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Die Alpen – Vielfalt in Europa

Bilanz des deutschen Vorsitzes 2015 bis 2016

Die Bundesrepublik Deutschland hat 2015 bis 2016 den Vorsitz in den Gremien der Alpenkonvention geführt. Mit der XIV. Alpenkonferenz endete der deutsche Vorsitz am 13. Oktober 2016 und ging an Österreich über. Die Bundesregierung und der Freistaat Bayern, das einzige deutsche Land im Perimeter der Alpenkonvention, haben den deutschen Vorsitz gemeinsam gestaltet.

Auf der Grundlage der Rahmenkonvention, ihrer Protokolle und Deklarationen sowie im Einklang mit dem Mehrjahresprogramm 2011 bis 2016 hat Deutschland in enger Zusammenarbeit mit den Vertragsparteien, Beobachtern, der Zivilgesellschaft, den alpinen Netzwerken und dem Ständigen Sekretariat einen konkreten Beitrag zum Erhalt und zur Entwicklung der einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft der Alpen im Zeitraum 2015 bis 2016 geleistet.

Was uns wichtig war

Die in der Alpenkonvention geforderte ganzheitliche Politik zur Gewährleistung des Schutzes und gleichermaßen einer nachhaltigen Entwicklung im Alpenraum stand im Mittelpunkt unserer Aktivitäten. Deutschland hat dabei der Politik des "Grünen Wirtschaftens im Alpenraum" besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Unser Fokus war auf die praxisnahe Umsetzung und Wahrnehmung der Alpenkonvention vor Ort gerichtet. Hierzu wurden konkrete gemeinsame Projekte der Alpenstaaten angeregt. Insbesondere das von der EU geförderte INTERREG V B – Kooperationsprogramm Alpenraum 2014 bis 2020 mit seiner transnationalen Zusammenarbeit wurde intensiv genutzt, um neue Projekte zu entwickeln. Im Oktober 2016 hat das Alpenraumprogramm weitere 23 Projekte bewilligt. Im Zeitraum 2017 bis 2019 stellt das Bundesumweltministerium für insgesamt sieben Projekte (AlpES, AlpGov, ALPBIONET2030, Links4Soils, GaYA, PlurAlps, YOUrALPS) nationale Kofinanzierung zur Verfügung.

Expertenwissen, Kenntnis und Verständnis der Besonderheiten des Alpenraums sind in den Arbeitsgruppen und Plattformen der Alpenkonvention gebündelt. Diesen Gremien haben wir daher eine besonders verantwortungsvolle Rolle bei der Entwicklung gemeinsamer Projekte und der Anwendung ihrer Ergebnisse beigemessen.

Die Alpenkonvention kann nur zusammen mit den Bewohnern des Alpenraums mit Leben erfüllt und wahrgenommen werden Die Zivilgesellschaft und die alpinen Netzwerke waren daher wichtige Partner des deutschen Vorsitzes. Das Bundesumweltministerium hat Projekte der alpinen Netzwerke und NGOs mit mehr als 1,4 Millionen Euro gefördert. Diese gemeinsamen Projekte haben die Alpenwoche 2016 unter dem Motto "Alpen & Menschen" inhaltlich vorbereitet. Die Verknüpfung der Alpenwoche und der XIV. Alpenkonferenz ermöglichte den alpinen Netzwerken und der alpinen Bevölkerung einen direkten Dialog mit der Politik.

Mehrjähriges Arbeitsprogramm 2017-2022

Während des Vorsitzes leitete das Bundesumweltministerium eine internationale Arbeitsgruppe zur Erarbeitung des dritten Mehrjährigen Arbeitsprogramms der Alpenkonferenz für die Jahre 2017-22. Im Vorfeld führte das BMUB eine Befragung relevanter, nichtstaatlicher Akteure sowie einen Workshop mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaft durch, um Anregungen für die strategische Ausrichtung der zukünftigen Arbeit der Alpenkonferenz zu sammeln.

