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MoU zum Schutz des Seggenrohrsänger (Acrocephalus paludicola)

Der Seggenrohrsänger ist der seltenste Zugvogel der europäischen Singvögel und gehört zur Gattung der Rohrsänger. Er ist weltweit vom Aussterben bedroht. Innerhalb des letzten Jahrhunderts ist sein Bestand um rund 95 Prozent zurückgegangen. Aufgrund dessen wurde 2003 in Minsk das "Memorandum of Understanding" für den Seggenrohrsänger abgeschlossen und trat am 30. April desselben Jahres in Kraft. Wichtigster Teil des Abkommens ist der Aktionsplan, welcher die konkreten Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung des Seggenrohrsängers beinhaltet.

Wie jede MoU ist auch diese nicht rechtsverbindlich, sondern ist vielmehr eine Absichtserklärung. Die Vertragssaaten, sind in der Art der Umsetzung weitestgehend frei:

Sie können folgende Maßnahmen ergreifen: 

  • Sicherung des Schutzes für die Art und ihre Lebensräume
  • Monitoring und Forschung
  • Öffentlichkeitsarbeit 

Unterzeichnet haben folgende Länder: Belgien, Bulgarien, Deutschland, Großbritannien Lettland, Litauen, Niederlande, Polen, Russland, Senegal, Spanien, Ukraine, Ungarn und Weißrussland.

Ein Vertreter des Landes Brandenburg nimmt für Deutschland die Vertretung bei Treffen im Rahmen des Seggenrohrsänger-MoUs wahr.

Die Bundesregierung fördert aber zurzeit auch im Rahmen eines "E & E Projektes" die Erhaltung der Art an ihrem letzten deutschen Brutplatz, dem Unteren Odertal in Brandenburg. Auch in der grenzübergreifenden Zusammenarbeit mit Polen sehen beide Staaten hier einen Artenschutz-Schwerpunkt. Das letzte Signatarstaatentreffen fand vom 13. bis zum 15. Mai 2010 im Biebrza National Park in Polen statt.

Zuletzt geändert: 06.12.2013