Immobilienwirtschaftlicher Dialog

Gemäß Koalitionsvertrag der 18. Legislaturperiode ist das "Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen" das zentrale Projekt der Wohnungsbaupolitik des Bundes. Gleichzeitig haben sich die Koalitionsparteien darauf verständigt, den Immobilienwirtschaftlichen Dialog weiterzuführen und auszubauen. Der seit Ende 2007 zu fachspezifischen Themen erfolgreich praktizierte Dialog hat sich über die Jahre als Gesprächsforum zwischen Politik und Branchenvertretern fest etabliert. Damit wird der Bedeutung dieses Wirtschaftszweiges Rechnung getragen. Die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft wächst, ist vital und gehört zu den Stabilitätsfaktoren unserer Volkswirtschaft.

Nicht zuletzt durch die Stabilität seiner Immobilienwirtschaft hat Deutschland seine gute Position im internationalen Wettbewerb stärken und weiter ausbauen können. Die Wohnungs- und Immobilienbranche hat hierzu ganz entscheidend beigetragen und sich als verlässlicher Partner für die Politik erwiesen. Diese starke Stellung zu erhalten und zu festigen, ist ein wichtiges politisches Anliegen. Das Thema Bauen und Wohnen nimmt deshalb im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit einen zentralen Platz ein.

Die Wohnungspolitik steht vor großen Herausforderungen. Für die soziale Stabilität ist eine qualitätsvolle, sichere und bezahlbare Wohnungsversorgung von ganz entscheidender Bedeutung. Ein hoher Versorgungsgrad und hohe Qualitätsstandards prägen unsere Wohnungsmärkte. Gleichzeitig nimmt der Druck auf die Wohnungsmärkte in wirtschaftsstarken Regionen, Ballungszentren und zahlreichen Universitätsstädten weiter zu. Bezahlbarer Wohnraum ist hier knapp und zusätzlich werden in den nächsten Jahren zahlreiche Flüchtlinge und Asylbewerberinnen und -bewerber mit Bleiberecht eine Wohnung suchen.

Wohnen ist ein elementares Grundbedürfnis. Eine gute Wohnungsversorgung zu bezahlbaren Kosten trägt wesentlich zum sozialen Frieden bei. Es ist erklärtes Ziel der Bundesregierung, den Bürgerinnen und Bürgern eine hohe Wohn- und Lebensqualität zu ermöglichen. Das erfordert Rahmenbedingungen für gutes und bezahlbares Wohnen, die auch das energieeffiziente und das altersgerechte Wohnen und Bauen voranbringen.

Seit Beginn dieser Legislaturperiode hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit den Wohnungsbau als zentrale Aufgabe definiert und entsprechend gehandelt. In dem von Frau Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks 2014 ins Leben gerufenen "Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen" haben sich die verantwortlichen Akteure des Wohnungsmarkts auf gemeinsame Ziele und Maßnahmen verständigt. Die im Ergebnis der Arbeiten in einzelnen Arbeitsgruppen und der Baukostensenkungskommission von der Bundesregierung im März 2016 beschlossene Wohnungsbau-Offensive umfasst konkrete Maßnahmen für die wichtigsten Handlungsfelder. Ihre Empfehlungen richten sich an alle föderalen Ebenen (Bund, Länder, Kommunen) und eine Vielzahl gesellschaftlicher Akteure.

Das breite Bündnis auf Bundesebene hat ganz entscheidend dazu beigetragen, die Rahmenbedingungen für den Bau bezahlbarer Wohnungen in Deutschland spürbar zu verbessern. In dieser Legislaturperiode wurden eine Million Wohnungen gebaut. Die Zahl der Baugenehmigungen ist im letzten Jahr auf über 375.000 angestiegen – so viel wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr. Nach Jahren der Stagnation ist die Trendwende geschafft.

Trotz dieser erfreulichen Entwicklungen verlieren die wohnungspolitischen Herausforderungen auch in den kommenden Jahren nicht an Aktualität. Die Arbeit an der Umsetzung der Empfehlungen auf allen föderalen Ebenen wird fortgesetzt, bestehende Regelungen im Interesse einer zukunftsfähigen Wohnungspolitik auf den Prüfstand gestellt. Alle, die zur Verbesserung der Wohnungsversorgung beitragen können, sind in der Pflicht. Das gilt auch für die Partnerverbände des Immobilienwirtschaftlichen Dialogs.

Starke und engagierte Partner, enge Kooperation und gute Kommunikation sind Voraussetzungen, um politische Entscheidungsspielräume erfolgreich nutzen und gestalten zu können. Der Immobilienwirtschaftliche Dialog leistet hierzu einen wichtigen Beitrag. Mit seinen Dialogforen und Werkstattgesprächen wird er auch zukünftig allen interessierten Bündnispartnern offen stehen.

Zuletzt geändert: 27.04.2017