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Weltbiodiversitätsrat (IPBES)

Der Weltbiodiversitätsrat IPBES (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services) ist ein zwischenstaatliches Gremium zur wissenschaftlichen Politikberatung für das Thema biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen.

Dieses Biodiversitätsgremium soll politischen Entscheidungsträgern zuverlässig unabhängige und glaubwürdige Informationen über den Zustand und die Entwicklung der Biodiversität zur Verfügung stellen, damit diese gut informierte Entscheidungen zu ihrem Schutz treffen können. Der Sitz des Sekretariats befindet sich in Bonn. Aktuell sind mehr als 120 Staaten Mitglied von IPBES.

Kernaufgabe des IPBES ist die Erstellung von Berichten über den aktuellen Zustand und Wissensstand zu Biodiversität und Ökosystemleistungen. Hierfür werden von Mitgliedsstaaten und -organisationen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie weitere Experten für zeitlich befristete Autorengruppen nominiert, welche in umfassenden Abstimmungsprozessen die IPBES-Berichte verfassen. Das Gremium soll weltweit wissenschaftliche Daten sammeln, analysieren und politische Handlungsoptionen zum Schutz der biologischen Vielfalt aufzeigen. Hierbei soll das Wissen aller wissenschaftlichen Disziplinen, Wissensformen und Wissensträger einbezogen werden. Wissenschaftliche Unabhängigkeit und Unvoreingenommenheit, sowie die Zusammenarbeit mit bestehenden Institutionen stellen dabei den größten Nutzen dar. IPBES selbst führt keine eigenen Forschungsarbeiten durch.

Die Berichte des IPBES sollen insbesondere auch dem Übereinkommen zur biologischen Vielfalt CBD (Convention on Biological Diversity) als Wissens- und Entscheidungsgrundlage dienen.

Die internationale Gemeinschaft hatte bei einer Regierungskonferenz im Juni 2010 in Busan (Südkorea) die Einrichtung von IPBES beschlossen. Im Dezember 2010 wurde dieser Beschluss durch die UN-Generalversammlung bestätigt. Im April 2012 wurde IPBES von der Staatengemeinschaft schließlich formell gegründet.

Auf Einladung des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) verhandelten im April 2012 in Panama City etwa 300 Delegierte aus über 100 Staaten über mögliche Funktionen, Aufgaben, Rechtsstatus, Verwaltungsstruktur und Finanzierung des neuen Gremiums.

Die internationale Staatengemeinschaft beschloss unter anderem, dass das VN-Sekretariat IPBES in Bonn, der deutschen Stadt der Vereinten Nationen, angesiedelt werden soll.

Die Entscheidung für Bonn honorierte letztendlich das anhaltende Engagement Deutschlands für die Erhaltung der Biodiversität weltweit. Das deutsche Angebot überzeugte auch dadurch, dass Bonn bereits Sitz von zahlreichen VN-Organisationen mit mehr als 1000 Beschäftigten im Bereich Umwelt-, Klima- und Naturschutz ist, die überwiegend auf dem UN-Campus im ehemaligen Parlamentsviertel am Rhein untergebracht sind.

IPBES Plenarsitzungen

Fünfte IPBES Plenarsitzung

vom 7. bis zum 10. März 2017 in Bonn

Zur fünften Plenarsitzung des Weltbiodiversitätsrates IPBES trafen sich Regierungsvertreterinnen und Regierungvertreter aus 95 der aktuell 126 IPBES-Mitgliedstaaten, Vertreterinnen und Vertreter von wissenschaftlichen Einrichtungen, von Nichtregierungsorganisationen und andere Interessensvertreterinnen und Interessensvertreter im World Conference Center Bonn.

Zentrale Entscheidungen waren

  • in 2017 keine weiteren Arbeitselemente des ersten Arbeitsprogramms zu starten,
  • der Start eines Prozesses zur Erarbeitung eines Rahmens für ein zweites Arbeitsprogramm nach 2018 durch das IPBES-Bureau und das Multidisziplinäre Expertengremium (MEP),
  • die Festlegung von Kriterien für die interne und externe Evaluierung von IPBES,
  • die Verbesserung der Stellung der EU durch einen privilegierten Beobachterstatus (davon unberührt bleiben die Mitgliedschaften der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten),
  • bei der nächsten Plenarsitzung im März 2018 in Medellin, Kolumbien die budgetäre Situation der Plattfom grundsätzlich zu diskutieren.