Im Ergebnis beinhaltet das neue Arbeitsprogramm sechs thematische Prioritäten:

  • Menschen und Kultur
  • Klimawandel
  • Biodiversität und Landschaft
  • Grünes Wirtschaften
  • Nachhaltiger Verkehr
  • Rolle der Alpenkonvention in der EU-Strategie für den Alpenraum

Darüber hinaus betont das Arbeitsprogramm die Notwendigkeit einer interdisziplinären und integrierten Arbeitsweise in Partnerschaft mit Akteuren unter anderem aus der Zivilgesellschaft, Forschung, internationalen und europäischen Organisationen. In einer sogenannten Roadmap werden ausgewählte Projekte für die Umsetzung des Arbeitsprogramms festgehalten. Die Roadmap soll alle zwei Jahre von der Alpenkonferenz evaluiert und fortgeschrieben werden.

Die XIV. Alpenkonferenz unter deutschem Vorsitz verabschiedete schließlich eine Erklärung zum Arbeitsprogramm, die die Vision der Vertragsparteien zur Zukunft der Alpen als Modellregion für nachhaltige Entwicklung vorstellt.

Mehrjähriges Arbeitsprogramm der Alpenkonferenz 2017-2022

Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft in den Alpen

Alpenbahn

Die Alpen sollen zu einer Modellregion für klimafreundliches und ressourcenschonendes Wirtschaften werden. Auf Initiative Deutschlands verabschiedete die XIV. Alpenkonferenz entsprechende Empfehlungen. Die Alpen sind besonders stark vom Klimawandel betroffen: Gletscher schmelzen, Schneegrenzen verschieben sich, Artenvielfalt geht verloren. Die Alpen brauchen unseren Schutz. Die Region ist auf den weltweiten Klimaschutz angewiesen, hat aber auch selbst viel beizutragen. Deshalb hat die Alpenkonferenz Empfehlungen beschlossen, wie die Alpen zu einer Modellregion für eine klimafreundliche und ressourcenschonende Entwicklung in Europa werden können.

Erklärung zur Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft in den Alpen (PDF barrierefrei, 460 KB)

Biodiversität

Zwei Murmeltiere in Nahaufnahme vor einer Bergkulisse

Ökologischer Verbund in den Alpen

In den Alpen zeigt sich besonders deutlich, wie wichtig Naturschutz ist und dass Naturschutz nicht an nationale Grenzen gebunden sein kann. Dabei geht es nicht nur darum, Arten und Lebensräume zu erhalten, sondern ganze Landschaftsräume zu betrachten. Auf diese Weise ist der ökologische Verbund zu einem zentralen Element des multinationalen Naturschutzes geworden. Das europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 hat mit seinen hunderten von Schutzgebieten in den Alpen wesentlichen Anteil daran. Die ökologische Vernetzung in Europa leistet auch einen Beitrag zu einem weltweiten Netzwerk von Schutzgebieten.

Die Alpenkonvention ist der Rahmen, in dem der ökologische Verbund umgesetzt wird. Alle Vertragsparteien der Alpenkonvention sollen ihre nationalen und regionalen Ansätze miteinander abstimmen und grenzübergreifend kooperieren. Damit der Reichtum an verschiedenen Lebensräumen und Arten in den Alpen erhalten bleibt.

Über die gemeinsame Plattform "Ökologischer Verbund der Alpenkonvention" fördern Deutschland und Frankreich seit über zwölf Jahren den Aufbau eines alpenweiten Verbunds. Wesentlicher Partner ist dabei das Netzwerk Alpiner Schutzgebiete ALPARC.

Nominierung neuer Pilotregionen

Im Rahmen der XIV. Alpenkonferenz konnten zwei neue Pilotregionen des ökologischen Verbundes nominiert werden. Mit dem französischen Teil der Mont Blanc Region und dem Gebiet um das Achental in Bayern sind es jetzt 10 Regionen, die sich besonders um eine Vernetzung von Lebensräumen im Alpenraum und damit um den Erhalt von Biodiversität bemühen.

