Kurzinfo Wohnraumförderung

Die Wohnraumförderung der Bundesregierung

Wohnen ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Gute Wohnstandards und intakte Städte sind für die Lebensqualität des Einzelnen von ausschlaggebender Bedeutung. Sie tragen darüber hinaus auch wesentlich zu einem guten sozialen Klima in unserer Gesellschaft bei.

Die insgesamt gute Wohnungsversorgung ist das Ergebnis des Zusammenwirkens von Wohnungsmarkt und der Wohnungspolitik, d.h. der Investitionstätigkeit von privaten Investoren und Unternehmen sowie der Wohnungspolitik von Bund, Ländern und Gemeinden.

Zur Sicherung einer angemessenen Wohnungsversorgung bedarf es - neben den ordnungspolitischen Rahmenbedingungen für die Wohnungsmärkte - verschiedener Förderinstrumente der Wohnungspolitik

  • zur sozialen Absicherung des Wohnens,
  • zur Unterstützung der Wohneigentumsbildung und Altersvorsorge,
  • zur Verbesserung der ökologischen Bilanz des Wohnens.

Das wohnungspolitische Förderinstrumentarium

Wohngeld

Das Wohngeld ist ein unverzichtbarer und integraler Bestandteil einer grundsätzlich marktwirtschaftlich ausgerichteten Wohnraum- und Mietenpolitik. Es hilft schon seit über 50 Jahren als Zuschuss einkommensschwachen Mieterinnen und Mietern von Wohnungen (Mietzuschuss) und selbst nutzenden Eigentümerinnen und Eigentümern von Eigenheimen oder Eigentumswohnungen (Lastenzuschuss), die Wohnkosten zu tragen. Die Wohngeldausgaben teilen sich Bund und Ländern je zur Hälfte.

Durch das Wohngeld sind die begünstigten Haushalte nicht nur auf ein ganz besonders preisgünstiges und deshalb enges Marktsegment im Wohnraumbestand beschränkt, sondern es soll ihnen auch der Zugang zu Wohnraum mit durchschnittlichen Kosten ermöglicht werden. Dies unterstützt auch die Erhaltung und Schaffung stabiler Bewohnerstrukturen in den Wohnquartieren.

Auf Wohngeld besteht ein Rechtsanspruch. Jeder, der die Voraussetzungen erfüllt, sollte seinen Anspruch geltend machen. Die Einzelheiten über das Bestehen eines Wohngeldanspruchs regelt das Wohngeldgesetz (WoGG).

Seit dem 1. Januar 2005 wird Wohngeld nur noch an Nicht-Transferleistungsbezieher geleistet, da bei Transferleistungsbeziehern die Unterkunftskosten von der Transferleistungsstelle berücksichtigt werden (Transferleistungen sind insbesondere Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung).

Das Wohngeld wurde zuletzt zum 1. Januar 2016 erhöht (vgl. Gesetz zur Reform des Wohngeldrechts und zur Änderung des Wohnraumförderungsgesetzes vom 2. Oktober 2015 (BGBl. I S. 1610)).

Soziale Wohnraumförderung

Die soziale Wohnraumförderung ist ein wesentliches Element einer sozial verantwortlichen Wohnungspolitik. Selbst bei optimalen Rahmenbedingungen, die einen im Wesentlichen ausgeglichenen Wohnungsmarkt sicherstellen, gibt es immer Haushalte, die sich aus eigener Kraft – wegen zu geringen Einkommens oder aus anderen Gründen – nicht angemessen mit Wohnraum versorgen können.

Im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung stellen private Investoren und kommunale Wohnungsunternehmen preiswerte Mietwohnungen für Haushalte mit Zugangsschwierigkeiten zu Wohnungen des Wohnungsmarktes bereit. Gefördert werden Mietwohnungen, die Modernisierung von vorhandenem Wohnraum und die Bildung von selbstgenutztem Wohneigentum, vor allem für Familien mit Kindern. Mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung wird von zahlreichen Ländern und Kommunen auch die Schaffung von behindertengerechtem Wohnraum gefördert.

