschlossene Energiewende so zu gestalten, dass die Klimaschutzziele erreicht werden. Neben dem Umbau der Energieversorgung, spielen hierbei die Energieeffizienz, der Verkehrssektor und der Gebäudesektor wichtige Rollen. Mit den bisher ergriffenen Maßnahmen erreichen wir je nach Wirtschaftsentwicklung Projektionen zufolge bis 2020 nur etwa 33 Prozent Minderung. Es verbleibt also eine Lücke von 7 Prozentpunkten um unser Ziel. die Emissionen bis 2020 um mindestens 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, zu erreichen. Dazu müssen weitere Maßnahmen beschlossen werden. eine Lücke geschlossen werden, die Projektionen zufolge bei etwa 7 Prozent liegt. Daher plant das BMUB ein ressortübergreifendes Sofortprogramm für den Klimaschutz, das im Herbst 2014 verabschiedet werden soll.

Ein Beispiel für die konkrete Umsetzung von Klimaschutz mit einem integrierten Ansatz ist die im Jahr 2008 gestartete Klimaschutzinitiative. Mit dem umfangreichen Förderprogramm werden Potenziale zur Emissionsminderung kostengünstig erschlossen.

Zum Seitenanfang

Deutsche Anpassungsstrategie

Selbst wenn es gelingt, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf weniger als 2 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, werden Folgen des Klimawandels eintreten – auch in Deutschland. Um darauf vorbereitet zu sein, ist es nötig, rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen, mit denen die Auswirkungen von Klimaveränderungen (beispielweise Hochwasser und Stürme) unter Kontrolle gehalten werden können.

Deshalb hat die Bundesregierung im Dezember 2008 die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel beschlossen. Sie verfolgt das Ziel, die Anfälligkeit gegenüber Auswirkungen des Klimawandels zu verringern, beziehungsweise die Anpassungsfähigkeit natürlicher, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Systeme zu erhalten oder zu steigern.

Zum Seitenanfang

Jeder kann einen Teil zum Klimaschutz leisten

Klimaschutz beginnt im Alltag. Jeder Verzicht auf unnötige CO2-Emissionen ist eine Investition in unsere eigene Zukunft. Zum Klimaschutz trägt etwa bei, wer das Auto stehen lässt und auf das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel umsteigt, wer Fahrgemeinschaften bildet oder bei Kauf und Nutzung von Haushaltsgeräten, Beleuchtung, Heizungsanlagen oder Fahrzeugen auf sparsamen Gebrauch und energieeffiziente Technik achtet. Schon das konsequente Abschalten des Stand-by-Modus bei Elektrogeräten wie Druckern oder Fernsehern, würde in ganz Deutschland 14 Millionen Tonnen CO2 und zudem in vielen Haushalten bis zu 75 Euro Stromkosten im Jahr sparen.

Zum Seitenanfang

Logo: Weißer Twitter-Vogel auf blauem GrundYouTube-LogoRSS Icon in Orange

Navigation

zur Sprungnavigation

Themenportale