Naturschutz und Photovoltaik

Unter Photovoltaik versteht man die direkte Umwandlung von Sonnenlicht in elektrische Energie mittels Solarzellen.

Solaranlage: Eine Solaranlage ist eine technische Anlage zur Umwandlung von Sonnenenergie in eine andere Energieform. Solaranlagen lassen sich je nach der umgewandelten Energieform u. a. in thermische Solaranlagen, die in kleinerem Maßstab Wärme liefern und in Photovoltaikanlagen, die Strom produzieren, unterscheiden.

In Deutschland wurden im Jahr 2015 rund 6,5 Prozent des Bruttostromverbrauchs (knapp 40 Milliarden Kilowattstunden) durch Photovoltaikanlagen erzeugt. Etwa drei viertel der Photovoltaikleistung besteht aus Dachanlagen. Der Rest entfällt auf Freiflächenanlagen. Die Flächeninanspruchnahme durch diese Freiflächenanlagen beträgt circa 26.000 Hektar (Stand Ende 2016). Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2017 wird festgelegt, dass jährlich 600 Megawatt Freiflächenanlagen ausgeschrieben werden. Dadurch nimmt die für diese Anlagen benötigte Fläche jährlich um circa 2000 Hektar zu. 

Die Errichtung der Module und Nebenanlagen als Freiflächenanlagen und deren Einzäunung sowie die Offenhaltung der Betriebsflächen verursachen eine Veränderung und mögliche Verdrängung der bestehenden Flächennutzung. Die erforderliche Einzäunung der Anlagen führt auch zum Verlust oder Verkleinerung von Lebensräumen. Bei einer unsachgerechten Standortwahl (zum Beispiel Nutzung von Rastvogelgebieten oder auf wertvollen Naturschutzflächen) können direkte Auswirkungen auf Pflanzen, Tiere und die biologische Vielfalt entstehen.

Das Bundesumweltministerium setzt sich für die Gewinnung von Solarenergie auf Dächern und an Fassaden sowie Wärmepumpen oder Erdwärme ein. Diese Energiearten, die Natur und Landschaft schonen, nehmen kaum zusätzliche Flächen in Anspruch. Darüber hinaus sind sie besonders verbrauchernah und können helfen, die Akteursvielfalt in der Energiewende zu stärken.

Beim Ausbau der Photovoltaik müssen Konkurrenzen mit anderen Flächennutzungen wie Ackerflächen, Naturschutzflächen, Siedlungsflächen, Freizeit- und Erholungsflächen vermieden werden. Denn die verdrängten ursprünglichen Nutzungen führen in der Regel an anderer Stelle zu einer Intensivierung der Flächennutzung, so dass letztlich nicht nur direkt sondern gegebenenfalls indirekt die Raumbedürfnisse der biologischen Vielfalt beeinträchtigt werden. Daher hat sich das Bundesumweltministerium dafür eingesetzt, dass im neuen Erneuerbare-Energien-Gesetz 2017 der Ausbau von Freiflächenanlagen nur in begrenztem Umfang erfolgt, während der weitaus größte Teil des geplanten Ausbaupfads (circa drei viertel des Gesamtausbaus) weiterhin durch Dachflächenanlagen erfolgen wird. Aus Umwelt- und Naturschutzgründen muss vermieden werden, dass der PV-Ausbau zunehmend von der Dachfläche auf die Freifläche verlagert wird.

Zuletzt geändert: 04.08.2017