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EU-Umgebungslärmrichtlinie

Straßenbahn fährt in der Innenstadt über eine Trasse.

Ziel der EU-Umgebungslärmrichtlinie 2002/49/EG ist, ein europäisches Konzept festzulegen, um vorzugsweise schädliche Auswirkungen, einschließlich Belästigung, durch Umgebungslärm zu verhindern, vorzubeugen oder zu mindern. Wichtige Maßnahmen hierfür sind:

  1. Belastung durch Umgebungslärm ermitteln und anhand von Lärmkarten darstellen;
  2. Information der Öffentlichkeit über Umgebungslärm und seine Auswirkungen sicherstellen;
  3. für Belastungsbereiche Aktionspläne ausarbeiten, mit denen Lärmprobleme und Lärmauswirkungen, erforderlichenfalls einschließlich der Lärmminderung, geregelt werden.

Konkret fordert die Richtlinie die Ausarbeitung von Lärmkarten für Hauptverkehrsstraßen, Haupteisenbahnstrecken und Großflughäfen sowie für Ballungsräume. In Ballungsräumen werden zusätzliche Lärmquellen im Bereich Straßenverkehr, Schienenverkehr, Luftverkehr sowie Industrie- und Gewerbe erfasst. Lärmkarten waren zuletzt zum 30. Juni 2012 und Aktionspläne zum 18. Juli 2013 zu erstellen. Diese sind mindestens alle fünf Jahre zu überprüfen und bei Bedarf zu aktualisieren.

Zuständig für Lärmkarten und Aktionspläne sind in Deutschland die Gemeinden oder die nach Landesrecht zuständigen Behörden. An Schienenwegen der Eisenbahnen des Bundes ist das Eisenbahn-Bundesamt für die Ausarbeitung von Lärmkarten und seit 1. Januar 2015 für die Lärmaktionsplanung mit Maßnahmen in Bundeshoheit zuständig.

Die EU-Umgebungslärmrichtlinie soll auch als Grundlage für die Einführung von weiteren Maßnahmen der Europäischen Union zur Lärmminderung bei den wichtigsten Geräuschquellen dienen.

Umgesetzt wurde die EU-Umgebungslärmrichtlinie in Deutschland im Sechsten Teil des Bundes-Immissionsschutzgesetzes und der Verordnung über die Lärmkartierung (34. BImSchV). Die 34. BImSchV führte insbesondere die europäischen Lärmindizes LDEN (Tag-Abend-Nacht-Lärmindex für die allgemeine Belästigung) und LNight (Nacht-Lärmindex für Schlafstörungen) als Grundlage für die Ausarbeitung der Lärmkarten ein.

Berechnungsverfahren

Derzeit werden die Lärmindizes LDEN und LNight in Deutschland nach den Vorläufigen Berechnungsverfahren für den Umgebungslärm (veröffentlicht im Bundesanzeiger Beilage Nr. 154a vom 17. August 2006) ermittelt. Dafür wurden die nationalen Berechnungsverfahren an die neuen Lärmindizes und weitere Erfordernisse der EU-Umgebungslärmrichtlinie angepasst. Die Zahl der belasteten Menschen sowie die belasteten Flächen und die Zahl der belasteten Wohnungen, Schulen und Krankenhäuser werden mit der Vorläufigen Berechnungsmethode zur Ermittlung der Belastetenzahlen durch Umgebungslärm (veröffentlicht im Bundesanzeiger Nr. 75 vom 20. April 2007) ermittelt.

Ab 2019 sind EU-weit gemeinsame Berechnungsverfahren anzuwenden. Diese wurden in der "Richtlinie (EU) 2015/996 der Kommission vom 19. Mai 2015 zur Festlegung gemeinsamer Lärmbewertungsmethoden gemäß der Richtlinie 2002/49/EG des Europäischen Parlaments und des Rates" festgelegt.

Zuletzt geändert: 17.10.2016