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Architektur-Biennalen

Architektur-Biennalen gehören weltweit zu den prominentesten Plattformen für die Präsentation und Diskussion innovativer Tendenzen in Architektur und Stadtentwicklung. Biennalen sind der Ort, an dem sich die Architektur als breite, in die Gesellschaft wirkende Disziplin reflektiert. Sie sind Schaufenster der Baukultur und ermöglichen den teilnehmenden Nationen, planerische Leistungen aus ihrem Land einem internationalen Publikum zu präsentieren.

Die Bundesrepublik Deutschland, finanziert aus dem Etat des BMUB, beteiligt sich regelmäßig mit eigenen Ausstellungsbeiträgen an der Architektur-Biennale Venedig und hat in den vergangenen Jahren auch mit eigenen Beiträgen an der Architektur-Biennale Sao Paulo teilgenommen.

Architektur-Biennale Venedig

Die weltweit bekannteste und renommierteste Biennale ist die Architektur-Biennale Venedig. Sie findet alle zwei Jahre statt. Deutschland beteiligt sich regelmäßig mit nationalen Beiträgen im deutschen Pavillon auf dem historischen Biennale-Gelände in den Giardini von Venedig.

Die inhaltliche Verantwortung für den deutschen Beitrag in Venedig wird mit jeder Biennale wechselnd einem Generalkommissariat/Kurator übertragen, das/der nach einem offenen Wettbewerbsverfahren um das beste Ausstellungskonzept auf Vorschlag einer Auswahlkommission unter Mitwirkung der maßgeblichen Berufsverbände berufen wird.

15. Architektur-Biennale 2016 in Venedig

Die 15. Architekturbiennale fand in der Zeit vom 28. Mai bis 27. November 2016 statt. Das Motto der Biennale 2016 lautete: "Reporting from the front". Als Biennale-Direktor wurde der besonders durch sein Engagement für soziales und kostengünstiges Bauen bekannte und dafür mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnete chilenische Architekt Alejandro Aravena benannt.

Der deutsche Beitrag wurde vom Deutschen Architektur Museum (DAM) mit seinem Direktor Peter Cachola Schmal unter dem Motto "Making Heimat. Germany, Arrival Country" erstellt. Das Konzept griff Fragen, Initiativen und Diskussionen auf, die derzeit bei den Themen Bauen und Wohnen in Deutschland einschließlich der Integration von Migrantinnen und Migranten eine wichtige Rolle spielen.

Der deutsche Beitrag bestand aus drei Säulen:

Erste Säule: Die 8 Leitsätze zur Arrival City (Ausstellung im Pavillon)

In enger Zusammenarbeit mit dem kanadischen Autor Doug Saunders hat das DAM acht Thesen zur Arrival City erarbeitet. Mit diesen Thesen stellt das DAM die Frage, welche architektonischen, städtebaulichen und infrastrukturellen Bedingungen in den Arrival Cities gegeben sein müssen, damit sich Einwanderer in Deutschland erfolgreich integrieren können. Der kanadische Journalist und Bestsellerautor hat weltweit Arrival Cities besucht. Seine Beobachtungen stützen sich auf Besuche in Slums und Favelas. Diese Viertel sind und bleiben arm, aber sie haben eine hohe Fluktuation. Für viele sind sie Durchgangsstationen in ein besseres Leben. Neben unterstützenswerten Leitsätzen vertritt das DAM, aufbauend auf den Darstellungen Doug Saunders, die These, dass ethnisch homogene Viertel die Ankunft von Migranten befördern. Im Sinne einer Integration inmitten unserer Gesellschaft spricht sich BMUB deutlich gegen solche Viertel aus.

Das Modell der Arrival City wurde in der Ausstellung auf Beispiele aus Deutschland angewandt. Eines davon ist die Offenbacher Innenstadt, ein weiteres das Dong Xuan Center in Berlin-Lichtenberg, ein vietnamesischer Großmarkt, in dem vieles gänzlich anders funktioniert, als man es in Deutschland gewohnt ist. Die aktuelle Flüchtlingssituation und die Anforderungen an eine Arrival City berühren sich an einem entscheidenden Punkt: Deutschland braucht mehr bezahlbaren Wohnraum für alle.

Zweite Säule: Der "offene" Pavillon

Die Öffnung des Deutschen Pavillons (vier großformatige Durchbrüche) und seine Verwandlung in einen öffentlichen Raum hat das DAM zusammen mit Something Fantastic entwickelt. Für die Berliner Architekten war die Öffnung des Pavillons ein politisches, architektonisches Statement und auch eine Willkommensgeste für die Ausstellungsbesucher. Das Gesamtkonzept für den Deutschen Pavillon orientierte sich an den pragmatischen, improvisierten und effektiven Gestaltungsprinzipien der Arrival Cities. Die auf bunten Papieren im Copyshop gedruckten Ausstellungstexte wurden auf die Wand tapeziert, die zur Schließung der Wände bereitgestellten Ziegelsteine wurden als Tresen und Sitzmöbel verwendet. Nach Ablauf der Ausstellung wurden die Öffnungen gemäß Auflage der Denkmalschutzbehörde wieder geschlossen.

Dritte Säule: Die Datenbank Flüchtlingsbauten

Die im Pavillon präsentierten Bauten waren eine Auswahl der Flüchtlingsunterkünfte, die vom DAM nach einem Call for projects seit November 2015 auf einer Webseite gesammelt wurden. Die Auswahl sollte nicht werten, sondern gebaute Prototypen präsentieren. Die Projekte werden nach der Fertigstellung weiter vom DAM begleitet.

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"Making Heimat" in Frankfurt

Die Ausstellung "Making Heimat. Germany, Arrival Country" wanderte nun zum DAM nach Frankfurt und wird hier vom 4.3. bis zum 6.9.2017 gezeigt. Insbesondere der Teil "Offenbach is almost all right" wurde vertieft recherchiert und aufbereitet. Begleitend erschien die Publikation "Flüchtlingsbautenatlas". Enthalten sind die Projekte, die nach dem Projektaufruf im Vorfeld der Architekturbiennale eingereicht und online publiziert wurden. Diese wurden jetzt auf ihre Realisierung und Nutzung hin untersucht.

16. Architektur-Biennale 2018 in Venedig

Der deutsche Beitrag für die Architekturbiennale 2018 in Venedig wurde zu Beginn 2017 im offenen Wettbewerb ausgeschrieben. Am 5. Mai 2017 bestimmte die Auswahlkommission die sechs besten Konzeptideen. Zum 15. Juni 2017 sind die Verfasser/innen dieser Konzeptideen zu einer vertieften Präsentation vor die Expertengruppe nach Berlin eingeladen. Im Anschluss an die Präsentationen gibt die Auswahlkommission eine Empfehlung an das BMUB ab. Mit der Veröffentlichung der Namen der Kuratorinnen/Kuratoren ist im Juli 2017 zu rechnen.

Übersicht der bisherigen deutschen Beiträge zur Architektur-Biennale Venedig (Generalkommissare in Klammern):

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Zuletzt geändert: 27.07.2017