Die Aktivitäten der acht Pilotregionen, die seit 2011 als solche ausgewiesen sind, wurden erfolgreich evaluiert und dürfen sich auch weiterhin als Pilotregion des ökologischen Verbundes der Alpenkonvention bezeichnen. Neben den positiven Entwicklungen für die Natur zeigte sich auch, dass einige Regionen ihre Ausweisung als Pilotregion erfolgreich für die Außendarstellung oder die interne Kooperation nutzen konnten. Die Erfahrungen der letzten fünf Jahre wurden von den Vertretern aller Pilotregionen im Rahmen eines Workshops am 12. Oktober 2016 diskutiert.

Publikation "Alpine Nature 2030" (englisch)

Clip "Fisch"

Clip "Steinbock"

Clip "Bartgeier"

Nachhaltiger Tourismus

externer Link zur Broschüre

Wintertourismus im Klimawandel

Wie wirkt sich der Klimawandel auf den Tourismus in den Wintermonaten aus? Nicht nur im deutschen Alpenraum beschäftigen sich viele Menschen, für die der Tourismus die Existenzgrundlage ist, mit dieser Frage. Die Klimaerwärmung, die in den Alpen noch schneller voranschreitet als im Flachland, wirkt sich schon heute sichtbar auf den vom Schneefall abhängigen Wintertourismus in den Alpen aus. Die Broschüre fasst die aktuellen klimatischen und touristischen Trends im Wintertourismus zusammen und zeigt, wie sich die Erwartungen deutscher Urlauber an einen Urlaub während der Wintermonate in den letzten Jahren entwickelt haben. Wie das Winterangebot im Alpenraum trotz des erheblichen Wettbewerbs mit anderen in- und ausländischen Destinationen zukunftsfähig gestaltet werden kann, wird in Anpassungsstrategien für Tourismusdestinationen und entsprechenden Beispielen verdeutlicht, die alle Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung berücksichtigen.

Publikation (PDF extern, 6 MB)

Arbeitsgruppe Tourismus

Die Umsetzung des 4. Alpenzustandsberichts "Nachhaltiger Tourismus" setzen wir kontinuierlich fort. Zentraler Akteur dafür ist die Ende 2014 erstmals eingerichtete Arbeitsgruppe Tourismus unter deutsch-italienischem Ko-Vorsitz, die sich mit der Inwertsetzung von Naturerbestätten (z. B. Dolomiten) und der Frage, wie nachhaltige Tourismusansätze besser in den Alpen verankert werden können, befasste. Eine vom deutschen Vorsitz organisierte Konferenz der Alpenstaaten und Beobachter zum Thema "Nachhaltiger Tourismus in den Alpen: Eine Herausforderung (ohne Alternative)" am 8. Juni 2016 in Sonthofen hat verdeutlicht, dass es schon sehr gute und übertragbare Beispiele für nachhaltige Tourismuskonzepte in den Alpen gibt. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe und der Konferenz fließen als Politikempfehlungen in die XIV. Alpenkonferenz mit ein. Vorrangig dabei ist die Vernetzung der unterschiedlichen Akteure wie Hoteliers, Veranstaltern von Aktivitäten vor Ort, Tourismusverantwortlichen und Mobilitätsdienstleistern.

Programm vom 8. Juni 2016: "Nachhaltiger Tourismus in den Alpen" (PDF extern, 772 KB)

Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel

Die Alpen sind vom fortschreitenden Klimawandel besonders betroffen. Die Temperaturen sind hier in den letzten 100 Jahren doppelt so stark gestiegen wie im weltweiten Durchschnitt, damit sind die Alpen sozusagen eine Art "Klima-Frühwarnsystem". Nirgendwo sonst in Europa befinden sich auf vergleichsweise kleiner Fläche so viele sensible und durch den Klimawandel bedrohte Naturräume wie hier.

Der Klimawandel und die Bewältigung seiner Folgen waren deshalb ein Schwerpunktthema der deutschen Präsidentschaft. Ziel war es, einen Beitrag zu leisten, um den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel stärker in der Alpenkonvention zu verankern und deren Stellenwert bei der Umsetzung zu erhöhen. Die erfolgreiche Pariser Klimakonferenz (COP 21) im Dezember 2015 und die Einigung der Weltgemeinschaft auf ein neues Klimaabkommen waren wichtige internationale Ereignisse, die die Präsidentschaft prägten. Sie gaben auch dem deutschen Engagement für mehr Klimaschutz im Alpenraum Rückenwind. So hat der deutsche Vorsitz nach der COP 21 eine Diskussion im Rahmen des Ständigen Ausschusses über die Schlussfolgerungen und weiteren Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels im Rahmen der Alpenkonvention initiiert. Die XIV. Alpenkonferenz verständigte sich daraufhin erstmals auf das gemeinsame, langfristige Ziel, einen "klimaneutralen Alpenraum 2050" zu entwickeln, wie es in der Minister-Erklärung zur Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft festgehalten ist.

