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Nachhaltigkeit als Integrationsaufgabe

Das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung zielt auf ökologische Verträglichkeit, soziale Gerechtigkeit sowie wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Das heißt: Wir dürfen heute und hier nicht auf Kosten der Menschen in anderen Regionen der Erde und auf Kosten zukünftiger Generationen leben. Nachhaltigkeit verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz: Nur wenn Wechselbeziehungen und Wechselwirkungen aller Nachhaltigkeitsdimensionen umfassend ermittelt, dargestellt und beachtet werden, lassen sich langfristig tragfähige Lösungen für bestehende Probleme und Zielkonflikte finden. Nachhaltigkeit ist somit immer auch eine politische Querschnittsaufgabe, weil sie alle Bereiche unseres Lebens betrifft und miteinander in Beziehung setzen muss. Umweltressourcen stehen nur begrenzt zur Verfügung. Die Tragfähigkeit der Erde mit ihren planetaren Grenzen bildet die absolute äußere Grenze für unser Handeln in diesem Rahmen Rahmen ist die Verwirklichung der unterschiedlichen politischen Interessen und Ziele zu optimieren.

Die ökologische Dimension der Nachhaltigkeitsstrategie

Unsere Umweltpolitik stellt sich explizit in den Gedanken der ganzheitlichen Nachhaltigkeit. Eine nachhaltige Entwicklung erfordert auch, wirtschaftliche und soziale Belange in die Umweltpolitik einfließen zu lassen. Gleichzeitig sind auch die anderen Ministerien aufgefordert, ihre politischen Entscheidungen an den ökologischen Zielen auszurichten.

Seit der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie 2002, und in den Fortschrittsberichten 2004, 2005, 2008 und 2012 zeigte die Bundesregierung anhand jeweils aktueller Themen, wie sie ihre Nachhaltigkeitspolitik gemeinsam mit den weiteren Akteuren einer nachhaltigen Entwicklung in Wirtschaft und Gesellschaft gestaltet. Mit der "Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie – Neuauflage 2016" wird nun auch die internationale Ebene, entlang aller Sustainable Development Goals (SDGs) einbezogen.

Genauso wie die SDGs die Integration aller gesellschaftlichen Akteure und politischen Bereiche einfordert, setzt auch die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie auf eine Ressort- und Politikebenen-übergreifende Kooperation. Die Umweltpolitik steht ebenso in der Verantwortung, wie die Wirtschafts- und Energiepolitik, die Landwirtschafts- und Ernährungspolitik, sowie die Verkehrs- und Stadtentwicklungspolitik.

Ein aktiver Klimaschutz, die Förderung regenerativer Energieträger, die Entwicklung lebenswerter Städte, die Wahrung der biologischen Vielfalt, die Minderung des Flächenverbrauchs und die Sicherung von Gesundheit und Ernährung sind nur im Zusammenwirken aller Politikfelder zu leisten.

Ökonomische und soziale Ziele müssen künftig im Rahmen ökologischer Grenzen verwirklicht werden. Unter diesen Rahmenbedingungen kann eine Optimierung der gesellschaftlichen Wohlfahrt unter Einhaltung aller gesetzten Umweltziele erreicht werden. Dafür bedarf es einer sozial-ökologischen Marktwirtschaft, die zukunftsfähige Konsum- und Lebensstile sowie innovative Arbeits- und Geschäftsmodelle fördert.

Mit dem "Integrierten Umweltprogramm 2030" definierte das Bundesumweltministerium die ökologische Dimension einer nachhaltigen Entwicklung für die Umsetzung der 2030-Agenda für eine Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen sowie der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.

Das "Integrierte Umweltprogramm 2030" führt eine lange Linie programmatischer Entwicklungsschritte fort: Von der Vorsorge als Leitprinzip der Umweltpolitik (1971 von der Bundesregierung vorgelegtes erstes Umweltprogramm), über Nachhaltige Entwicklung als Leitbild (1998 vom Bundesumweltministerium vorgelegter Entwurf für ein zweites Umweltprogramm) hin zu einer transformativen Umweltpolitik als neuer Leitidee: Umweltpolitik muss gesellschaftliche Veränderungen aufgreifen, neue, nachhaltige Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsentwürfe fördern, damit Wandel hin zu einer nachhaltigen Wirtschaft und Gesellschaft forcieren – und hierzu das Instrumentarium der Umweltpolitik weiterentwickeln.

Zuletzt geändert: 16.08.2017