Sprungnavigation

Von hier aus koennen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:

Servicemenü

zur Sprungnavigation

Inhaltsbereich

zur Sprungnavigation

Stand: 01.01.2013

40 Jahre Washingtoner Artenschutzabkommen – Naturschutz im Wandel der Zeit

Schutz von Tieren und Pflanzen vor maßlosem Handel 

Eines der wirksamsten internationalen Instrumente im Kampf gegen den Artenschwund feiert 2013 sein 40 Jähriges Jubiläum. Am 3. März. 1973 wurde in Washington die "Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora" (CITES), in Deutsch als das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (WA) bezeichnet, beschlossen. Seit dem 1. Juli 1975 reguliert, kontrolliert und begrenzt es den weltweiten Handel mit geschützten Pflanzen, Tieren und Produkten aus diesen. In der Bundesrepublik Deutschland ist es 1976 in Kraft getreten. Seit dieser Zeit leistet es einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt.

Dieser Schutz war dringend notwendig geworden, da weltweit eine große Nachfrage etwa nach Pelzen, exotischen Lederwaren, Schildpatt oder Elfenbein, aber auch exotischen Lebensmitteln, Holzinstrumenten und medizinischen Produkten bestand und der bis dahin vollkommen unregulierte internationale Handel maßgeblich zum Rückgang der Arten und Gefährdung von Ökosystemen beitrug.

Gegenwärtig gehören dem Washingtoner Artenschutzabkommen 177 Vertragsparteien an und etwa 5.000 Tier- und weitere 29.000 Pflanzenarten werden von der Konvention erfasst.

Handelsverbote und Nutzungsbeschränkungen

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen listet die gefährdeten Arten nach dem Grad ihrer Schutzbedürftigkeit in verschiedene Anhänge auf. Für diese gelten unterschiedlich starke Handelsbeschränkungen: Vom Handel mit entsprechenden Genehmigungen bis zum weitgehenden Handelsverbot. Vom Aussterben bedrohte Tiere und Pflanzen sind in Anhang I des Abkommens gelistet; mit ihnen ist jeglicher kommerzieller internationaler Handel untersagt. Arten, die noch nicht in ihrer Existenz, aber zunehmend durch unkontrollierten Handel bedroht sind, werden in Anhang II oder III aufgenommen.

Artenschutz in Zeiten grassierender Wilderei

Die Bedeutung des Washingtoner Artenschutzabkommens hat heute keineswegs an Bedeutung verloren. Ganz im Gegenteil: Der globale Hunger nach Ressourcen und Produkten wildlebender Arten ist immens gestiegen. Das Wachstum der Weltbevölkerung und die positive wirtschaftliche Entwicklung in vielen asiatischen Ländern hat die Nachfrage angeheizt. Rekordpreise erzielt Elfenbein für Luxusgüter oder auch Zutaten für die traditionelle Medizin, wie etwa dem Nashornhorn, Schuppentiere oder Tigerbestandteile. Als Folge explodiert die Wilderei in vielen und vor allem afrikanischen Ländern und der illegale internationale Handel floriert. Aufgrund der immensen Gewinne der Artenschutzkriminalität, die durchaus mit dem Drogenhandel vergleichbar sind, werden kriminelle und hoch bewaffnete Banden und Kartelle gestärkt, die regional zu einer Verschlechterung der Sicherheitslage führen. Somit ist neben der Natur auch die lokale Bevölkerung zu den Opfern zu rechnen. Der effektive Vollzug des Washingtoner Artenschutzabkommens stellt einen Schlüssel zur Bewältigung dieser Probleme dar.

Chancen für nachhaltige Nutzung

Das Washingtoner Artenschutzabkommen wird von vielen Vertragsparteien zunehmend als effektives Instrument zur Sicherstellung der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen erkannt. Viele Bewirtschaftungsregimes des Forstes oder der Fischerei konnten in der Vergangenheit nicht verhindern, dass die Bestände vieler Arten erheblich zurückgingen und nun nicht mehr nutzbar und gefährdet sind. Bei der Verwendung tropischer Hölzer, Meerestieren, Heilpflanzen und vielem mehr können die Regelungen der Konvention eine wertvolle Ergänzung oder Alternative darstellen.
Bei der kommenden 16. Vertragsstaatenkonferenz am 3. bis 14. März in Bangkok, Thailand, wird erneut der Schutz mariner Ressourcen hoch auf der Agenda stehen. Auf deutsche Initiative hin hat die Europäische Union einen Antrag zur Aufnahme des Heringshais in den Anhang II des Washingtoner Artenschutzabkommens eingereicht. Weiterhin werden Anträge zur Aufnahme des Weißflossen-Hochseehais, mehrerer Hammerhaie und Teufelsrochen verhandelt. Es ist sehr zu hoffen, dass nicht nur diese Anträge erfolgreich sein werden, um den dringend notwendigen Schutz dieser gleichsam faszinierenden wie für die Ökosysteme bedeutsamen Meeresbewohner zu verbessern.

Artenschutz kann jeder leisten

Nicht nur der illegale Handel im großen Stil gefährdet den Bestand geschützter Arten. Auch der Kauf von Souvenirs, Kunsthandwerk oder Schmuck, welche aus geschützten Tieren oder Pflanzen hergestellt und leichtfertig im exotischen Reiseziel erworben wurden, leistet dem Artenschwund Vorschub und kann am Zoll zu unangenehmen Situationen führen. Beim Kauf von Meerestieren oder Tropenholzprodukten sollte auf Arten verzichtet werden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit aus nicht nachhaltiger Nutzung stammen. Entsprechende Nachhaltigkeitszertifikate können eine wertvolle Entscheidungshilfe bieten.

Logo: Weißer Twitter-Vogel auf blauem GrundYouTube-LogoRSS Icon in Orange

Navigation

zur Sprungnavigation

Themenportale