Im Mehrjährigen Arbeitsprogramm 2017 bis 2022 (MAP) wurden der Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel entsprechend als prioritäres Handlungsfeld aufgenommen und die Erarbeitung einer umfassenden Klimaneutralitätsstrategie gefordert. Die "Vision erneuerbare Alpen", der Klimaaktionsplan von Evian (2009) sowie der 6. Alpenzustandsbericht "Grünes Wirtschaften im Alpenraum" stellen dafür eine hervorragende Grundlage dar. Beschlossen wurde die Einrichtung eines alpinen Klimabeirats. Er soll nach einer Bestandsaufnahme der bisherigen klimarelevanten Beschlüsse und Aktivitäten im Rahmen der Alpenkonvention Vorschläge für ein konkretes Zielsystem mit Blick auf die Perspektive klimaneutraler Alpenraum 2050 unterbreiten. Die Rolle der Kommunen bei der Bekämpfung des Klimawandels wurde durch die deutsche Präsidentschaft ebenfalls gestärkt. Die XIV Alpenkonferenz beschloss, die Zusammenarbeit der Kommunen im Klimaschutz zu vertiefen, unter anderem im Rahmen eines Klimabündnisses der Kommunen.

Darüber hinaus hat die deutsche Präsidentschaft eine Reihe von konkreten Klimaschutzprojekten umgesetzt, darunter zum Beispiel:

Kommunaler Klimaschutz

Unter dem Motto: "Klimaschutz jetzt! Alpengemeinden setzen um" fand im Oktober 2015 im Kloster Benediktbeuern mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) eine internationale Tagung zum kommunalen Klimaschutz im Alpenraum statt. Die Tagung hat anschaulich gezeigt, dass den Städten und Gemeinden eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung von Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel im Alpenraum zukommt. Zugleich wurde auch deutlich, dass die Potenziale für den kommunalen Klimaschutz im Alpenraum noch bei weitem nicht ausgeschöpft sind. Insbesondere fehlt es nach Auffassung der Konferenzteilnehmer an einem Netzwerk für einen alpenweiten Erfahrungsaustausch, an der notwendigen Ausgestaltung der Rahmenbedingungen sowie personellen und finanziellen Kapazitäten. Auf Initiative der Veranstalter CIPRA, Allianz in den Alpen und Alpenstadt des Jahres wurde ein Appell der Alpenkommunen an die Teilnehmer des Weltklimagipfels in Paris verabschiedet, den die Parlamentarische Staatssekretärin im BMUB Rita Schwarzelühr-Sutter entgegennahm und im Rahmen der COP 21 in Paris im Dezember 2015 der Öffentlichkeit vorstellte.

Internationale Tagung zum kommunalen Klimaschutz

Rückenwind für COP21 Verhandlungen aus den Alpen

Klimaschutz in Hotellerie und Gastronomie

Mit dem Projekt "Klimaschutz und Energieeffizienz in Hotellerie und Gastronomie im Alpenraum" wurde erstmals eine alpenweite Plattform für diesen wichtigen Wirtschaftszweig geschaffen. Sie ermöglicht, sich einen Überblick über bereits bestehende Initiativen in den Alpenländern zu verschaffen, eine stärkere Vernetzung der Branche und den Erfahrungsaustausch zu Energie- und Klimafragen voranzubringen. Damit soll nicht nur der Klimaschutz im Alpentourismus gestärkt, sondern auch die Qualität der touristischen Angebote erhöht, die Wettbewerbsfähigkeit verbessert und Kosteneinsparpotenziale in den Unternehmen erhoben werden. Die Alpenkonferenz 2016 beschloss eine Fortführung des Projekts als gemeinsame Initiative zum nachhaltigen Wirtschaften und bat Deutschland, dabei weiterhin eine federführende Rolle zu übernehmen. Darüber hinaus wurde im Rahmen der Exportinitiative Umwelttechnologien des BMUB ein Projekt zur Einführung eines Energiemanagements in Hotels im Alpenraum gestartet.

