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Kurzinfo Verkehr

Verkehr und Umwelt - Worum geht es?

Mobilität hat einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft. Eine gut ausgebaute Infrastruktur sowie flexible, verlässliche und zunehmend miteinander verknüpfte Verkehrssysteme sind auch wichtige Voraussetzungen für eine funktionierende Wirtschaft. Unsere weitgehend auf individuellem (Auto-)Verkehr beruhende Mobilität bringt sich jedoch immer öfter an die eigenen Grenzen.

Der heutige Verkehr ist zu circa 95 Prozent von fossilen Brennstoffen abhängig. Folge sind unter anderem Beeinträchtigungen der Umwelt sowie der Gesundheit und der Lebensqualität der Menschen durch Luftverschmutzung und Klimaveränderung. So gehen in Deutschland rund 20 Prozent der direkten CO2-Emissionen auf das Konto des Verkehrs, circa 95 Prozent davon werden im Straßenverkehr erzeugt. Mehr als die Hälfte aller Bürgerinnen und Bürger fühlen sich durch Verkehrslärm belästigt. Der Infrastrukturausbau führt zu Zerschneidungen der Landschaft und Flächenversiegelung. Und der Verkehr benötigt viel Platz, der gerade in Städten ein knappes Gut ist.

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Ziele

Ziel einer nachhaltigeren Verkehrspolitik ist daher, wachsende Mobilitätsbedürfnisse und Umwelt- und Gesundheitsanforderungen deutlich besser miteinander zu vereinbaren.

Das bedeutet: Weniger Ausstoß von Schadstoffen (vor allem Feinstaub und Stickstoffoxide) und Lärm sowie weniger Flächen- und Ressourcenverbrauch.

Der Verkehr muss außerdem einen signifikanten Beitrag zum Erreichen des deutschen Klimaschutzziels leisten. Nur so können in Deutschland bis zum Jahre 2020 die Treibhausgasemissionen um 40 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden. Gemäß Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung soll auch der Verkehr bis zur Mitte des Jahrhunderts weitgehend klimaneutral werden.

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Politik der Bundesregierung

Mobilität umweltverträglich gestalten

Die zentrale Aufgabe einer nachhaltigen, umweltorientierten Verkehrspolitik sieht die Bundesregierung darin, die gesellschaftlich notwendige Mobilität möglichst umweltverträglich zu gestalten. Eine besondere Herausforderung liegt dabei in der Bewältigung der stetig wachsenden Verkehrsmengen.

Eine nachhaltige und damit zukunftsfähige Mobilität wird durch ein Verkehrssystem erreicht, das sicher und sauber, klimafreundlich und effizient, leise und bezahlbar ist. Die zentralen Säulen sind dabei effizientere und neue Technologien auf der Fahrzeug- und Energieseite, und die Verlagerung von Verkehr auf besonders umweltfreundliche Verkehrsmittel. Unterstützt wird dieser Ansatz von einer integrierten Siedlungsentwicklung, die kurze Wege und eine gemischte und kompakte Stadtstruktur begünstigt. Denn eine besondere Herausforderung liegt in der Bewältigung der stetig wachsenden Verkehrsmengen.

Gute Erfolge …

Die deutsche Umweltpolitik hat in vielen Bereichen bereits dafür gesorgt, dass Umweltbelastungen reduziert werden konnten. Im Straßenverkehr konnten bei den regulierten Schadstoffemissionen (für Partikel, Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe und bei Stickstoffoxiden) durch anspruchsvolle Abgasgrenzwerte und Vorschriften, aber auch durch ökonomische Anreize, wie die ökologische Steuerreform oder die Lkw-Maut, erreicht werden. Der Ausstoß von Kohlenmonoxid (CO) sank - trotz eines Anstiegs der Fahrleistung um 37 Prozent - im Zeitraum von 1990 bis 2016 um 88 Prozent, Stickstoffoxide (NOX) um 65 Prozent, Kohlenwasserstoffe um 91 Prozent und Partikel (PM) um 77 Prozent. Zudem tragen Maßnahmen auf kommunaler Ebene, beispielsweise Umweltzonen, dazu bei, die Umweltbelastungen des Verkehrs weiter zu senken. Die Weiterentwicklung der europäischen Abgasstandards leistet einen wesentlichen Beitrag, den Schadstoffausstoß noch weiter zu verringern. Es bedarf jedoch weiterer Anstrengungen und deutlicher Emissionsminderungen im Straßenverkehr, um die Ziele im Bereich des Klimaschutzes und der Luftreinhaltung zu erreichen.