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Vierte IPBES Plenarsitzung

vom 22. bis 28. Februar 2016 in Kuala Lumpur, Malaysia

Zentrale Entscheidungen auf der vierten Plenarsitzung von IPBES (IPBES-4) waren insbesondere die Verabschiedung der ersten beiden IPBES-Berichte zu (1) Bestäubern, Bestäubung und Nahrungsmittelproduktion sowie zu (2) Methoden der Szenarienanalyse und Modellierung von Biodiversität und Ökosystemleistungen. Zur weiteren Umsetzung des IPBES-Arbeitsprogramm 2014-2018 wurde entschieden, in Ergänzung zu den bereits laufenden regionalen Berichten nun umgehend mit dem globalen Bericht über den Zustand der biologischen Vielfalt und Ökosystemleistungen zu beginnen. Die Entscheidung über den Beginn weiterer Arbeitselemente des Arbeitsprogramms wurde auch aufgrund fehlender finanzieller Ressourcen zwar auf die fünfte Plenarsitzung im März 2017 verschoben, ihre jeweilige geplante inhaltliche Ausgestaltung wurde aber bereits auf IPBES-4 beschlossen.

Durch Vorlage der ersten beiden Berichte hat IPBES die in sie gesetzten Erwartungen als zentrales Gremium für die Schnittstelle für Biodiversitätsforschung und Politikberatung voll erfüllt. Für die kommenden Jahre gilt es insbesondere dieses Niveau zu halten und die qualifizierten und engagierten Wissenschaftler weiter für den IPBES-Prozess zu erhalten.

Prof. Robert T. Watson aus Großbritannien wurde auf IPBES-4 für die kommenden drei Jahre einstimmig zum IPBES-Vorsitzenden gewählt.

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Dritte IPBES Plenarsitzung

vom 12.-17. Januar 2015 in Bonn

Auf der dritten IPBES Plenarsitzung im Januar 2015 am Sekretariatssitz in Bonn ist es gelungen, zentrale Entscheidungen für die weitere Umsetzung des vor einem Jahr beschlossenen, ambitionierten Arbeitsprogramms zu treffen. IPBES-3 hat Vorstudien zu den vier regionalen und subregionalen Gutachten (Europa und Zentralasien, Afrika, Amerika, Asien-Pazifik) zu Biodiversität und Ökosystemleistungen und einen allgemeinen Leitfaden zu deren Erstellung angenommen. Die Vorstudie zum thematischen Gutachten zu Landdegradierung und Wiederherstellung wurde ebenfalls verabschiedet. Damit wurde die Durchführung dieser Gutachten beschlossen. Sie sollen bis IPBES-6 (voraussichtlich in 2018) erstellt werden. IPBES-3 hat außerdem entschieden, dass die Vorstudien zum Gutachten zu invasiven gebietsfremden Arten, zum Gutachten zur nachhaltigen Nutzung und Erhaltung der Biodiversität sowie zum globalen Gutachten zu Biodiversität und Ökosystemleistungen bis IPBES-4 in 2016 erarbeitet werden sollen. Die beiden thematischen Gutachten sollen dann auf IPBES-7 (voraussichtlich in 2019) vorliegen. Das globale Gutachten soll ebenfalls bis 2019 erstellt werden. In Aussicht genommen ist zudem die Erstellung eines regionalen Gutachtens zur Hohen See. Um Konsistenz zwischen allen IPBES Arbeitselementen zu gewährleisten und Synergien zu nutzen, wurde ein koordinierter Ansatz zwischen den regionalen Gutachten sowie zwischen diesen und den thematischen Gutachten beschlossen. 

IPBES-3 hat außerdem wichtige, noch ausstehende Verfahrensfragen zur Annahme der IPBES Gutachten und transparente Regeln im Falle von Interessenskonflikten verabschiedet. Darüber hinaus wurden eine Kommunikationsstrategie und eine Strategie zur Beteiligung von Interessenvertretern angenommen. Mit der Verabschiedung der Strategie zur Beteiligung von Interessenvertretern wurde der Weg zur Mobilisierung und Einbindung möglichst zahlreicher und diverser Interessenvertreter und Wissensträger bei IPBES geebnet. So können sich u. a. Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaftler und Wissenschaftsinstitutionen offiziell an der Arbeit des Gremiums beteiligen.

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Zweite IPBES Plenarsitzung

vom 9.- 14. Dezember 2013 in Antalya, Türkei

Auf der zweiten IPBES Plenarsitzung im Dezember 2013 in Antalya, Türkei, konnten wichtige Weichen für die weitere Arbeit des Gremiums gestellt werden: Das Arbeitsprogramm für die nächsten fünf Jahre, das Konzeptionelle Rahmenwerk und ein Budget für die ersten beiden Jahre des Arbeitsprogramms wurden verabschiedet und ein Trust Fund eingerichtet. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) verkündete während der Plenarsitzung, dass die Französin Dr. Anne Larigauderie die erste Exekutivsekretärin des IPBES Sekretariates wird. Nach und nach sollen nun die weiteren Posten besetzt werden, sodass das IPBES Sekretariat in Bonn voraussichtlich im ersten Quartal 2014 eröffnet werden kann. Einen der großen Erfolge der zweiten IPBES Sitzung stellt das umfassende und ambitionierte Arbeitsprogramm für die Jahre 2014 bis 2018 dar. Wie in Tabelle 1 dargestellt, umfasst es methodische und thematische Arbeitspakete, die in Form von sogenannten "fast-track"-Gutachten und regulären Gutachten bearbeitet werden. 