Internationaler Workshop Hotel- und Gastgewerbe

Gemeinsame Initiative für das Hotel- und Gastgewerbe

Energiesparen in Alpen-Hotels

Ausbau der erneuerbaren Energien

Der Ausbau erneuerbarer Energien im Alpenraum lässt sich mit den Zielen des Naturschutzes und den verschiedenen Formen der Landnutzung in Einklang bringen. Das ist das Ergebnis des Präsidentschaftsprojekts "Best-Practice-Beispiele für landnutzungs- und naturschutzverträgliche Erneuerbare-Energien-Projekte im Alpenraum", das im Rahmen der XIV. Alpenkonferenz vorgestellt wurde. Anhand von 27 bereits umgesetzten Erneuerbaren-Energien-Projekten aus allen Alpenländern wird gezeigt, wie der natur- und landschaftsverträgliche Ausbau der erneuerbaren Energien erfolgen kann. Es werden Beispiele aus den Bereichen Wind-, Wasserkraft, Photovoltaik, Biomasse, Geothermie und Smart Grids (intelligente Netze) sowie effiziente Speichersysteme vorgestellt.

Projektbericht (PDF extern, 7 MB)

Ausbau erneuerbarer Energien ist vereinbar mit Naturschutz und Landnutzung

Alpenbaukonferenz

Auf Initiative des deutschen Vorsitzes fand am 16. und 17. März 2016 in Garmisch-Partenkirchen die erste Alpenbaukonferenz mit dem Titel "Towards Net Zero Energy Buildings (NZEB)" statt.

Bericht zur ersten Alpenbaukonferenz

Bodenschutz

Im Vordergrund eine gelb und blau blühende Bergwiese, im Hintergrund ein hoher Berg - das Matterhorn.

Das Bodenschutzprotokoll ist eines von acht Durchführungsprotokollen zur Umsetzung der Alpenkonvention. Diese Protokolle dienen zur Umsetzung der in der Konvention festgelegten Grundsätze. Das Bodenschutzprotokoll ist Ende 2002 in Kraft getreten, sieben Jahre nach der Alpenkonvention.

Es zielt auf einen möglichst sorgsamen Umgang mit Boden im Alpenraum ab. Dazu zählt die Anwendung bodenschonender Produktionsverfahren, Erosionsbekämpfung oder der sparsame Umgang mit Fläche. Das Protokoll Bodenschutz versucht, die unterschiedlichen Nutzungsansprüche zwischen den wirtschaftlichen und den ökologischen Erfordernissen in Einklang zu bringen. Der deutsche Vorsitz der Alpenkonvention hat im Juni 2016 vor dem Hintergrund des UN-Jahres des Bodens 2015 einen Workshop zur Bewertung der Umsetzung des Bodenschutzprotokolls in Bad Reichenhall veranlasst. Die Ergebnisse dazu sind im Tagungsbericht "Das Bodenschutzprotokoll der Alpenkonvention – zwischen Anspruch und Wirklichkeit" nachzulesen.

Publikation (PDF extern, 3,8 MB)

Nachhaltige Raumentwicklung

Ein moderner einstöckiger Bau vor einer Bergkulisse

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) ist für die Umsetzung der Protokolle "Verkehr" und "Raumplanung und nachhaltige Entwicklung" der Alpenkonvention zuständig.

Während des deutschen Vorsitzes wurde unter anderem eine Erklärung der für Raumplanung zuständigen Ministerinnen und Minister der Alpenstaaten angenommen. Die Erklärung zur nachhaltigen Raumentwicklung in den Alpen bietet neue Impulse, um gemeinsame Visionen und Szenarien für die räumliche Entwicklung im Hinblick auf die wachsenden Herausforderungen zu erarbeiten und die grenzüberschreitende Kooperationen derjenigen, die vor Ort und in den Regionen planen, zu stärken.

