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Stand: 05.08.2014

Ramsar–Konvention

Am 2. Februar 1971 wurde in der iranischen Stadt Ramsar das "Übereinkommen über den Schutz von Feuchtgebieten, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Wattvögel, von internationaler Bedeutung" (Ramsar-Konvention) geschlossen. Deutschland trat der Ramsar-Konvention 1976 bei.

Inhalte

Der Schwerpunkt der Konvention hat sich in den letzten Jahren vom überwiegenden Schutz von Wasser- und Watvögeln zum ganzheitlichen Schutz der Lebensräume und ihrer Arten weiterentwickelt. Dieser Prozess führte zur inhaltlichen Erweiterung der Konventionsziele im Sinne des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt (Schutz – nachhaltige Nutzung – gerechter Vorteilsausgleich). So ist neben der Aufstellung von Managementplänen, dem Monitoring des ökologischen Zustandes und der Zusammenarbeit mit anderen regionalen und globalen Abkommen und Institutionen auch die Einbeziehung der lokalen Bevölkerung durch Öffentlichkeitsarbeit und akzeptanzfördernde Maßnahmen anzustreben.

Aufgaben der Vertragsstaaten und Situation in Deutschland

Jeder Vertragsstaat ist verpflichtet, mindestens ein Feuchtgebiet in seinem Hoheitsgebiet als "Feuchtgebiet internationaler Bedeutung" zu benennen und die Erhaltung und Förderung dieser Gebiete durch die Bewahrung des ökologischen Zustandes, durch Biotopmanagement und nachhaltige Nutzung zu sichern. Darüber hinaus müssen die Vertragsstaaten dafür sorgen, dass innerhalb ihres Hoheitsgebietes alle übrigen Feuchtgebiete soweit wie möglich ebenfalls nachhaltig genutzt werden. Die Vertragsstaaten sollen beim Feuchtgebietsschutz international zusammenarbeiten.

Zu den Aufgaben der Vertragsstaaten gehört es auch, die Botschaft der Ramsar-Konvention und die Bedeutung der Feuchtgebiete in der Öffentlichkeit zu vermitteln. Zu diesem Zweck und als Arbeitsmaterial für die Ramsar-Verantwortlichen in Deutschland hat BMUB die aktuellste Ausgabe des Ramsar-Handbuchs ins Deutsche übersetzen lassen und veröffentlicht. Im Dezember 2013 hat das BfN in Bonn einen Ramsar-Workshop ausgerichtet, um alle Interessierte zur Halbzeit zwischen zwei Vertragsstaatenkonferenzen zu informieren und bereits ersten Input für die nächste COP 2012 zu sammeln. Darüber hinaus wird jedes Jahr am 2. Februar der Weltfeuchtgebietstag (World Wetlands Day) begangen. Das Ramsar-Sekretariat stellt dafür Materialien zur Verfügung, die Mitgliedsstaaten sind aufgefordert, diesen Tag zu nutzen, um auf die besondere Bedeutung der Feuchtgebiete aufmerksam zu machen.

Aktuell gehören der Konvention weltweit 168 Vertragsstaaten an (Stand: August 2014), die insgesamt 2.187 Feuchtgebiete internationaler Bedeutung mit einer Gesamtfläche von ca. 208,6 Millionen Hektar gemeldet haben. Vertragsstaatenkonferenzen finden alle drei Jahre statt, die letzte war im Juli 2012 die COP 11 in Bukarest (Rumänien). Die nächste Vertragsstaatenkonferenz wird 2015 in Uruguay stattfinden.

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Deutschland hat 34 Gebiete mit einer Gesamtfläche von rund 868.000 Hektar gemeldet. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die deutsche Ramsar-Kulisse.