… und weitere Anstrengungen

Beim Rückgang der CO2-Emissionen des Verkehrs ist Deutschland hingegen bisher nur bedingt auf Kurs. Die Energieeffizienz der Kraftfahrzeuge verbessert sich zwar seit Jahren: 2016 wurde bei Pkw-Neuzulassungen ein durchschnittlicher CO2-Messwert von 127 Gramm CO2 pro Kilometer erreicht. Im Vergleich zu 2009 entspricht dies einer Reduzierung von 18 Prozent. Allerdings sind die tatsächlichen Emissionen auf der Straße nicht im selben Maße zurückgegangen, weswegen ab September 2017 ein neues Messverfahren für Neufahrzeuge eingeführt wird, welches die typischen Fahranforderungen des Alltags näher abbildet. Zudem wurden Effizienzgewinne durch eine höhere gesamte Fahrleistung ausgeglichen. Somit sind bislang sind die absoluten Treibhausgasemissionen des Verkehrs seit 1990 – anders als in allen anderen Bereichen unserer Volkswirtschaft nicht gesunken. Daher hält die Bundesregierung auch im Verkehrsbereich noch weitere Anstrengungen für notwendig, damit auch hier ein angemessener Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann.

Förderung der Elektromobilität

Die Elektromobilität kann einen zentralen Baustein liefern, um den Verkehr durch den sehr effizienten und lokal abgasfreien Antrieb sowie die Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energien umweltfreundlicher zu gestalten. Elektromobilität bietet die Chance, zentrale Ziele der Umweltpolitik mit einer zukunftsfesten Industrie- und Verkehrspolitik sinnvoll zu verbinden. Das Bundesumweltministerium fördert die Entwicklung der Elektromobilität in Deutschland und trägt damit dazu bei, dass Deutschland bei den Umwelttechnologien Spitze bleibt - auch im Verkehr.

Mit dem Regierungsprogramm Elektromobilität soll erreicht werden, dass bis zum Jahr 2020 auf Deutschlands Straßen eine Million Elektrofahrzeuge rollen, die mit erneuerbaren Energien angetrieben werden und somit zum Klimaschutz beitragen. Bis 2030 strebt das Energiekonzept der Bundesregierung sechs Millionen Elektrofahrzeuge an. Elektromobilität bildet zudem einen zentralen Baustein des Klimaschutzplans 2050.

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Förderung des Umweltverbunds

Die Bundesregierung fördert auch die Verkehrsmittel des Umweltverbunds, also die öffentlichen Verkehrsmittel wie Bus und Bahn, den Rad- und Fußverkehr und das Carsharing. Im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) ist hieran auch das Bundesumweltministerium beteiligt. Gefördert werden zum Beispiel die Anschaffung von Elektrobussen und der Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur. Zudem unterstützt der Bund die Entwicklung des Carsharings, unter anderem durch das Carsharing-Gesetz.

Klimaschutz im Güterverkehr und bei den internationalen Verkehrsträgern

Häufig weniger im Blickpunkt des Einzelnen stehen der Straßengüterverkehr sowie der Luft- und Seeverkehr. Diese Segmente des Verkehrs stehen jedoch für einen erheblichen Teil der Umweltbeeinträchtigungen und wachsen zudem stark. Daher setzt sich die Bundesregierung auch hier für Fortschritte und Verbesserungen ein. Beispiele hierfür sind die Maßnahmen zur Begrenzung der Luftverkehrsemissionen im Rahmen der Luftfahrtorganisation der Vereinten Nationen ICAO, genauer gesagt das Instrument CORSIA, und die Vorbereitung einer vergleichbaren Maßnahme für den Seeverkehr. Beim inländischen Güterverkehr geht es nicht nur darum, Güter auf die Bahn oder das Binnenschiff zu verlagern. Denn die heutige Wirtschafts- und Güterstruktur spricht nicht immer nur für diese Verkehrsträger. Daher muss auch der Straßengüterverkehr deutlich umweltfreundlicher werden. Hierzu bestehen zum Beispiel Feldversuche zur Elektrifizierung des Lkw – nicht als Konkurrenz zur Bahn sondern als ebenso dringend notwendige Option zum Klimaschutz bei Lkw-Transporten.

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Zuletzt geändert: 17.10.2017