Welche Lösungsansätze es für eine räumliche Entwicklung des Alpenraums gibt, das zeigt die Ausstellung "Alpenraum der Zukunft", die am 12. Oktober 2016 von Herrn Staatssekretär Bomba in Grassau anlässlich der XIV. Alpenkonferenz und der Alpenwoche präsentiert wurde. Sie zeigt die gesamte Palette dessen, was nachhaltige Raumplanung alles miteinander in Einklang bringen muss.

Die Erklärung zur nachhaltigen Raumentwicklung wurde unter anderem durch eine Stakeholder-Konferenz vorbereitet.

Konferenz "Raumentwicklung im Alpenraum"

Wasserwirtschaft im Alpenraum

6. Internationale Wasserkonferenz auf Herrenchiemsee

Am 12. Oktober 2016 fand unter dem Titel "Water management in a field of conflicting interests – between natural hazards and nature protection" die 6. Internationale Wasserkonferenz auf Herrenchiemsee statt. Mit der Konferenz endete der zweijährige Co-Vorsitz von Bayern und Italien in der Plattform Wasser der Alpenkonvention. In drei Themenblöcken wurden die Themen des Mandats 2015/2016 aus wissenschaftlicher und angewandter Sicht betrachtet. Zunächst wurden Chancen und Probleme, die die beiden Wasser-Richtlinien der EU (Wasserrahmen-Richtlinie und Hochwasser-Richtlinie) aufwerfen, aus internationaler Sicht beleuchtet. Der zweite Themenblock war der Hydromorphologie in Flüssen und deren Interaktion mit dem Sedimenttransport gewidmet. Abschließend setzte man sich mit dem Thema Kommunikation von wasserrelevanten Themen auseinander. Die circa 60 internationalen Experten aus Wasserwirtschaft, Forschung und öffentlicher Verwaltung nutzten die Chance sich mit den Kollegen aus den umliegenden Alpen-Anrainerstaaten auszutauschen.

Programm und Präsentationen

Alpenzustandsbericht

Ein Schaufelbagger schüttet kleine Holzteile auf einen Haufen.

Auf Vorschlag von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks haben die Alpenstaaten gemeinsam einen Alpenzustandsbericht zum "Grünen Wirtschaften im Alpenraum" erarbeitet. Ziel ist es, grünes Wirtschaften in allen Handlungsfeldern des Alpenraums fest zu etablieren. Der 6. Alpenzustandsbericht wurde von einer Expertengruppe unter deutschen Vorsitz erstellt.

6. Alpenzustandsbericht

Bildung, Bevölkerung und Kultur

Ein älterer Herr in bayrischer Tracht neben einer asiatischen Frau an einem gedeckten Tisch.

Die Bewohner des Alpenraums sind die wichtigsten Akteure zur Umsetzung einer ganzheitlichen Politik zum Schutz und zur nachhaltigen Entwicklung des Alpenraums.

Sozioökonomische und soziokulturelle Aspekte haben eine zentrale Bedeutung in der Alpenkonvention. Mit der Ministerdeklaration "Bevölkerung und Kultur" hat sich die Alpenkonferenz bereits 2006 auf Grundsätze und Ziele verständigt, um eine an den Bedürfnissen, Wünschen und Vorstellungen der alpinen Bevölkerung ausgerichtete Politik der Nachhaltigkeit zu entwickeln, die kulturelle Vielfalt in den Alpen zu erhalten und zu fördern, zwischen den Kulturen Brücken zu bauen und den Dialog zu fördern.

Dem Grundsatz, dass die Alpenkonvention nur zusammen mit den Bewohnern des Alpenraums mit Leben erfüllt und wahrgenommen werden kann, hat der deutsche Vorsitz Rechnung getragen und die Zivilgesellschaft und die alpinen Netzwerke als wichtige Partner eingebunden.

Mit den erfolgreichen Initiativen "Berge lesen" aus Anlass des Internationalen Tages der Berge und "Jugend auf dem Gipfel" konnten zwei Formate alpenweit etabliert werden, die die kulturelle Vielfalt fördern, Umweltbildung unterstützen und der Bevölkerung die Alpenkonvention nahe bringen und unmittelbar erlebbar machen.