GebietsnameLandgelistet seit…Fläche [ha]
1.Wattenmeer, Elbe-Weser DreieckNiedersachsen26.02.197638 460
2.Wattenmeer, Jadebusen und westliche WesermündungNiedersachsen26.02.197649 490
3.Wattenmeer, Ostfriesisches Wattenmeer mit DollartNiedersachsen26.02.1976121 620
4.Niederelbe, Barnkrug-OtterndorfNiedersachsen26.02.197611 760
5.Elbaue zwischen Schnakenburg und LauenburgNiedersachsen 26.02.19767 560
6.Dümmer Niedersachsen 26.02.19763 600
7.Diepholzer MoorniederungNiedersachsen 26.02.197615 060
8.Steinhuder MeerNiedersachsen 26.02.19765 730
9.Unterer NiederrheinNordrhein-Westfalen28.10.198325 000
10.Rieselfelder MünsterNordrhein-Westfalen28.10.1983233
11.Weserstaustufe SchlüsselburgNordrhein-Westfalen28.10.19831 600
12. Rhein zwischen Eltville und Bingen Hessen/Rheinland-Pfalz28.02.1976566
13.Bodensee: Wollmatinger Ried- Giehrenmoos und Mindelsee (Trennung in zwei separate Gebiete derzeit in Arbeit)Baden-Württemberg26.02.19761 286
14.Oberrhein – Rhin supérieurBaden-Württemberg28.08.200825 117
15.Donauauen und DonaumoosBayern 26.02.19768 000
16.Lech-Donau-WinkelBayern 26.02.19764 014
17.Ismaninger Speichersee mit FischteichenBayern 26.02.1976955
18. Ammersee Bayern26.02.19766 517
19. Starnberger See Bayern26.02.19765 720
20.ChiemseeBayern26.02.19768 660
21.Unterer Inn zwischen Haiming und NeuhausBayern 26.02.19761 955
22.Bayerische WildalmBayern 09.10.20077
23.Boddengewässer Ostufer Zingst, Westküste Rügen- Hiddensee Mecklenburg-Vorpommern31.07.197825 800
24.Krakower OberseeMecklenburg-Vorpommern31.07.1978870
25.Ostufer der MüritzMecklenburg-Vorpommern31.07.19784 830
26.Galenbecker See Mecklenburg-Vorpommern31.07.19781 015
27.Unteres Odertal bei SchwedtBrandenburg31.07.19785 400
28.Niederung der Untere Havel/Gülper See/Schollener SeeBrandenburg/Sachsen- Anhalt31.07.19788 920
29. Teichgebiet PeitzBrandenburg31.07.19781 060
30. Helmesstausee Berga-KelbraThüringen/Sachsen-Anhalt31.07.19781 453
31. Nationalpark Hamburgisches WattenmeerHamburg 01.08.199011 700
32.Mühlenberger LochHamburg 09.06.1992675
33.Schleswig-Holsteinisches WattenmeerSchleswig-Holstein15.11.1991454 988
34.Aland-Elbe-Niederung und Elbaue JerichowSachsen-Anhalt21.02.20038 605
Deutschland gesamt:868 226

Darüber hinaus wurden mit der Novellierung des Bundesnaturschutzgesetzes die "gesetzlich geschützten Biotope" (§ 30 BNatSchG) um weitere Gewässer- und Feuchtgebietstypen ergänzt, so dass nun alle nach der Ramsar-Konvention definierten und in Deutschland vorkommenden Feuchtgebietstypen gesetzlich geschützt sind.

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Verschlechterung des ökologischen Zustandes

Verändert sich der ökologische Zustand eines Feuchtgebietes internationaler Bedeutung so, dass sich die natürlichen Lebensbedingungen deutlich verschlechtern (z.B. durch Hypertrophierung oder Intensivierung der Landwirtschaft), ist das Feuchtgebiet in das "Montreux-Register" aufzunehmen. Damit wird ein Überwachungs- und Beratungsverfahren eingeleitet, in dem vom Ramsar-Sekretariat beauftragte Sachverständige die Situation vor Ort prüfen und mit dem Vertragsstaat gemeinsam die zu ergreifenden Maßnahmen zur Verbesserung des Gebietszustandes festlegen. Das Gebiet wird solange in der Montreux-Liste geführt, bis sich der ökologische Zustand verbessert hat. Das Melderegister existiert seit 1990 und wird vom Konventionsbüro geführt. Derzeit sind auf der Montreux-Liste 48 Feuchtgebiete internationaler Bedeutung in 30 Staaten registriert (Stand: August 2014).

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