Grünes Band

Deutschlandkarte über die ein grünes Band verläuft, darunter der in grün gehaltene Schriftzug Grünes Band Deutschland

Entlang des ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens fand über Jahrzehnte eine ungestörte Entwicklung der Natur statt. Diese aufgrund der Nutzungsruhe und Abgeschiedenheit entstandenen Flächen zeichnen sich durch einen besonderen Reichtum an gefährdeten Arten und Lebensräumen aus und wirken als sogenanntes "Grünes Band" als national bedeutender Biotopverbund. Mit einer Länge von rund 1.400 Kilometern stellt dieses Grüne Band neben der Funktion als Biotopverbund von besonderer Bedeutung für Deutschland auch eine Chance für Tourismus und Naherholung in den früheren Grenzregionen dar.

Das Grüne Band ist der längste Verbund von Lebensräumen der Natur in Deutschland. Das Besondere ist dabei, dass es der einzige existierende nationale Biotopverbund ist, an dem neun Bundesländer beteiligt sind. Daher ist das Grüne Band auch ein Querschnitt durch fast alle deutschen Landschaften, von den norddeutschen Niederungsgebieten bis hin zu den Mittelgebirgen. Diese Vielfalt der Landschaften ist zugleich ein wichtiges Rückzugsgebiet und Heimat für viele Tier- und Pflanzenarten. Auch historisch ist es etwas ganz Besonderes, dass es gelungen ist, diese früher kaum überwindbare Grenze als ein lebendiges Denkmal der neueren Zeitgeschichte zu bewahren.

Die Bundesregierung und im besonderen Maße das Bundesumweltministerium haben die Idee des Grünen Bandes bereits sehr früh unterstützt. Ganz konkret sind in besonders wertvollen und entwicklungsfähigen Bereichen des Grünen Bandes mit gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung bereits seit 1991 verschiedene Naturschutzgroßprojekte begonnen und teilweise bereits erfolgreich abgeschlossen worden (z. B. Schaalsee-Landschaft, Lenzener Elbtalaue, Sachsen-Anhaltinischer Drömling und Niedersächsischer Drömling). Weitere, wie das Grüne Band Eichsfeld-Werratal und das Grüne Band Rodachtal-Lange Berge-Steinachtal, befinden sich derzeit auf dem Weg in die Umsetzungsphase.

Im November 2005 wurde das Grüne Band als Nationales Naturerbe eingestuft und 2007 in der Nationalen Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt der Bundesregierung (NBS) als Leuchtturmprojekt hervorgehoben. Nach langjährigen Verhandlungen konnte 2010 der Prozess der kostenlosen Übertragung von Bundesflächen im Grünen Band als Teil des Nationalen Naturerbes an die Länder bzw. deren Naturschutzstiftungen abgeschlossen werden.

An den Stellen, wo das Grüne Band bereits zerstört ist oder Lücken aufweist, soll von Seiten des Bundesumweltministeriums dazu beitragen werden, diese Lücken wieder zu schließen und den Biotopverbund in seiner Funktion wieder herzustellen. Mit diesem Ziel wurde 2012 im Rahmen des Bundesprogramms "Biologische Vielfalt" das Projekt "Lückenschluss Grünes Band" begonnen.

Die Bundesregierung hat darüber hinaus ein erhebliches, auch internationales Interesse daran, das Grüne Band zudem als historischen Ort zu erhalten und zu entwickeln. Das Grüne Band ist ein Symbol des friedlichen Zusammenwachsens in Europa und hat daher eine völkerverbindende und friedensstiftende Funktion. Es verbindet nicht nur die Lebensräume von Tieren und Pflanzen, sondern auch die Menschen entlang der Grenzen. Deutschland hat hier eine besondere Verantwortung, der sich die Bundesregierung auch weiterhin stellen wird.

Zuletzt geändert: 01.09.2014