Film "Jugend auf dem Gipfel"

Film "Berge lesen"

Gemeinsam mit dem Gemeindenetzwerk Allianz in den Alpen wurde das Projekt ZusammenLeben in den Alpen erfolgreich abgeschlossen. Dank alpenweiter Vernetzung konnten Lösungsansätze entwickelt werden, die Kommunen unterstützen, das Zusammenleben der Kulturen und die Identifikation mit dem besonderen Lebensraum Alpen erfolgreich zu gestalten.

Internationaler Tag der Berge

Ministerdeklaration "Bevölkerung und Kultur" (PDF extern, 119 KB)

Jugend auf dem Gipfel

ZusammenLeben in den Alpen

Berglandwirtschaft

Hütte in den Alpen

Internationale Berglandwirtschaftskonferenz "Aus Tradition und Verantwortung für morgen"

Am 4. Oktober 2016 fand im Rahmen des deutschen Vorsitzes der Alpenkonvention und auf Einladung des Bundesministers für Ernährung und Landwirtschaft, Christian Schmidt, in Garmisch-Partenkirchen eine internationale Berglandwirtschaftskonferenz statt. Hochrangige Vertreter der Alpenanrainerstaaten aus Politik, Berufstand und Wissenschaft diskutierten aktuelle Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Berglandwirtschaft im Alpenraum.

Berglandwirtschaftskonferenz 2016

Nachhaltige Veranstaltungsorganisation

Die Organisation von Sitzungen und Veranstaltungen ist in allen Bereichen (An- und Abreise der Teilnehmerinnen und Teilnehmern, Verpflegung, Material) mit Auswirkungen auf die Umwelt verbunden und deshalb eines der Handlungsfelder, in dem die Organe der Alpenkonvention durch verschiedene Maßnahmen direkt aktiv werden können. Um diese Anstrengungen zu unterstützen und bei der nachhaltigen Organisation von Veranstaltungen einen hohen Standard beizubehalten, ohne dass den einzelnen Veranstaltern ein unverhältnismäßiger Aufwand an Personal und Ressourcen entsteht, hat das Ständige Sekretariat in Zusammenarbeit mit der Deutschen Präsidentschaft der Alpenkonvention Empfehlungen für die nachhaltige Organisation von Sitzungen und Veranstaltungen der Alpenkonvention erarbeitet.

Für nachhaltige Veranstaltungen und Sitzungen gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Leitfäden und Zertifizierungen, die je nach Staat und Bundesland differieren. Darüber hinaus haben nicht alle Regionen eine eigene Zertifizierung für nachhaltige Veranstaltungsorganisation. Da die Sitzungen und Veranstaltungen der Alpenkonvention in verschiedenen Staaten und Regionen stattfinden, gilt für nahezu jedes Event eine andere Zertifizierung.

Die Empfehlungen zur nachhaltigen Organisation von Sitzungen und Veranstaltungen beruhen auf den Erfahrungen, die in den vergangenen Jahren bei der nachhaltigen Gestaltung von Veranstaltungen gesammelt wurden. Sie berücksichtigen bestehende Zertifizierungssysteme wie Green Event Südtirol Alto Adige und Green Event Tirol sowie den Leitfaden des deutschen Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit und des Umweltbundesamtes sowie die Richtlinie ZU 62 des Österreichischen Umweltzeichens.

Die Empfehlungen zur nachhaltigen Organisation von Sitzungen und Veranstaltungen im Rahmen der Alpenkonvention sollen nicht als vollständige Liste der nachhaltigen Veranstaltungsorganisation schlechthin betrachtet werden, sondern vielmehr als gebündelte Auflistung der organisatorischen Aspekte, die von Veranstaltern unmittelbar beeinflusst werden können. Diese Empfehlungen sollen allerdings bestehende Zertifizierungssysteme für nachhaltige Events nicht ersetzen.

