Programm zur Förderung des UNESCO-Welterbes

Gut für die Baukultur, gut für die Konjunktur

Mit dem im Jahr 2014 ausgelaufenen Bundesprogramm "Förderung von Investitionen in nationale UNESCO-Welterbestätten" hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Gelder bereitgestellt, um die dringend notwendigen Investitionen in den Erhalt der historischen Orte von Weltrang zu tätigen. Für den Zeitraum 2009-2014 wurden insgesamt rund 220 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, um Projekte in mehr als 60 Welterbekommunen zu fördern. 

Deutschland hat mit derzeit 41 gelisteten Bauwerken, Landschaften und städtischen Ensembles verhältnismäßig viele UNESCO-Welterbestätten; 12 davon liegen vollständig oder teilweise (Alte Buchenwälder) in den neuen Bundesländern, drei sind Naturerbestätten. Der Titel UNESCO-Welterbe ist eine Auszeichnung und eine Verpflichtung zugleich. Das gilt für die einzelne Gemeinde, aber auch für Deutschland als Kulturnation. Der Bund hilft den Kommunen, diese Stätten zu erhalten und zu pflegen. 

Das Programm war auch im Hinblick auf die Konjunkturförderung von großer Bedeutung, denn die Welterbestätten sind ein wichtiger Aspekt für Beschäftigung und Wachstum in einer Region. Sowohl im Tourismus als auch in der Bauwirtschaft und im Handwerk schaffen und sichern sie Arbeitsplätze.

Förderung einer welterbeverträglichen Stadtentwicklung

Durch das Programm wurden investive und konzeptionelle Maßnahmen zur Erhaltung, Sanierung und Weiterentwicklung deutscher UNESCO-Welterbestätten gefördert. Im Fokus stand dabei eine welterbeverträgliche Stadtentwicklung. Kriterien für die Auswahl der zu fördernden Projekte durch eine interdisziplinär besetzte und unabhängige Expertenkommission waren unter anderem: Dringlichkeit, stadtentwicklungspolitische Bedeutung, architektonische Qualität, Vorbildwirkung für andere Welterbekommunen, energetische Aspekte und Komplementärfinanzierung durch Land oder Kommunen. Adressaten des Förderprogramms waren die jeweiligen Kommunen. Die Bundesmittel wurden auf Antrag der Kommunen mit – ggf. auch finanzieller – Unterstützung des Landes durch Projektzuwendungen gewährt. Der Bundesanteil betrug dabei in der Regel zwei Drittel der Gesamtkosten; in Ausnahmefällen (kommunale Haushaltsnotlage) ging der Bundesanteil darüber hinaus.

Wanderausstellung

In der vom Deutschen Architekturmuseum kuratierten Ausstellung "UNESCO-Welterbe. Eine Deutschlandreise" waren zahlreiche Exponate, Modelle und Projekte aus den deutschen Welterbestätten zu sehen; sie vermittelten den Besuchern die Vielfalt des deutschen Welterbes, das Spektrum der anstehenden Aufgaben sowie aktuelle Förderprojekte und Strategien der Stadt- und Regionalentwicklung im Welterbe. Die Ausstellung war von Februar bis Mai 2013 im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt zu sehen. Weitere Stationen in Quedlinburg, Trier, Dresden-Hellerau und Koblenz schlossen sich an. Zur Ausstellung ist ein Begleitbuch mit Beiträgen zum Sonderförderprogramm sowie zu den einzelnen deutschen Welterbestätten erschienen.

Zuletzt geändert: 18.01.2017