Mehr Wohn- und Lebensqualität durch weniger Barrieren

Rechtzeitige Vorsorge für das Wohnen im Alter ist eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung. Denn der Anteil älterer Menschen nimmt stetig zu. Er wird sich bei den über 65-Jährigen bis 2035 auf 29,8 Prozent erhöhen (2012 rund 20,7 Prozent). Der Anteil der über 80 Jährigen an der Gesamtbevölkerung wird von 5,4 Prozent im Jahr 2012 auf 8,9 Prozent im Jahr 2035 ansteigen. Nach bisherigen Untersuchungen sind nur zwei Prozent des gesamten Wohnungsbestandes in Deutschland altersgerecht. Barrieren zu reduzieren und Wohnungen, Wohngebäude und das Wohnumfeld den Bedürfnissen und Anforderungen älterer Menschen entsprechend baulich anzupassen, ist deshalb dringend geboten.

Investitionsanreize für den altersgerechten Umbau

Die Bundesregierung unterstützt diesen Anpassungsprozess unter anderem mit Investitionsanreizen. So hat das Bundesbauministerium KfW-Programmen zum altersgerechten Umbau von Wohnungen und Wohngebäuden aufgelegt sowie das KfW-Programm "Barrierearme Stadt" beauftragt.

Im Rahmen des Konjunkturpaketes I stellte die Bundesregierung von 2009 bis 2011 mit dem KfW Programm "Altersgerecht Umbauen" jährlich 80 bis 100 Millionen Euro für die Zinsverbilligung von Darlehen und Investitionszuschüsse bereit. Damit unterstützte sie selbstnutzende Eigentümer, Vermieter und Mieter bei der alters- und behindertengerechten Anpassung von Wohngebäuden. Seit 2012 fördert die KfW im Rahmen eines Darlehensprogramms mit Eigenmitteln den altersgerechten Umbau.

Die demographische Entwicklung erfordert jedoch weiterhin erhebliche Investitionen, damit vor allem ältere Menschen so lange wie möglich in ihrer vertrauten Wohnung und ihrem vertrauten Wohnquartier bleiben können. Am 1. Oktober 2014 ist die Zuschussvariante im KfW-Programm "Altersgerecht Umbauen" wieder eingeführt worden. Das Programm dient der Förderung von Maßnahmen, mit denen Barrieren im Wohnungsbestand reduziert und die Sicherheit erhöht werden.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, sich über weitere Fördermöglichkeiten für den altersgerechten Umbau zu informieren oder diese mit anderen baulichen Maßnahmen, zum Beispiel einer energetischen Sanierung, zu verknüpfen. Auch Länder und Gemeinden bieten zusätzliche Förderungen für den altersgerechten Umbau an.

Zuletzt geändert: 21.04.2017