Vogelschutz

Jagd und Artenschutz

Naturschutzübereinkommen (Bonner und Berner Konvention, AEWA) und Europäische Naturschutzrichtlinien enthalten Verpflichtungen zur Beschränkung der Jagd von gefährdeten Arten. Sehr differenzierte Regelungen zur Jagd auf Wasservögel enthält das AEWA. Die EU-Vogelschutzrichtlinie erlaubt die Bejagung der in Anhang II aufgelisteten Vogelarten (teilweise nur in bestimmten Mitgliedstaaten). Darunter befinden sich auch Arten, deren Status sich seit der letzten Anpassung des Anhangs verschlechtert hat. Die Europäische Kommission hat für gefährdete, nach der Richtlinie jagdbare Vogelarten Managementpläne vorgelegt, die zur Verbesserung der Erhaltungssituation beitragen sollen.

Eine Vielzahl der dem Jagdrecht unterliegenden Vogelarten sind Zugvögel. Etliche brüten in Deutschland und ziehen im Herbst in südlichere Länder oder Kontinente. Arten wie die Bekassine sind gefährdet, werden in Deutschland nicht bejagt, sondern durch spezifische Programme gefördert, leider aber beim Herbstzug von anderen Staaten zur Jagd freigegeben. Die Bundesregierung setzt sich auf europäischer Ebene dafür ein, dass sich die Erhaltungssituation gefährdeter Vogelarten nicht durch eine Bejagung weiter verschlechtert.

Dem deutschen Jagdrecht unterliegen etliche Arten, deren Bejagung nach den obigen internationalen und europäischen Vorgaben unzulässig ist: Dies gilt beispielsweise für die Wildkatze, den Luchs und den Fischotter, sämtliche Greifvögel oder auch die Großtrappe. Für diese Arten gibt es allerdings keine Jagdzeit, sodass diese ganzjährig von der Jagd zu verschonen sind. Aus Sicht der Bundesregierung besteht kein Anlass, den Wolf durch Aufnahme in § 2 Abs. 1 des Bundesjagdgesetzes dem Jagdrecht zu unterwerfen.

Zuletzt geändert: 06.12.2013

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