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Kurzinfo Nachhaltige Entwicklung

Nachhaltige Entwicklung - Worum geht es?

Die Ressourcen der Erde werden heute genutzt wie in keinem Zeitalter zuvor. Und das, obwohl sie oftmals nur begrenzt zur Verfügung stehen. Nachhaltigkeit bedeutet, mit den Ressourcen zu haushalten. Hier und heute sollten Menschen nicht auf Kosten der Menschen in anderen Regionen der Erde und auf Kosten zukünftiger Generationen leben. Nachhaltigkeit betrifft alle Bereiche unseres Lebens und Wirtschaftens und ist folglich eine Aufgabe der ganzen Gesellschaft. Das Leitbild verlangt nach einer gesellschaftlichen Entwicklung, die ökologisch verträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig ist. Wir verfügen nur über die eine Erde. Es geht darum, diese Erde auf Dauer und für alle unter lebenswerten Bedingungen bewohnbar zu erhalten. Dabei ist vor allem die Umwelt im Nachhaltigkeitskonzept der limitierende Faktor - nicht nur auf nationaler, sondern auch auf internationaler Ebene.

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Ziele

Internationale Ziele

Auf der Weltkonferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro bekannte sich die internationale Staatengemeinschaft erstmals zum Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung. Die Staatengemeinschaft verpflichtete sich insbesondere, die wachsende soziale Kluft zwischen Industrie- und Entwicklungsländern zu begrenzen und die schwindenden natürlichen Lebensgrundlagen besser zu schützen. Hierzu verabschiedeten die Staaten der Rio-Konferenz die "Agenda 21", das Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert.

Auf dem Gipfel der Vereinten Nationen zu den Millenniumsentwicklungszielen (Millennium Development Goals, MDGs) im September 2010 stieß die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Gestaltung einer Entwicklungsagenda für die Zeit nach 2015 an. Die Konferenz der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (Rio plus 20-Konferenz) erteilte 2012 in diesem Zusammenhang unter anderem zwei Aufträge: eine offene Arbeitsgruppe sollte bis September 2014 einen Bericht mit konkreten Vorschlägen für Ziele für Nachhaltige Entwicklung vorlegen, ein Expertengremium zur Finanzierung nachhaltiger Entwicklung sollte zur gleichen Zeit über konkrete Vorschläge zu Ansätzen der Entwicklungsfinanzierung berichten. Die Rio plus 20-Konferenz beschloss, mit der Post 2015-Agenda ein für alle Länder geltendes globales und universell anwendbares Zielsystem zu erarbeiten, das Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsaspekte zusammenfasst. Mit dem Abschluss der zwischenstaatlichen Verhandlungen am 2. August 2015 wurde die Post 2015-Agenda in 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung umbenannt. Mit der 2030-Agenda wurden zwei zuvor getrennte UN-Verhandlungsprozesse, der 1992 mit dem Erdgipfel begründete Rio-Prozess und der Prozess der Millenniumentwicklungsziele, unter dem Begriff "Transformation zu nachhaltiger Entwicklung" zusammengeführt.

Die 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung (ehemals Post 2015-Agenda), die am 25. September 2015 beim UNO Nachhaltigkeitsgipfel der Staats- und Regierungschefs verabschiedet worden ist, wird die internationale Zusammenarbeit in zentralen Politikbereichen in den nächsten Jahrzehnten maßgeblich prägen. Mit den überwiegend auf 2030 ausgestellten Zielen soll die überfällige Transformation der Volkswirtschaften in Richtung einer deutlich nachhaltigeren Entwicklung weltweit kräftig vorangetrieben werden. Klimawandel, Verlust von Biodiversität, Armut, Hunger und ein mit einem hohen Ressourcenverbrauch verbundenes Wirtschaften zeigen, dass weltweit umgesteuert werden muss.

Ziele der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie

Mit der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie 2002 wurden in Deutschland quantifizierte Ziele für 21 Themenfelder nachhaltiger Entwicklung festgelegt. Diesen sind verlässlich messbare Indikatoren sowie konkrete Zielerreichungsjahre zugeordnet. Regelmäßig berichten die Bundesregierung und das Statistische Bundesamt inwieweit die Ziele erreicht und wo Weiterentwicklungen nötig sind. Für die Umweltpolitik wichtige Ziele der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie:

