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Stand: 01.07.2014

Fragen und Antworten zum Förderprogramm Elektromobilität des Bundesministeriums

Welche Bedeutung hat die Elektromobilität für den Klima- und Umweltschutz?

Der Verkehr trägt aktuell rund 20 Prozent zu den Treibhausgasemissionen in Deutschland bei. Daran wiederum haben PKW einen Anteil von rund 60 Prozent. Maßnahmen zur weiteren Steigerung der Effizienz von Verbrennungsmotoren oder Nutzung nachhaltiger Biokraftstoffe bleiben auch in Zukunft wichtig. Allerdings werden sie allein nicht ausreichen, um unsere Klimaschutzziele im Bereich Verkehr zu erreichen. Hier kann die Elektromobilität einen wesentlichen Beitrag leisten – sofern der Fahrstrom aus erneuerbaren Energien stammt. Denn mit der zunehmenden Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen werden Elektrofahrzeuge automatisch immer sauberer.

Hinzu kommt: Da bei der Ölförderung zunehmend schwerer zugängliche Ölvorkommen erschlossen werden müssen, werden Benzin und Diesel tendenziell noch belastender für Umwelt und Klima. Ein weiterer Pluspunkt von Elektrofahrzeugen ist, dass sie in Zukunft auch zur Stabilisierung der Stromnetze beitragen können. Und zwar indem sie mit Hilfe intelligenter Ladetechnologie überschüssige Energie – zum Beispiel bei hohem Windaufkommen – flexibel aufnehmen. Elektromobilität ist ein Bekenntnis zum heimischen Strom statt importierten Erdöl. Das macht nicht zuletzt auch ökonomisch Sinn: Denn Pro Jahr gibt allein die Europäische Union mehr als 500 Milliarden Euro für Rohöleinfuhren aus. Und schließlich stoßen Elektrofahrzeuge keine Schadstoffe aus und verursachen weniger Lärm, was die Lebensqualität in unseren Städten deutlich erhöht

Warum fördert das Bundesministerium mit öffentlichen Mittel Projekte zur Forschung und Entwicklung von Elektroautos? Sollte dies nicht Aufgabe der Automobilhersteller sein?

Aus ökologischer Sicht ist es sinnvoll, die Forschung und Entwicklung von Umwelttechnologien zügig voranzutreiben, weil dadurch mittel- bis langfristig Emissionen deutlich reduziert und Ressourcen geschont werden. Die Evaluierungsberichte unabhängiger Institute belegen, dass durch die Förderungen Projekte durchgeführt werden, die ansonsten deutlich später realisiert worden wären. Aus ökonomischer Sicht dient die Förderung der Stärkung der Wettbewerbsposition deutscher Unternehmen und der damit verbundenen Arbeitsplätze.

Wer entscheidet über die Vergabe der Fördermittel des Bundesministeriums?

Grundlage für Fördermittel sind öffentliche Förderbekanntmachungen. Die eingehenden Projektskizzen werden dann von den Projektträgern des Bundesministeriums inhaltlich bewertet. Die endgültigen Vergabeentscheidungen erfolgten stets und ausschließlich im Bundesministerium.

Gingen die Fördermittel nur an die großen Automobilhersteller?

Das Bundesministerium hat bisher insgesamt 108 Zuwendungsempfänger unterstützt. Darunter waren zahlreiche universitäre und nichtuniversitäre Forschungseinrichtungen, kleine und mittelständische Unternehmen sowie Stadtwerke. Da die Förderung anteilig zu den eingesetzten Mitteln erfolgt, liegt es in der Natur der Sache, dass große Unternehmen, die selber höhere Summen in Projekte einbringen und in der Regel größere Forschungsprojekte initiieren, auch die höchsten Förderungen erhalten.

Bei allen geförderten Projekten müssen die Forschungsnehmer aber einen erheblichen Eigenanteil beitragen. Dieser beträgt je nach Größe des Unternehmens (bei kleinen und mittelständischen Unternehmen weniger, bei großen Unternehmen mehr) und dem Stand der Forschung zwischen 50 und 75 Prozent. Nur Forschungseinrichtungen erhalten eine Zuwendung von bis zu 100 Prozent. 

Weitere Informationen:

Karte: FuE-Projekt-Partner (PDF extern, 3,7 MB)

Stehen die geförderten Technologien bei den genannten Projekten der Allgemeinheit und damit auch Wettbewerbern zur Verfügung? Oder bleibt die mit Steuergeldern entwickelte Technologie den einzelnen Konzernen vorbehalten?

Die Technologien selbst stehen den Unternehmen zur Verfügung, die sie entwickelt haben. Das ist bei Zuwendungen für Projekte im Bereich der Forschung und Entwicklung in Deutschland wie im Ausland übliche Praxis. Die Untersuchungsberichte sind aber öffentlich. Sie werden zum einen in der Technischen Innovationsbibliothek Hannover (TIB), zum anderen auf der Projektseite www.erneuerbar-mobil.de veröffentlicht.

