Vogelschutz

Vogelschutz an Mittelspannungsleitungen

Stromleitungen stellen besonders für Vögel mit großer Flügelspannweite ein erhebliches Risiko dar, wenn der Vogel infolge einer Erdung mit dem Strommast oder einer Verbindung von zwei Leitungen einen in der Regel tödlichen Stromschlag (Elektrokution) erhält. Diese Problematik tritt vor allem bei Mittelspannungsleitungen auf.

Gerade in Gebieten mit Seeadler-, Uhu- oder Storchbrutplätzen waren hier in der Vergangenheit erhebliche Verluste zu beklagen.

Seit 2002 Jahren gibt eine spezifische Vorgabe zum Vogelschutz an Mittelspannungsleitungen. § 41 des Bundesnaturschutzgesetzes schreibt vor, dass neu zu errichtende Strommasten so konstruiert sein müssen, dass es auch ohne Schutzhauben, Abdeckungen oder Ähnliches nicht zu für Vögel tödlichen Stromschlägen kommen kann. Ferner sind bestehende Masten nachzurüsten: Bis zum 31. Dezember 2012 hatten die Energieversorger Zeit, bestehende Masten und technische Bauteile von Mittelspannungsleitungen durch entsprechende Maßnahmen zu sichern, um Vögel vor dem Strom-Tod zu schützen.

Seit dem 1. August 2011 ist eine Anwendungsregel des Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. zum Vogelschutz an Mittelspannungsfreileitungen (VDE-AR-N 4210-11) in Kraft getreten. Diese enthält weitergehende technische Details zum Neubau und zur Nachrüstung dieser Leitungen. Diese hat nach den weiteren Maßgaben des § 49 des Energiewirtschaftsgesetzes den Status einer allgemein anerkannten Regel der Technik. Für neue Oberleitungsanlagen von Eisenbahnen gilt ebenfalls die Verpflichtung, diese bei der Neuerrichtung von vornherein vogelsicher zu konstruieren und zu errichten.

Viele europäische Staaten bemühen sich, ähnliche Schutzstandards zu etablieren. Leider besteht in anderen Ländern – gerade in Afrika aber auch noch in Teilen Europas - die Gefahr der Elektrokution weiter fort.

Die Bundesregierung setzt sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten ein damit auch an anderen Orten entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.

Zuletzt geändert: 15.09.2014