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Verkehrslärm

Dichter Verkehr. Links ein Fahrradfahrer, rechts eine Schlange von Autos. Im Hintergrund eine Straßenbahn.

Der Lärm von Autos, Eisenbahnen und Flugzeugen schränkt die Lebensqualität vieler Menschen erheblich ein. Hohe Geräuschbelastungen können wissenschaftlichen Studien zufolge aber auch ein Risiko für die Gesundheit darstellen. Da der Verkehrslärm durch den kontinuierlichen Anstieg des Verkehrsaufkommens immer noch zugenommen hat, gehört er mittlerweile zu den größten Umweltproblemen. In den nächsten Jahren müssen daher ganz erhebliche Anstrengungen unternommen werden, um beim Schutz vor Verkehrslärm deutliche Fortschritte zu erzielen.

Grundsätzlich sollte die Lärmbekämpfung an der Quelle erfolgen. Leisere Straßen- und Schienenfahrzeuge sowie leisere Flugzeuge sind die effizienteste und nachhaltigste Methode, Lärm zu mindern. Um den vom Verkehr ausgehenden Lärm zu verringern, wurden für Fahrzeuge deshalb Geräuschgrenzwerte eingeführt. Heutige Pkw und Lkw sind z. B. deutlich leiser als Fahrzeuge früherer Generationen. Diese Entwicklung muss allerdings weiter vorangetrieben werden, um dem fortwährenden Anstieg des Verkehrsaufkommens zu begegnen.

Nationales Verkehrslärmschutzpaket II

Das für Verkehrslärm zuständige Bundesverkehrsministerium veröffentlichte 2007 ein Nationales Verkehrslärmschutzpaket. Es bündelte neue und bereits laufende Maßnahmen zum besseren Schutz der Bevölkerung vor Lärm. 2009 folgte das Nationale Verkehrslärmschutzpaket II (PDF extern). Ziel ist, die Verkehrslärmbelastung trotz steigenden Verkehrsaufkommens zu reduzieren. Um die Lärmbrennpunkte zu entlasten, soll die Lärmbelästigung durch die einzelnen Verkehrsträger ausgehend vom Jahr 2008 bis 2020 gesenkt werden:

  • um 20 % im Luftverkehr,
  • um 30 % im Straßenverkehr,
  • um 30 % in der Binnenschifffahrt,
  • um 50 % im Schienenverkehr.

Lärmvorsorge bei Straßen und Schienenwegen

Seit Inkrafttreten des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) im Jahr 1974 in den alten Bundesländern und im Jahr 1990 in den neuen Bundesländern müssen bei der Planung neuer Verkehrswege auch die Geräuschimmissionen berücksichtigt werden. Bei neuen Straßen und Schienenwegen ist eine angemessene räumliche Trennung zwischen Geräuschquellen und Wohngebieten anzustreben (§ 50 BImSchG). Schädliche Umwelteinwirkungen durch Verkehrsgeräusche sind beim Bau oder der wesentlichen Änderung von öffentlichen Straßen, Eisenbahnen und Straßenbahnen nach dem Stand der Technik zu vermeiden (§ 41 BImSchG). Eine Änderung ist nach der Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV) wesentlich, wenn:

  • eine Straße um mindestens einen Fahrstreifen oder ein Schienenweg um mindestens ein Gleis baulich erweitert wird;
  • der Beurteilungspegel durch einen erheblichen baulichen Eingriff um mindestens 3 dB(A) erhöht wird;
  • der Beurteilungspegel durch einen erheblichen baulichen Eingriff auf mindestens 70 dB(A) tags oder 60 dB(A) nachts erhöht wird.

Die Beurteilungspegel werden nicht gemessen, sondern mit den Verfahren der Anlagen 1 und 2 der Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV) berechnet. Die so ermittelten Beurteilungspegel müssen folgende Immissionsgrenzwerte einhalten:

Tabelle Immissionsgrenzwerte nach der Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV)

Lärmvorsorge: Neue oder wesentlich geänderte Straßen und SchienenwegeTag (6 – 22 Uhr)Nacht (22 – 6 Uhr)
an Krankenhäusern, Schulen, Kurheimen und Altenheimen 57 dB(A)47 dB(A)
in reinen und allgemeinen Wohngebieten und Kleinsiedlungsgebieten 59 dB(A)49 dB(A)
in Kerngebieten, Dorfgebieten und Mischgebieten 64 dB(A)54 dB(A)
in Gewerbegebieten 69 dB(A)59 dB(A)

Die Grenzwerte sollen durch die Trassierung und aktive Maßnahmen, wie Schallschutzwände und -wälle, erreicht werden. Wenn dies ausnahmsweise nicht möglich ist, kommen bauliche Schallschutzmaßnahmen an den betroffenen Wohngebäuden, wie Schallschutzfenster, nach der Verkehrswege-Schallschutzmaßnahmenverordnung (24. BImSchV) in Frage.

Lärmsanierung bei Straßen und Schienenwegen

Die Verkehrslärmschutzverordnung gilt nur für den Neu- und Ausbau von Straßen und Schienenwegen. Für bestehende Verkehrswege gibt es keinen Rechtsanspruch auf Lärmschutz. Deshalb hat die Bundesregierung für Verkehrswege, die vor 1974 gebaut wurden, Lärmsanierungsprogramme eingeführt. Das seit 1978 erfolgreich laufende Lärmsanierungsprogramm für Bundesfernstraßen hat wesentlich zur Verbesserung in hoch belasteten Bereichen beigetragen. Auch das seit 1999 laufende Lärmsanierungsprogramm für Schienenwege der Eisenbahnen des Bundes erfasst zunehmend mehr Streckenabschnitte. Lärmsanierungsmaßnahmen können durchgeführt werden, wenn folgende Immissionswerte überschritten sind:

Tabelle Immissionsgrenzwerte nach der Verkehrslärmschutzverordnung (16. BImSchV)

Lärmsanierung: bestehende Straßen und SchienenwegeTagNacht
an Krankenhäusern, Schulen, Kurheimen, Altenheimen, in reinen und allgemeinen Wohngebieten, Kleinsiedlungsgebieten67 dB(A)57 dB(A)
in Kerngebieten, Dorfgebieten, Mischgebieten 69 dB(A)59 dB(A)
in Gewerbegebieten 72 dB(A)62 dB(A)

Ergänzt wird die Lärmsanierung durch Lärmkarten und Aktionspläne nach der EU-Umgebungslärmrichtlinie.

Zuletzt geändert: 27.04.2016