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Stand: 05.08.2014

Internationaler Naturschutz

Im Zeitalter der Globalisierung wird die internationale Zusammenarbeit in allen Fragen des Naturschutzes immer wichtiger. Wirksamer Naturschutz kann nicht mehr von Land zu Land unterschiedlich betrieben werden, sondern geschieht in intensiver, internationaler Zusammenarbeit.  Hierdurch ändern sich auch die Instrumente des Naturschutzes: Die klassische nationale Gesetzgebung reicht häufig nicht mehr aus, wichtige Entscheidungen werden auf internationaler und europäischer Ebene getroffen. Hierbei gewinnt die Zusammenarbeit und Koordinierung in der Europäischen Union an Bedeutung. Die folgenden Seiten geben einen Überblick über die Instrumente, an denen Deutschland beteiligt ist und über einige ihrer aktuellen Entwicklungen.

Das 1992 unterzeichnete Übereinkommen ist das umfassendste Vertragswerk des internationalen Naturschutzes. Die drei Ziele sind der Schutz der biologischen Vielfalt, ihre nachhaltige Nutzung und der gerechte Ausgleich der Vorteile bei der Nutzung genetischer Ressourcen. Die genaue Ausführung wird alle zwei Jahre auf den Vertragsstaatenkonferenzen beschlossen. Hierbei wird ein sehr breites Themenspektrum abgedeckt.

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Das Nagoya-Protokoll regelt den Zugang zu genetischen Ressourcen und die ausgewogene und gerechte Aufteilung der Vorteile, die sich aus ihrer Nutzung ergeben. Es schafft einen verlässlichen internationalen Rahmen für den Umgang mit genetischen Ressourcen und schafft hierdurch auch einen ökonomischen Anreiz für die Erhaltung der biologischen Vielfalt. Damit setzt es das dritte Ziel der CBD um: die ausgewogene und gerechte Aufteilung der sich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen ergebenden Vorteile.. Das Nagoya-Protokoll wurde auf der zehnten Vertragsstaatenkonferenz der CBD im Jahre 2010 verabschiedet.

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VN Dekade Biologische Vielfalt

Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat im Dezember 2010 das nachfolgende Jahrzehnt zur VN-Dekade Biologische Vielfalt 2011-2020 erklärt. Biologische Vielfalt umfasst die Vielfalt innerhalb der Arten und zwischen den Arten und die Vielfalt der Ökosysteme. Da sie weltweit – auch bedingt durch menschliches Handeln – abnimmt, hat die Staatengemeinschaft die VN-Dekade Biologische Vielfalt ausgerufen, um das Bewusstsein für die überragende Bedeutung ihres Schutzes zu schärfen.

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Mit dem seit 2011 existierenden eigenständigen Förderbereich "Biologische Vielfalt" fördert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) durch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) gezielt Projekte, die die Umsetzung des Strategischen Plans 2011–2020 des Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD) unterstützen. Die deutsche bilaterale Zusammenarbeit mit Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern wird so in diesem Bereich weiter ausgebaut und die Prozesse im Rahmen der CBD werden gestärkt.

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IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) ist ein zwischenstaatliches Gremium zur wissenschaftlichen Politikberatung zu dem Themenkomplex biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen - vergleichbar mit dem Weltklimarat IPCC. Dieses Biodiversitätsgremium soll politischen Entscheidungsträgern zuverlässige, unabhängige und glaubwürdige Informationen über den Zustand und die Entwicklung der biologischen Vielfalt zur Verfügung stellen, damit diese gut informierte Entscheidungen zu ihrem Schutz treffen können. Die internationale Gemeinschaft hat die Einrichtung von IPBES bei einer Regierungskonferenz im Juni 2010 in Busan (Südkorea) beschlossen und IPBES im April 2012 in Panama formell gegründet. Der Sitz des IPBES-Sekretariats befindet sich in Bonn.

