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Wohngeld- und Mietenbericht 2014

Unterrichtung durch die Bundesregierung

Die Bundesregierung hat dem Deutschen Bundestag nach § 39 des Wohngeldgesetzes (WoGG) bisher alle vier Jahre bis zum 30. Juni über die Durchführung dieses Gesetzes und über die Entwicklung der Mieten für Wohnraum zu berichten.

Der Wohngeld- und Mietenbericht 2014 gibt einen Überblick über die Entwicklung des Wohngeldes und der Mieten für Wohnraum im Zeitraum 2011 bis 2014.

Das Bundeskabinett hat den Wohngeld- und Mietenbericht 2014 am 28.10.2015 beschlossen.

Deutscher Bundestag
Drucksache 17/6280

Datum: 24. 06. 2011

Deutscher Bundestag
Drucksache 16/5853

Datum: 26. 06. 2007

Die seit 2009 zu verzeichnende Dynamik auf den Wohnungsmärkten der wirtschaftsstarken Zuzugsräume und vieler Groß- und Universitätsstädte hält weiter an. Hier sind weiterhin deutliche Mietsteigerungen und vielerorts spürbare Wohnungsmarktengpässe zu verzeichnen. Die aktuell hohen Flüchtlingszahlen verstärken die vorhandenen Knappheiten auf den Wohnungsmärkten zusätzlich. Vor allem einkommensschwächere Haushalte, aber auch zunehmend Haushalte mit mittleren Einkommen, haben Schwierigkeiten eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Trotz einer deutlichen Zunahme der Fertigstellungen als Reaktion auf die Engpässe lag die Neubautätigkeit auch 2014 immer noch unter dem nachhaltig erforderlichen Niveau. Für die kommenden Jahre ist mit einer weiter steigenden Zahl an Baufertigstellungen zu rechnen. Angesichts der auch in Zukunft weiter steigenden Nachfrage, die in Folge der aktuellen Flüchtlingsströme noch eine zusätzliche Dynamik bekommen hat, und der aktuell bereits be-tehenden Wohnungsmarktengpässe sind jedoch zukünftig noch deutlich höhere Investitionen notwendig.

Die Bruttokaltmiete, d. h. die Summe aus der Nettokaltmiete und den umlagefähigen kalten Betriebskosten, wie z. B. Wasser, Abwasser und Müllabfuhr, betrug 2014 im Bundesdurchschnitt 7,10 Euro je Quadratmeter und Monat. Bezogen auf eine durchschnittliche Wohnfläche von 70 Quadratmeter entspricht dies einem Betrag von knapp 500 Euro. 2014 betrugen die warmen Nebenkosten (Kosten für Heizung und Warmwasser) 1,50 Euro je Quadratmeter und Monat. Im Vergleich zum letzten Berichtszeitraum (warme Nebenkosten von 1,14 pro Quadratmeter und Monat für 2010) stiegen die warmen Nebenkosten deutlich an. Damit erhöhte sich ihr Anteil an der Warmmiete von 15 Prozent auf 17 Prozent.

Im Jahr 2013 entlastete die öffentliche Hand mit Wohngeld und der Übernahme der Kosten der Unterkunft und Heizung im Rahmen der Grundsicherung rund 4,4 Millionen Haushalte mit 16,5 Milliarden Euro wirkungsvoll bei den Wohnkosten. Damit profitierten 11 Prozent aller Haus-halte von einer vollständigen oder teilweisen Entlastung bei den Wohnkosten.

Nach der Wohngeldreform 2009 bezogen mehr als eine Million Haushalte Wohngeld. Infolge der jährlichen Regelbedarfserhöhungen, der Streichung der Heizkostenkomponente 2011, der allgemeinen Einkommenssteigerungen und der günstigen Arbeitsmarktentwicklung sank die Zahl der Wohngeldhaushalte bis Ende 2013 auf 665.000 Haushalte. Die Ausgaben reduzierten sich entsprechend von 1,8 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 845 Millionen Euro im Jahr 2014.

Mit der Wohngeldreform 2016 werden einkommensschwache Haushalte oberhalb der Grundsicherung bei den Wohnkosten schnell, wirkungsvoll und treffsicher entlastet werden. Im Zentrum der Reform steht die Anpassung des Wohngelds an die Mieten- und Einkommensentwicklung seit der letzten Wohngeldreform 2009. Bei der Erhöhung wird auch der Anstieg der warmen Nebenkosten und damit der Bruttowarmmieten insgesamt berücksichtigt.

Rund 870.000 einkommensschwache Haushalte werden von der Wohngeldreform 2016 profitieren. Darunter sind rund 320.000 Haushalte, die durch die Reform neu oder wieder einen Anspruch auf Wohngeld erhalten. Von diesen werden rund 90.000 Haushalte von der Grundsicherung ins Wohngeld wechseln. Die Wohngeldausgaben von Bund und Ländern werden dadurch 2016 auf rund 1,5 Milliarden Euro steigen.


Stand: 28.10.2015