UNESCO Welterbekonvention

Das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt hat das Ziel, weltweit herausragende Kultur- und Naturgüter zu erhalten. Die Weltnaturerbe-Gebiete repräsentieren z. B. herausragende und einzigartige Beispiele für die Stadien der Erdgeschichte, wichtige ökologische Prozesse, Naturgebiete von herausragendem ästhetischem Wert oder bedrohte Lebensräume.

Am 16. November 1972 wurde das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt (Welterbekonvention, World Heritage Convention) von den Mitgliedstaaten der UNESCO verabschiedet. Über 190 Staaten haben dieses Übereinkommen bisher ratifiziert. Ziel des Welterbeübereinkommens ist es, Natur- und Kulturgüter von außergewöhnlichem universellem Wert als Teil des gemeinsamen Erbes der Menschheit für zukünftige Generationen zu erhalten.

Die Welterbeliste - Ein "Best of" unserer Erde

Wichtigstes Instrument des Übereinkommens ist die so genannte Welterbeliste. Sie umfasst über 1000 Stätten. Über die Eintragung von Stätten in die Welterbeliste entscheidet jährlich das von der UNESCO eingerichtete zwischenstaatliche Welterbekomitee.

Deutschland ist derzeit mit über 40 Stätten auf der Welterbeliste vertreten, davon drei Naturerbestätten: das Wattenmeer (Niedersachsen, Schleswig-Holstein), die Fossilienlagerstätte Grube Messel (Hessen) und die Alten Buchenwälder Deutschlands (Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen).

Vorschläge für mögliche zukünftige Welterbenominierungen können der deutschen Vorschlagsliste entnommen werden.

Weltnaturerbe Wattenmeer

Auf seiner 33. Sitzung im Juni 2009 hat das Welterbekomitee das Wattenmeer als deutsch-niederländische Naturerbestätte mit dem weltweit viel beachteten UNESCO Welterbeprädikat ausgezeichnet. Das Weltnaturerbegebiet des Wattenmeeres bestand zu diesem Zeitpunkt aus den Nationalparken Niedersächsisches Wattenmeer, Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer sowie einem Schutzgebiet in den Niederlanden. Im Jahr 2010 wurde das bereits bestehende Weltnaturerbegebiet durch eine geringfügige Änderung der Grenzen um den Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer ergänzt. Im Juni 2014 wurde das bestehende Weltnaturerbegebiet Wattenmeer um den dänischen Teil des Wattenmeeres sowie eine seewärtige Erweiterung in Niedersachsen erweitert. Somit ist das gesamte Wattenmeer, das vom niederländischen Den Helder in den Niederlanden über Deutschland bis Esbjerg in Dänemark reicht, als Weltnaturerbe anerkannt. Das Weltnaturerbegebiet umfasst nun eine Fläche von ca. 11.500 Quadratkilometern entlang der Küste mit einer Länge von rund 500 Kilometern.

Weltnaturerbe Buchenurwälder der Karpaten und Alte Buchenwälder Deutschlands

Im Juni 2011 hat das Welterbekomitee die "Alten Buchenwälder Deutschlands" als eine Erweiterung der Weltnaturerbestätte "Buchenurwälder der Karpaten" (Slowakische Republik/ Ukraine) in die Welterbeliste aufgenommen. Dabei handelt es sich um Gebiete in den Nationalparken Jasmund und Müritz in Mecklenburg-Vorpommern, Hainich in Thüringen und Kellerwald-Edersee in Hessen sowie um den Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in Brandenburg. Seither besteht eine enge trilaterale Zusammenarbeit der beteiligten Staaten zum Management der gemeinsamen Weltnaturerbestätte. Die Einschreibung verknüpfte die UNESCO zudem mit der Aufforderung zu einer Erweiterung der trilateralen Welterbestätte um weitere Buchenwaldgebiete in Europa. Im Februar 2016 wurden die Nominierungsunterlagen für Teilgebiete aus zehn weiteren Staaten bei der UNESCO eingereicht.

Jeder Vertragsstaat zum Übereinkommen erstellt eine Vorschlagsliste für zukünftige Welterbenominierungen.

Welterbe in Gefahr

Ein weiteres Instrument des Welterbeübereinkommens ist die so genannte "Liste des gefährdeten Welterbes". Dabei handelt es sich um Welterbestätten, die ernsthaft bedroht sind, und für deren Erhalt daher besondere Schutzmaßnahmen erforderlich sind. Die Liste enthält derzeit rund 50 Stätten.

Zuletzt geändert: 17.10.2016