Die Zuständigkeit für die Soziale Wohnraumförderung wurde im Zuge der Föderalismusreform I mit Wirkung vom 1. September 2006 vollständig vom Bund auf die Länder übertragen. Den Ländern obliegen nunmehr auch das Recht zur Gesetzgebung in diesem Bereich und die Finanzierung der sozialen Wohnraumförderung. Als Ausgleich für den Wegfall der Finanzhilfen, die der Bund bis zur Föderalismusreform I an die Länder geleistet hat, gewährt der Bund den Ländern seit 2007 bis einschließlich 2019 Kompensationszahlungen aus dem Bundeshaushalt. Deren Umfang belief sich zunächst auf 518,2 Millionen Euro jährlich. Im Jahr 2015 erfolgte eine Aufstockung um 500 Millionen Euro jährlich für den Zeitraum 2016 bis 2019. Für die Jahre 2017/2018 wurde mit dem Gesetz zur Beteiligung des Bundes an den Kosten der Integration und zur weiteren Entlastung von Ländern und Kommunen eine weitere Erhöhung um jeweils 500 Millionen Euro auf nunmehr 1518,2 Millionen Euro beschlossen. Die Länder haben nach der Übertragung der sozialen Wohnraumförderung eine sichere Finanzierungsperspektive für die Aufgabenwahrnehmung in eigener Verantwortung. Inzwischen haben die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Thüringen eigene Landes-Wohnraumförderungs- beziehungsweise Wohnungsbindungsgesetze erlassen. Soweit das Wohnraumförderungsgesetz und das Wohnungsbindungsgesetz des Bundes nicht durch landesrechtliche Regelungen ersetzt werden, bleiben sie weiterhin gültig.

Eigenheimrente ("Wohn-Riester")

Das Wohneigentum hat einen hohen Stellenwert für individuelle Vermögensbildung und die Altersvorsorge. Zugleich stärkt es die regionale Verbundenheit, und es fordert und fördert Eigenverantwortung. Mit dem Eigenheimrentengesetz ("Wohn-Riester") hat die Bundesregierung 2008 das selbstgenutzte Wohneigentum und das genossenschaftliche Wohnen besser in die steuerlich geförderte Altersvorsorge integriert. Mit dem Gesetz wurden die Entnahmemöglichkeiten verbessert und die Tilgungsförderung bei Immobilienkrediten eingeführt. Seit 2013 kann auch der altersgerechte Umbau von selbstgenutzten Eigentumswohnungen gefördert werden.

Bausparförderung, Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage

Der Erwerb von Haus oder Wohnung ist ohne Eigenkapital nicht möglich. Es muss angespart werden. Je früher man sich dazu entschlossen hat, desto eher kann man seine Erwerbsabsichten verwirklichen. Eigenkapital kann insbesondere auf einem Bausparvertrag angespart werden.

Das Bausparen wird gegenüber anderen Sparformen vom Staat durch die Gewährung von Wohnungsbauprämien und Arbeitnehmer-Sparzulagen gefördert.

Wohnwirtschaftliche Förderprogramme der KfW-Förderbank

In den wohnungswirtschaftlichen Programmen von Bundesregierung und KfW-Förderbank finden Antragsteller, die Gebäude oder Wohnungen kaufen, modernisieren und/oder energetisch oder altersgerecht sanieren wollen, ein breit gefächertes Programmangebot. Auch einbruchhemmende Maßnahmen werden seit November 2015 gefördert. Wer das Gebäude oder die Wohnung modernisieren will, kann Einzelmaßnahmen, die Durchführung eines Maßnahmenpaketes bis hin zur komplexen Zielförderung auf ein bestimmtes energetisches oder altersgerechtes Niveau gefördert bekommen.

Darüber hinaus werden der Neubau energiesparender Gebäude sowie die Schaffung von Wohneigentum einschließlich des Erwerbs von Anteilen an einer Wohnungsgenossenschaft gefördert. Die Förderung erfolgt über die Bereitstellung zinsgünstiger Darlehen durch die KfW-Förderbank. Im CO2 -Gebäudesanierungsprogramm sowie im Programm "Altersgerecht Umbauen/Einbruchschutz" ist auch eine Förderung über Zuschüsse möglich. Weitere Informationen erhalten Sie über den Link zu den Internetseiten der KfW-Förderbank in der rechten Kontextspalte.

Zuletzt geändert: 03.03.2017