Empfehlungen für die Nachhaltige Organisation von Sitzungen und Veranstaltungen der Alpenkonvention (PDF, 141 KB, englisch)

Überprüfungsausschuss der Alpenkonvention 2015/2016

Überprüfung der Vertragseinhaltung

Auch das beste Vertragswerk kann seine Wirkung nur entfalten, wenn seine Vorschriften von den Vertragsparteien auch umgesetzt und eingehalten werden. Der Überprüfungsausschuss ist das zentrale Kontrollorgan der Alpenkonvention zur Sicherstellung der Vertragseinhaltung sowohl der Alpenkonvention als auch seiner Durchführungsprotokolle. Er behandelt zum einen Einzelfälle, die ihm von den Vertragsparteien oder von Beobachterorganisationen als Vertretern der Zivilgesellschaft vorgelegt werden, und zum anderen prüft er den generellen Stand der Vertragseinhaltung anhand der periodisch vorzulegenden Staatenberichte. Er hat die Möglichkeit, spezifische Themenbereiche für eine vertiefte Prüfung auszuwählen.

Unter deutschem Vorsitz hat sich der Überprüfungsausschuss auf die vertiefte Prüfung der Einhaltung der Pflichten rund um das Thema des nachhaltigen Tourismus konzentriert und hierüber einen Abschlussbericht mit konkreten Schlussfolgerungen und Empfehlungen vorgelegt.

Darüber hinaus hat der Überprüfungsausschuss Rechtsklarheit auch in Bezug auf die Verpflichtung in Artikel 6 (3) des Protokolls Tourismus geschaffen, bei dem es um die Pflicht geht, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen intensiven und extensiven Tourismusformen anzustreben. Die vorgelegten Leitlinien zur Auslegung von Artikel 6 (3) Tourismusprotokoll vermitteln einen praktikablen Ansatz zum praktischen Umgang mit den dort enthaltenen unbestimmten Rechtsbegriffen.

Während der deutschen Vorsitzzeit hat der Überprüfungsausschuss mit einem abschließenden Bericht auch einen konkreten Einzelfall abgeschlossen, der ihm von der Beobachterorganisation CIPRA-International vorgelegt worden ist. Der Fall befasste sich mit Änderungen des Landschaftsschutzgebiets "Egartenlandschaft um Miesbach" im Landkreis Miesbach/Bayern. Eine Verletzung der Vorschriften des Alpenkonventionsregimes hat der Überprüfungsausschuss hierbei nicht festgestellt. Der Ausschuss stellte aber Kriterien auf, die bei künftigen Planungen und Eingriffen in Schutzgebiete frühzeitig zu berücksichtigen sind.

Über diesen Einzelfall hinausgehend hat sich der Überprüfungsausschuss mit zentralen Begriffen des Protokolls Naturschutz und Landschaftspflege auseinander gesetzt und Handlungsempfehlungen für eine konsistente alpenweite Anwendung des Artikels 11 (1) des Protokolls Naturschutz und Landschaftspflege vorgelegt. Die Handlungsempfehlungen enthalten konkrete Kriterien, die bei Eingriffen in Schutzgebiete frühzeitig in der Planung zu berücksichtigen sind. Die in die Planung und Durchführung von Vorhaben mit Auswirkungen auf Schutzgebiete beteiligten Gremien der Vertragsstaaten werden so unterstützt, die Vorgaben des Alpenkonventionsregimes rechtssicher einzuhalten.

Insgesamt hat der deutsche Vorsitz vier Sitzungen des Überprüfungsausschusses in Berlin, Benediktbeuern und Innsbruck durchgeführt und dabei erstmalig auch unabhängige Experten befragt. Um zeitnahe Hilfestellung für die Vertragsparteien geben zu können, hat der Überprüfungsausschuss auch die Änderung seiner Verfahrensordnung dahingehend bewirkt, dass wesentliche Ergebnisse schneller und auch vor Befassung der Alpenkonferenz veröffentlicht werden können. 

Abschlussbericht Tourismus (PDF, 15,6 MB)

Handlungsempfehlungen Artikel 11(1) (PDF, 229 KB)

Leitlinien Artikel 6(3) (PDF, 5,1 MB)

Egartenlandschaft (PDF, 7,7 MB)

Sitzungsbericht (PDF, 2,7 MB)

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Zuletzt geändert: 09.02.2017