Tabelle 1: Geplante IPBES Gutachten 2014 – 2018

GutachtentypThema
Fast-track (Erstellung bis IPBES-4), thematischBestäubung und mit Bestäubern verbundene Nahrungsmittelproduktion
Fast-track (Erstellung bis IPBES-4), methodischAnalyse von Szenarien und Modellierung der Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen

Regulär, methodisch, u. LeitfadenKonzeptualisierung der Werte der Biodiversität und des Nutzens der Natur für die Menschen

Regulär, thematischLanddegradierung und Restaurierung
Regulär, thematischInvasive gebietsfremde Arten
Regulär, thematischNachhaltige Nutzung und Erhaltung der Biodiversität

Des Weiteren sollen nach der dritten IPBES Sitzung regionale und sub-regionale Gutachten zu Biodiversität und Ökosystemleistungen durchgeführt werden. Darauf aufbauend ist ein globales Gutachten zu diesem Thema geplant.

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Erste IPBES Plenarsitzung

vom 21.-26. Januar in Bonn

Auf der 1. offiziellen Plenarsitzung im Januar 2013 am Sitz des IPBES-Sekretariats in Bonn wurden die Regeln für die künftige Arbeit von IPBES, die Organisationsstruktur sowie die Besetzung der verschiedenen IPBES-Gremien festlegt. Als wichtigste Maßnahmen für die vollständige Funktionsfähigkeit des neuen Weltbiodiversitätsrates wurden die Mitglieder der ausführenden Organe, also des administrativen Bureaus und des Expertengremiums MEP (Multidisciplinary Expert Panel), gewählt. Das MEP setzt sich aus weltweit führenden Wissenschaftlern zusammen. Die für zwei Jahre gewählten Mitglieder des MEP setzen sich zu gleichen Teilen aus Vertretern der fünf UN-Regionen zusammen. Für das Bureau wurde Prof. Abdul Hamid Zakri aus Malaysia als IPBES-Vorsitzender bestimmt, der viel Erfahrung aus zahlreichen internationalen Koordinationstätigkeiten mitbringt. Des Weiteren wurde festgelegt, dass IPBES vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) verwaltet wird.

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Nationale Aktivitäten zu IPBES

Die Deutsche IPBES-Koordinierungsstelle

Die Deutsche IPBES-Koordinierungsstelle wurde Anfang 2014 vom Bundesumweltministerium (BMUB) und Bundesforschungsministerium (BMBF) ins Leben gerufen. Sie ist die Schnittstelle zwischen den internationalen IPBES-Gremien (Sekretariat, Bureau, MEP) und Prozessen, dem BMUB als nationaler IPBES-Kontaktstelle und den deutschen Wissenschaftlern und Experten auf dem Gebiet der biologischen Vielfalt und Ökosystemleistungen. Die Deutsche Koordinierungsstelle informiert die deutschen Wissenschaftler über die internationalen und nationalen IPBES-Prozesse. Sie ist verantwortlich für die Koordination der Nominierungsverfahren deutscher Experten. Ein weiterer zentraler Aufgabenbereich der Deutschen IPBES-Koordinierungsstelle ist die Öffentlichkeitsarbeit. Des Weiteren führt sie diverse Stakeholder-Veranstaltungen durch. Sie richtet beispielsweise nationale Foren zu IPBES im Vorfeld der internationalen IPBES Plenarsitzungen aus. Darüber hinaus unterstützt die Deutsche IPBES-Koordinierungsstelle die nationale IPBES-Kontaktstelle (IPBES National Focal Point) im BMUB. Die deutsche IPBES-Koordinierungsstelle ist beim Projektträger des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) angesiedelt.

Nationale Foren zu IPBES

Im Vorfeld der internationalen IPBES-Plenarsitzungen lädt das Bundesumweltministerium zusammen mit dem Bundesforschungsministerium jeweils zu einem "Nationalen Forum zu IPBES" ein. Diese Foren dienten dem Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und interessierter Öffentlichkeit. Deutsche Wissenschaftler berichten beispielsweise von ihrer Arbeit in den IPBES Gremien und stellen die verschiedenen Vorstudien und Gutachten vor. Die nationalen Foren tragen auch zur Vorbereitung der deutschen Positionen für die jeweils bevorstehenden IPBES-Plenarsitzungen bei. Aktuelle Informationen zu nationalen Foren zu IPBES finden Sie auf der Webseite der Deutschen IPBES-Koordinierungsstelle.

Zuletzt geändert: 06.06.2017