Sprungnavigation

Von hier aus koennen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:

Inhaltsbereich

zur Sprungnavigation

Genossenschaftlich wohnen in Deutschland

Das genossenschaftliche Wohnen bildet neben dem selbst genutzten Wohneigentum und dem Wohnen zur Miete die dritte Säule der Wohnraumversorgung in Deutschland. Rund 2000 Wohnungsgenossenschaften bewirtschaften insgesamt rund 2,2 Millionen Wohnungen. Das sind rund 6 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes. Rund 5 Millionen Menschen wohnen in einer Genossenschaftswohnung und fast 3 Millionen sind Mitglied einer Wohnungsgenossenschaft.

Die Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft (eG) basiert auf den Prinzipien Selbsthilfe, Selbstbestimmung und Selbstverwaltung. In ihr manifestiert sich bürgerschaftliches Engagement. Zweck einer Genossenschaft ist die wirtschaftliche Förderung ihrer Mitglieder. Daneben werden kulturelle und soziale Zwecke verfolgt. Bei Wohnungsgenossenschaften erwerben die Mitglieder mit dem Erwerb von Geschäftsanteilen ein lebenslanges Nutzungsrecht an einer Genossenschaftswohnung. Sie sind dann zugleich Mieter und Anteilseigner des genossenschaftlichen Wohnungsunternehmens. Im Genossenschaftsgesetz sowie in den jeweiligen Satzungen der Genossenschaft sind die Rechte und Pflichten der Mitglieder geregelt.

Die genossenschaftliche Rechtsform findet in vielen Bereichen Anwendung, neben der Wohnungswirtschaft zum Beispiel im Bankensektor, in der Landwirtschaft, bei Handwerk und Dienstleistungen, Kultur und Bildung. Die Genossenschaftsidee hat ihre Wurzeln im Deutschland des 19. Jahrhunderts. Erinnert sei an Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818-1888) und Hermann Schulze-Delitzsch (1808-1883) sowie an Victor Aimé Huber (1800-1869), den Wegbereiter des genossenschaftlichen Wohnungsbaus. Seither hat sich die Genossenschaftsidee zu einer weltweiten Genossenschaftsbewegung entwickelt. Doch ihre Prinzipien sind stets aktuell geblieben. In vielen Ländern leisten Genossenschaften einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung.

Maßnahmen der Bundesregierung

Angesichts der gesellschaftlichen und demografischen Herausforderungen kommt den Wohnungsbaugenossenschaften erhebliche Bedeutung zu. Die Bundesregierung hat dem genossenschaftlichen Wohnen und seinen Wirkungen auf die Gesellschaft, den Wohnungsmarkt und die Stadtentwicklung stets besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehörten die Einberufung der "Expertenkommission Wohnungsgenossenschaften", die Förderung von Modell- und Forschungsvorhaben und die Novelle des Genossenschaftsgesetzes.

Expertenkommission Wohnungsgenossenschaften

Die "Expertenkommission Wohnungsgenossenschaften" hat den Wohnungsgenossenschaften in Deutschland in ihrem 2004 veröffentlichten Bericht erhebliche Potentiale hinsichtlich der Herausforderungen auf Wohnungsmärkten beigemessen. Für die Weiterentwicklung des genossenschaftlichen Wohnens hat sie Empfehlungen an die Politik, die Verbände und die Wohnungsgenossenschaften selbst gerichtet. mehr 

Modell- und Forschungsvorhaben

Das Forschungsprojekt "Wohnungsgenossenschaften als Partner der Kommunen" im Rahmen des "Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen" hat die Bedeutung der Wohnungsgenossenschaften als Partner der Kommunen in den Themen Neubau/Quartiersentwicklung, Versorgung von Zielgruppen und soziale Fragen des Wohnens, wie das Wohnen im Alter untersucht. Dazu wurden 10 Fallbeispiele analysiert. mehr 

In einem weiteren Forschungsvorhaben "Neues Wohnen - Gemeinschaftliche Wohnformen bei Genossenschaften" wurden die Bedingungen zur Umsetzung von gemeinschaftlichen Wohnprojekten in der Rechtsform der eingetragenen Genossenschaft sowie ihre mittel- bis langfristigen Wirkungen auf die Wohnraumversorgung untersucht. mehr

Aktivierung von Potenzialen genossenschaftlichen Wohnens - Evaluierung der Empfehlungen der Expertenkommission Wohnungsgenossenschaften im Forschungsprogramm "ExWoSt". mehr 

Die 2007 abgeschlossenen Modell- und Forschungsvorhaben im Rahmen des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus (ExWoSt) "Erschließen von Genossenschaftspotenzialen" verdeutlichen den genossenschaftlichen Beitrag, zum Beispiel zur Wohnversorgung von Familien mit Kindern, zum Mehrgenerationen-Wohnen, Wohnen im Alter, zur sozialen Stadt- und Quartiersentwicklung sowie zur Altersvorsorge. mehr

Genossenschaftsgesetz

Auch die Genossenschaftsrechtsnovelle vom 18. August 2006 wurde maßgeblich von Empfehlungen der Expertenkommission mitbestimmt. Das Genossenschaftsgesetz trägt damit zur Steigerung der Attraktivität der Rechtsform und zur Stärkung der Informations- und Teilhaberechte der Mitglieder auch bei Wohnungsgenossenschaften bei. Genossenschaftsgründungen wurden erleichtert. Kleinere und Kleinstgenossenschaften sind von finanziellem und bürokratischem Aufwand entlastet worden. Die Kapitalbeschaffung und -erhaltung wurde verbessert sowie die Satzungsautonomie gestärkt. mehr

KfW Förderung

Neben Verbesserungen durch die Gesetzesänderungen werden das genossenschaftliche Wohnen und die Gründung neuer Wohnungsgenossenschaften durch die Förderung des Erwerbs von Genossenschaftsanteilen durch die Mitglieder im Rahmen des Wohneigentumsprogramms der KfW unterstützt. mehr

Zuletzt geändert: 04.05.2017