  • Beim Einsatz von Rohstoffen soll die Produktivität zwischen 1994 und 2020 verdoppelt werden.
  • Die Energieproduktivität soll sich zwischen 1990 und dem Jahr 2020 verdoppeln.
  • Der Primärenergieverbrauch ist gegenüber 2008 bis 2020 um 20 Prozent und bis 2050 um 50 Prozent zu senken.
  • Treibhausgase sollten bis zum Jahr 2010/2012 gegenüber 1990 um 21 Prozent gesenkt werden. Dieses Ziel wurde bereits im Jahr 2008 erreicht. Der Ausstoß an Klimagasen ist bis 2020 um 40 Prozent und um 80 bis 95 Prozent bis 2050 (jeweils gegenüber 1990) zu reduzieren.
  • Der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch soll bis 2020 auf 18 Prozent und 60 Prozent bis 2050 ansteigen.
  • Der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energiequellen am Stromverbrauch soll auf mindestens 35 Prozent bis 2020 und auf mindestens 80 Prozent bis 2050 ansteigen.
  • Der tägliche Flächenverbrauch in Deutschland soll bis zum Jahr 2020 auf 30 Hektar pro Tag im Jahr reduziert werden. Zum Vergleich: Im Zeitraum 1993-1996 betrug er 140 Hektar pro Tag, 2012: 74 Hektar.
  • Die Artenvielfalt in Deutschland soll auf den Indexwert 100 bis zum Jahr 2015 zunehmen. In den letzten 10 Beobachtungsjahren (2001 - 2011) verschlechterte sich der Indikatorwert auf nur noch 63 Prozent (2011) des Zielwerts.

Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie ist ein wesentlicher Rahmen für die nationale Umsetzung der 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung. Für den Fortschrittsbericht 2016 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie ist eine Weiterentwicklung der Ziele und Indikatoren vorgesehen, die unter anderem die Ziele der 2030-Agenda einbezieht.

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Politik der Bundesregierung

Das Prinzip der Nachhaltigkeit prägt die Politik der Bundesregierung. Sie unterstützt nachdrücklich den 1992 durch die Vereinten Nationen in Rio de Janeiro eingeleiteten Prozess.

Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Die nationale Nachhaltigkeitsstrategie "Perspektiven für Deutschland" wird stetig weiter entwickelt. Kern der Strategie sind vier Leitlinien: Generationengerechtigkeit, Lebensqualität, Sozialer Zusammenhalt und Internationale Verantwortung. Zur Weiterentwicklung zählt auch die Umsetzung der Strategie in der politischen Entscheidungsfindung sowie im alltäglichen Handeln der Bundesregierung. Damit ist eine nachhaltige Entwicklung Leitlinie des Regierungshandelns aber auch in Bereichen wie öffentliche Beschaffung oder bei Dienstreisen (siehe hierzu: Maßnahmenprogramm nachhaltige Bundesregierung).

Berichte zur Umsetzung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie

Regelmäßig erstattet die Bundesregierung Bericht über die Umsetzung der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. Mit ihren alle vier Jahre erarbeiteten Fortschrittsberichten leistet die Bundesregierung einen Beitrag zu einer glaubwürdigen und nachvollziehbaren Überprüfbarkeit der Strategie. Zuletzt wurde der Fortschrittsbericht 2012 veröffentlicht.

Einen wichtigen Teil dieser Berichterstattung stellen die seit dem Jahr 2006 alle zwei Jahre durch das Statistische Bundesamt erstellten Indikatorenberichte dar. Sie informieren im Detail darüber, wie sich die 21 Kernbereiche nachhaltiger Politik entwickeln. Seit 2008 bewertet das Statistische Bundesamt auch die Trends der Indikatoren und stellt das Ergebnis in Form leicht verständlicher Wettersymbole dar.

Der letzte Bericht erschien im Sommer 2014.

Nachhaltigkeits-Check für Gesetzesvorhaben

Seit Mai 2009 prüfen die Ministerien bei jedem Entwurf für ein Gesetz oder eine Rechtsverordnung, welche Auswirkungen das jeweilige Vorhaben unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten hat. Der Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung überprüft diese Ergebnisse.

Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung

Ein wichtiges Gremium für die Nachhaltigkeitspolitik der Bundesregierung ist der Staatssekretärsausschuss für nachhaltige Entwicklung, in dem alle Ministerien der Bundesregierung durch die beamteten Staatssekretäre vertreten sind. Der Staatssekretärsausschuss trifft alle wichtigen Entscheidungen mit Blick auf die Nachhaltigkeitsstrategie. Er trägt wesentlich dazu bei, die nationale Nachhaltigkeitsstrategie umzusetzen und entwickelt sie inhaltlich kontinuierlich weiter. Die Arbeitsergebnisse sind auf der Webseite des Ausschusses veröffentlicht.

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Verbraucherinformation

Nachhaltigkeit ist nicht nur Aufgabe des Staates. Jede und jeder kann dazu beitragen, Nachhaltigkeit als Leitidee in der Gesellschaft zu stärken. Etwa beim alltäglichen Einkaufen von Lebensmitteln oder Kleidungsstücken, beim Energieverbrauch oder der Wahl des Urlaubsortes. Dabei geht es darum, umweltverträglich und ressourcenschonend zu konsumieren und zu investieren. Mit bewusst nachhaltigen Kaufentscheidungen können Verbraucherinnen und Verbraucher zudem Unternehmen motivieren, nachhaltig zu produzieren. Nachhaltigkeit liegt im Interesse jedes Einzelnen. Neugier und Kreativität sind gefragt, um diesen Gedanken in unserer Gesellschaft stärker zu verankern.

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Zuletzt geändert: 05.01.2016

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