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1972 von der UNESCO verabschiedet, hat das Welterbeübereinkommen das Ziel, weltweit herausragende Kultur- und Naturgüter zu erhalten. Zentrales Instrument ist die Welterbeliste, auf der bereits über 1000 Stätten eingeschrieben sind, die von überragendem, universellem Wert sind und daher für die Menschheit als Ganzes erhalten werden müssen. Die Weltnaturerbegebiete repräsentieren z.B. herausragende und einzigartige Beispiele für die Stadien der Erdgeschichte, wichtige ökologische Prozesse, Naturgebiete von herausragendem ästhetischem Wert oder bedrohte Lebensräume.
In Deutschland befinden sich drei Weltnaturerbestätten: das Wattenmeer, die Fossilienlagerstätte Grube Messel und die Alten Buchenwälder Deutschlands.

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Das unter der Schirmherrschaft des Europarates stehende "Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume" von 1979 ist ein Wegbereiter des europäischen Naturschutzes. Es war der erste umfassende Naturschutzansatz, der in einem völkerrechtlich verbindlichen Vertrag seinen Niederschlag gefunden hat. Die Europäische Union hat diesen in Gestalt ihrer Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (1992) und zusammen mit der bereits aus dem Jahr 1979 stammenden EG-Vogelschutzrichtlinie umgesetzt und fortentwickelt.

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Das Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten (1979) ist eine globale internationale Vereinbarung zur grenzübergreifenden Koordinierung der Schutzbemühungen für wandernde Tierarten. Es wird durch eine zunehmende Zahl von Regionalabkommen in seiner Umsetzung unterstützt.

Für Deutschland bedeutend sind die Abkommen zur Erhaltung

  • der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel (AEWA) von 1995,
  • der Kleinwale in der Nord- und Ostsee (ASCOBANS) von 1993,
  • der Fledermäuse in Europa (Eurobats) von 1991,
  • zum Schutz der Seehunde im Wattenmeer von 1991.

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Das Übereinkommen zum Schutz von Feuchtgebieten internationaler Bedeutung ist die älteste internationale Konvention, die sich mit dem Erhalt und der nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen beschäftigt. 1972 in der iranischen Stadt Ramsar unterzeichnet, hatte sie zunächst ihren Schwerpunkt beim Schutz von Wasser- und Wattvögeln. Zunehmend weitet sich ihr Aufgabenfeld auf aktuelle Fragen (z.B. Erhalt der Biodiversität, Armutsbekämpfung durch Naturschutz und Beteiligung der indigenen Bevölkerung) unter der Prämisse des Feuchtgebietsschutzes aus.

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Gemeinsam mit Dänemark und den Niederlanden widmet sich Deutschland auf Grundlage einer gemeinsamen Erklärung der Umweltminister (Joint Declaration), die im Zuge der dritten Regierungskonferenz der drei Anrainerstaaten 1982 in Kopenhagen verabschiedet und auf der 11. Wattenmeer-Regierungskonferenz 2010 auf Sylt erneuert wurde, dem Erhalt und Management des weltweit einzigartigen Natur- und Kulturraumes Wattenmeer.

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Das Grüne Band Europa umfasst Naturregionen, die sich im Schutz des ehemaligen Eisernen Vorhangs über viele Jahrzehnte weitgehend ungestört entwickeln konnten. Somit verbindet das Grüne Band über eine Strecke von 12.500 km hinweg Naturregionen entlang der Grenzen von 24 Staaten, darunter EU-Staaten und Nicht-EU-Staaten, von der Barentssee im Norden bis ans Schwarze Meer im Süden mit einem Zweig um Albanien herum. Es ist der längste Biotopverbund Europas. Um die regionale Zusammenarbeit zu fördern, regionale Besonderheiten zu berücksichtigen und die Koordination praktikabel zu gestalten, wurde das Europäische Grüne Band in vier Hauptabschnitte aufgeteilt: Fennoskandien, Ostseeregion, Zentraleuropa und Balkan mit zuständigen Regionalkoordinatoren unterteilt. 

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Die IUCN ist die wichtigste und größte weltweit tätige Naturschutzorganisation. Sie setzt sich aus über 1000 Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen zusammen und unterhält mehrere Regionalbüros. Die IUCN besitzt Kommissionen zu den verschiedensten Themen im Bereich Naturschutz. Sie werden unterstützt durch ein Netzwerk von mehrere tausend Experten. Die IUCN setzt u.a. wichtige internationale Standards für Schutzgebiete und erstellt die weltweite Rote Liste gefährdeter Tierarten.

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