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Stand: 17.02.2014

Trilaterale Wattenmeer-Zusammenarbeit

Das Wattenmeer gilt als ein weltweit einmaliges Ökosystem. Herausragend sind seine Bedeutung für den Erhalt der Artenvielfalt sowie die ökologischen und geologischen Prozesse, die im Wattenmeer noch weitgehend natürlich ablaufen.

Seit 1978 arbeiten die Niederlande, Deutschland und Dänemark zum Schutz des Wattenmeers in der "Trilaterale Regierungszusammenarbeit zum Schutz des Wattenmeeres" (kurz: Trilaterale Wattenmeerzusammenarbeit), basierend auf der Überzeugung, dass das Wattenmeer ein gemeinsamer einzigartiger Naturraum von internationaler Bedeutung ist, eng zusammen.

Struktur der Zusammenarbeit

Die trilaterale Wattenmeerzusammenarbeit (Trilateral Wadden Sea Cooperation TWSC) basiert auf der gemeinsamen Erklärung der Umweltminister (Joint Declaration), die im Zuge der dritten Regierungskonferenz der drei Anrainerstaaten 1982 in Kopenhagen verabschiedet und auf der 11. Wattenmeer-Regierungskonferenz 2010 erneuert wurde. Regierungskonferenzen zum Schutze des Wattenmeeres finden seit 1978 regelmäßig - derzeit im drei- bis vierjährigen Turnus - statt, dort werden jeweils in Ministererklärungen die Arbeitsprogramme für die nächste Präsidentschaft verabschiedet.

Bei der Entwicklung gemeinsamer Maßnahmen, Projekte und Aktionen verfahren die drei Staaten nach dem Leitprinzip, "so weit wie möglich ein natürliches und sich selbst erhaltendes Ökosystem zu erreichen, in dem natürliche Prozesse ungestört ablaufen können". Ausdrücklich soll jedoch auch die Sicherheit der hier lebenden Menschen (Küstenschutz) gewährleistet sowie der partnerschaftliche Dialog mit allen Nutzer- und Interessengruppen aufrechterhalten und intensiviert werden.

Das Trilateral Governmental Council, der Trilaterale Wattenmeer-Rat, bestehend aus den zuständigen Ministern Dänemarks, Deutschlands und der Niederlande hat die politische Führung der Trilateralen Wattenmeer-Zusammenarbeit inne, Wattenmeer-Ausschuss (Wadden Sea Board) ist das Lenkungsorgan der TWSC. Das gemeinsame Wattenmeersekretariat (Common Wadden Sea Secretariat, CWSS) in Wilhelmshaven unterstützt die drei Staaten in ihrer Zusammenarbeit.

Inhalte

Auf der 8. Trilateralen Wattenmeerkonferenz in Stade 1997 wurde der Trilaterale Wattenmeerplan verabschiedet, der Eckpunkte für ein gemeinsames Management enthält und von den drei Anrainerstaaten sowohl gemeinsam als auch eigenverantwortlich umgesetzt wird. Bei der 11. Regierungskonferenz 2010 wurde der überarbeitete Wattenmeerplan verabschiedet. Der geographische Bereich des Wattenmeerplanes entspricht dem Trilateralen Wattenmeerkooperationsgebiet (kurz "Wattenmeergebiet") und geht über das Gebiet der Wattenmeer-Nationalparke und -Schutzgebiete ("Trilaterales Schutzgebiet") hinaus. Auf der 9. Trilateralen Wattenmeerkonferenz in Esbjerg 2001 wurde die Beantragung der Anerkennung des Wattenmeeres als ein "Besonders empfindliches Meeresgebiet" (Particularly Sensitive Sea Area, PSSA) beschlossen. Die Anerkennung des Wattenmeeres als ein besonders bedeutsames und ökologisch empfindliches Gebiet durch die Internationale Schifffahrtsbehörde (IMO) ist 2002 erfolgt.

Deutschland hatte von 2006 bis Frühjahr 2010 den Vorsitz bei der Trilateralen Wattenmeerkooperation übernommen.

Unter deutschem Vorsitz konnten die Arbeiten für die Nominierung des Wattenmeers als UNESCO-Weltnaturerbe abgeschlossen werden. Im Juni 2009 ist das Wattenmeer in die UNESCO-Liste des Welterbes der Menschheit aufgenommen worden. Im Juni 2011 wurde der deutsche Teil um den Nationalpark "Hamburgisches Watttenmeer" erweitert. Das Weltnaturerbe Wattenmeer erstreckt sich über den deutschen und niederländischen Teil des Wattenmeeres. Es handelt sich dabei um ein Gebiet von fast 10.000 Quadratkilometern entlang der Küste mit einer Länge von rund 400 Kilometern. Mit der Auszeichnung wird gewürdigt, dass das Wattenmeer ein weltweit einzigartiges und unersetzliches Naturgebiet ist, das von herausragendem Wert für die gesamte Menschheit ist. Das Weltnaturerbe umfasst derzeit die Wattenmeer-Nationalparke in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen und das Wattenmeer-Schutzgebiet in den Niederlanden. 

Die Trilaterale Wattenmeer-Zusammenarbeit unterzog sich von 2007 bis 2010 einem inhaltlichen und administrativen Erneuerungsprozess auf der Grundlage einer Evaluierung durch externe Gutachter. Im Rahmen der 9. VSK zur Biodiversitätskonvention im Mai 2008 in Bonn haben die drei für die Wattenmeer-Zusammenarbeit zuständigen Minister Sigmar Gabriel für Deutschland, Gerda Verburg für die Niederlande und Troels Lund Poulsen für Dänemark gemeinsam einen Letter of Intent unterzeichnet, der die Unterstützung für die Zusammenarbeit und den Modernisierungsprozess bekräftigt. Rechtzeitig zur 11. Regierungskonferenz im Frühjahr 2010 waren die neuen Grundlagen - eine an zukünftige Aufgaben angepasste modernisierte Gemeinsame Erklärung, neue Strukturen sowie ein neues Verwaltungsübereinkommen fertig gestellt. Nach der 11. Regierungskonferenz ging der Vorsitz turnusmäßig an Dänemark über. Die 12. Regierungskonferenz fand im Februar 2014 in Tønder in Dänemark statt.

Monitoring

Für eine Bewertung der Umsetzung und des Erfolges der ergriffenen Maßnahmen wird das Trilaterale Monitoring- und Bewertungs-Programm (TMAP) durchgeführt. Detaillierte Berichte über den ökologischen Zustand des Wattenmeeres (Quality Status Reports, QSR) wurden 1999, 2004 und 2009 veröffentlicht.

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