Worin unterscheiden sich die Flottenversuche des Bundesministeriums zum Beispiel von den Modellregionen des BMVI? Wird hier nicht vieles doppelt und dreifach getestet?

Bei den Feldversuchen des Bundesministeriums stehen entsprechend den Zuständigkeiten des Umweltressorts die Ermittlung der Umwelt- und Klimabilanz der Elektrofahrzeuge und deren Verknüpfung mit erneuerbaren Energien im Vordergrund. Durch diese Feldversuche werden wichtige Erkenntnisse für die künftige Ausgestaltung umweltpolitischer Rahmenbedingungen gewonnen. In den Modellregionen des BMVI werden schwerpunktmäßig die Aspekte der Mobilität und der Integration von Elektrofahrzeugen in das Verkehrssystem untersucht. 

Welche Erkenntnisse hat das Bundesministerium bei den Feldversuchen bisher gewonnen?

Bisher wurden 12 Vorhaben mit Flottenversuchen im Personenverkehr abgeschlossen. Die Ergebnisse aus Nutzerbefragungen und Praxistests mit PKW haben gezeigt, dass Elektromobilität im urbanen Raum schon heute alltagstauglich gestaltet werden kann. Faktoren, wie die begrenzte Reichweite oder Ladezeiten von rein elektrischen Fahrzeugen stellten für die meisten teilnehmenden Nutzer keine Einschränkung dar. Daneben konnten die Erkenntnisse aus den Projekten zur Entwicklung kostengünstigerer Plug-In-Hybrid- und Elektrofahrzeugkonzepte beitragen. Es wurden auch die technischen, wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen des gesteuerten Ladens eingehend untersucht. Dabei konnten wesentliche Verbesserungen der Effektivität und Effizienz im Zusammenwirken zwischen Energieinfrastruktur und Fahrzeugflotte erreicht werden. Für das kabellose (induktive) Laden konnten Verfahren entwickelt werden, die einen Wirkungsgrad von mehr als 90 Prozent gegenüber dem kabelgebundenen (konduktiven) Laden erreichen.

Vier weitere Vorhaben beschäftigten sich mit der Erforschung alltagstauglicher elektrischer Nutzfahrzeugmodelle im urbanen Wirtschaftsverkehr. Neben der Erprobung elektrifizierter Zustellfahrzeuge im alltäglichen Betrieb wurden auch Fahrzeugkonzepte im Hinblick auf die Anforderungen des Verteilerverkehrs und die Eigenschaften von elektrischen Fahrzeugen (Reichweite, Ladezeiten, Laderaum) völlig neu entwickelt und getestet. Gerade Fahrzeuge der Transporterklasse stellen ein vielversprechendes Fahrzeugsegment für den elektromobilen Wirtschaftsverkehr dar. Daneben wurde im Projekt ENUBA ein anwendungsnahes Gesamtsystem für elektrisch betriebene, fahrzeugdrahtgebundene LKW im Straßengüterverkehr entwickelt. Im Betrieb auf einer Teststrecke wurde die Machbarkeit des Gesamtsystems, wie etwa das automatische An- und Abbügeln des Stromabnehmers oder die elektrische Bremsung, bei der Energie zurück ins Netz gespeist wird, demonstriert. Die Flottenversuche im Wirtschaftsverkehr tragen dazu bei, auch in diesem wachsenden Segment (und maßgeblichem Verursacher von Umweltbelastungen) den Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz zu verbessern.

Was sind die Schaufenster Elektromobilität?

Die Schaufenster Elektromobilität sind groß angelegte regionale Demonstrations- und Pilotvorhaben. Sie sind Erprobungsraum und Versuchslabor, um offene Fragestellungen zu beantworten, zum Beispiel zu den Infrastrukturanforderungen oder zur Nutzerakzeptanz. Zugleich sind sie ein Experimentierfeld, in dem deutsche Technologiekompetenz und regionale Umsetzungskonzepte ausprobiert, demonstriert und auf Praxistauglichkeit und Umweltauswirkungen getestet werden. In den Schaufenstern Elektromobilität verbindet sich das Engagement von Industrie, Wissenschaft, öffentlicher Hand und den Menschen vor Ort, um Elektromobilität in Deutschland zukunftsfähig zu gestalten. Damit wurde ein innovatives Programm geschaffen, bei dem die Bereiche Energieversorgung, Elektrofahrzeug und Verkehrssystem systemübergreifend miteinander verknüpft werden.

Als Schaufenster sind von einer Fachjury diejenigen Vorhaben ausgewählt worden, in denen die innovativsten Elemente der Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem gebündelt und deutlich – auch international – sichtbar gemacht werden. Im April 2012 hat die Bundesregierung entschieden, dass folgende vier Schaufenster gefördert werden:

  • Living Lab BW E-Mobil (Baden-Württemberg)
  • Internationales Schaufenster der Elektromobilität (Berlin/Brandenburg)
  • Unsere Pferdestärken werden elektrisch (Niedersachsen)
  • Elektromobilität verbindet (Bayern/Sachsen)

Weitere Informationen:

Schaufenster Elektromobilität

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