Vogelschutz

AEWA

Der in unseren Breiten jährliche stattfindende Vogelzug zwischen den Sommer- und den Winterquartieren ist das klassische Beispiel für wandernde und ziehende Tierarten. Unter den ziehenden Vögeln finden sich zahlreiche Wat- und Wasservögel: z. B. Enten, Gänse, Reiher, Störche, Schnepfen und Regenpfeifer.

Viele der hierunter betroffenen Arten leiden während des Zuges besonders unter Bejagung oder unter dem Rückgang der Feuchtlebensräume. Letztere sind nicht nur als Sommer- und Winterlebensräume für diese Arten überlebensnotwendig, sondern während des Zuges auch als Trittsteinhabitate. Für diese Lebensräume wurde daher bereits 1971 ein Übereinkommen über Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung, insbesondere als Lebensraum für Wat- und Wasservögel, geschlossen: Die Ramsarkonvention

Das afro-eurasische Wasservogelübereinkommen (AEWA/African-Eurasian Waterbird Agreement) ist ein internationales Abkommen, das in diesem Sinne dem Schutz der wandernden Wasservögel dient.

Am 16. Juni 1995 wurde das Abkommen unter dem Schirm der "Bonner Konvention" abgeschlossen. Das Sekretariat wird vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) gestellt und befindet sich in Bonn. Das Abkommen umfasst 68 Länder und die EU (Stand: 01.01.2013). Diese Länder haben sich im Kontext des AEWA-Abkommens zum Schutz von rund 255 Wasservogelarten im AEWA-Abkommen erfassten Arten verpflichtet. Ziel des Abkommens ist es, die Wasservogelarten in einen guten Erhaltungszustand zu bringen und diesen zu sichern. In diesem internationalen Artenschutzabkommen ist der Schutz erstmalig auf Populationen von Wasservogelarten bezogen.

AEWA umfasst drei Anhänge: Anhang 1 beinhaltet das Abkommensgebiet. Die vom Abkommen erfassten 255 Wasservogelarten aus 27 Familien sind im Anhang 2 aufgelistet. In Anhang 3 ("Aktionsplan"), werden die Erhaltungsmaßnahmen aufgeführt. Eine Tabelle zu diesem Anhang spezifiziert die Wasservogelpopulationen und enthält die Gefährdungseinstufungen, an die jeweils unterschiedliche Verpflichtungen anknüpfen. Der Aktionsplan und die Tabelle werden regelmäßig aktualisiert.

Letzter Stand

Vom 14. bis zum 18. Mai 2012 fand das 5. Vertragsstaatentreffen in La Rochelle statt. Auf dieser Konferenz stand besonders der Vogelschutz in Afrika im Vordergrund, da er in diesem Kontinent oft schwer zu handhaben ist, da oftmals Ressourcen und Kapazitäten fehlen. Deutschland hat bereits durch Unterstützung des sogenannten "Wings over wetlands"-Projektes mit einer Million Euro die Zusammenarbeit mit Afrika und das Capacity Building dort gefördert. Zurzeit läuft unter der Betreuung des Wattenmeer-Sekretariates ein weiteres Partnerschafts-Projekt mit Afrika und BMUB fördert im AEWA-Sekretariat diese Zusammenarbeit durch Bereitstellung einer Personal-Stelle. Mit deutscher Hilfe sollen 2013 dem Schutz rückläufiger baltischer Meeresenten mehr Aufmerksamkeit zukommen und gemeinsame Projekte zur Erforschung der Hintergründe konzeptioniert werden.

Zuletzt geändert: 06.12.2013

Weitere Informationen

Abkommen AEWA (englisch)