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MoU zum Schutz der Großtrappe (Otis tarda)

Die Großtrappe ist weltweit der schwerste flugfähige Vogel mit einem Gewicht von zum Teil mehr als 20 Kilogramm. Männchen können eine Größe von über einem Meter und eine Flügelspannweite von bis zu zweieinhalb Metern erreichen. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war die Großtrappe in Europa weit verbreitet. Heute ist sie in den meisten Ländern ausgestorben. Man findet noch individuenreiche Bestände in Spanien und Ungarn.

Auch kommt sie in einigen Gebieten in Deutschland (Brandenburg, Sachsen-Anhalt) und Österreich vor. Dennoch ist sie auch weiterhin vom Aussterben bedroht.

Deswegen wurde 2001 das "Memorandum of Understanding" (MoU) zum Schutz und Management der mitteleuropäischen Populationen der Großtrappe ins Leben gerufen. Das Abkommensgebiet umfasst 17 Länder Mittel- und Osteuropas, von denen 13 Länder bereits unterzeichnet haben (Stand 2013). Neben dem direkten Schutz haben sich die Länder verpflichtet, die Lebensräume zu erhalten und zu schützen. Die konkreten Maßnahmen dazu sind im Aktionsplan des Abkommens enthalten.

Das letzte Treffen der Signatarstaaten fand vom 8. bis zum 12. April 2013 in Szarvas (Ungarn) statt. Ein mithilfe Brandenburgs erarbeiteter Bericht zur Lage der Großtrappe in Deutschland wurde dort vorgelegt. Die Lage in Deutschland ist demnach noch immer sehr ernst. Hiernach zählen die Populationen der Großtrappe in Deutschland weniger als 100 Tiere. Waren die Bestände zu Beginn des 20. Jahrhundert noch bei etwa 40.000 Individuen, so lagen sie zu Beginn der neunziger Jahre bei etwa 50 verbliebenen Individuen. Ohne die Bemühungen Deutschlands – insbesondere der Bundesländer wo Populationen der Großtrappe vorkommen (Brandenburg, Sachsen-Anhalt) – wäre die Großtrappe in Deutschland vermutlich bereits ausgestorben. Dies ist wahrscheinlich vor allem mit dem Verlust des typischen Habitats der Großtrappe zu erklären, welcher in Deutschland mittlerweile nur noch rund ein Prozent der früheren Ursprungsfläche ausmacht.

Auf dem Treffen einigten sich die Unterzeichnerstaaten auf einen neuen Aktionsplan, ein mittelfristiges Arbeitsprogramm bis 2016, sowie gemeinsame Forschungsvorhaben zum Schutz der Großtrappe. Existenziell wichtig für die Großtrappen ist zudem die Infrastruktur ihrer Lebensräume, wie Stromleitungen und Windkraftanlagen, zu welcher auf dem letzten Treffen Richtlinien ausgegeben wurden. Ein Monitoring der vorhandenen Populationen und Wiederansiedlungsprojekte ehemaliger Populationen sind weitere wichtige Beschlüsse dieses Treffens. Künftig soll das MoU auf weitere Brut- und Überwinterungsgebiete der Großtrappe in Russland, Italien, Serbien und Montenegro erweitert werden.

Das nächste Signatarstaatentreffen ist für 2016 in Deutschland geplant.

Zuletzt geändert: 06.12.2013