Sprungnavigation

Von hier aus koennen Sie direkt zu folgenden Bereichen springen:

Servicemenü

zur Sprungnavigation

Inhaltsbereich

zur Sprungnavigation

Stand: 19.11.2013

Nachhaltige Entwicklung als Handlungsauftrag

Es liegt in unserer Hand, heute die Weichen dafür zu stellen, dass wir im Jahr 2050 und danach in einer Welt leben, in der wirtschaftlicher Wohlstand für alle mit sozialem Zusammenhalt und dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen einhergeht - einer Welt, die sich der Generationengerechtigkeit im friedlichen Miteinander der Völker verpflichtet fühlt. Für die Bundesregierung ist Nachhaltigkeit deshalb ein politisches Leitprinzip.

Dafür müssen jetzt die Voraussetzungen geschaffen werden - in unserer Wirtschaft ebenso wie beim Umgang mit natürlichen Ressourcen und der Gestaltung des Zusammenlebens aller Teile der Gesellschaft. Diese Aufgabe ist jedoch nicht durch den Staat alleine zu bewältigen. Eine wirklich "nachhaltige" Entwicklung kann nicht verordnet werden, sondern erfordert das aktive Zusammenwirken von Gesellschaft und Staat.

Was ist nachhaltige Entwicklung?

Das Konzept der Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der Forstwirtschaft. Damit bezeichnete man schon im 18. Jahrhundert den Umstand, dass in einem Zeitraum nur soviel Holz geschlagen werden darf, wie nachwachsen kann. Der nachhaltige Umgang mit der Natur erlaubt ihr so, sich wieder zu regenerieren. In keinem Zeitalter vor uns haben wir die Ressourcen der Erde so intensiv genutzt wie heute.

Unter Nachhaltigkeit verstehen wir ein Gesamtkonzept, das eine Entwicklung zum Ziel hat, die ökologisch verträglich, sozial gerecht und wirtschaftlich leistungsfähig ist. Dadurch, dass uns die Umweltressourcen nur begrenzt zur Verfügung stehen - wir also nur über die eine Erde verfügen - ist die Umwelt im Nachhaltigkeitskonzept der limitierende Faktor. Wollen wir unsere Lebensgrundlagen erhalten, müssen unsere Entscheidungen unter den drei Gesichtspunkten Wirtschaft, Umwelt und Soziales dauerhaft tragfähig sein.

Nachhaltigkeit heißt deshalb konkret: Wir dürfen hier und heute nicht auf Kosten der Menschen in anderen Regionen der Erde und auf Kosten zukünftiger Generationen leben. Für den Umgang mit unserer Umwelt bedeutet das, dass wir mit Blick auf die heutigen und zukünftigen Generationen sorgfältig und effizient mit unseren Ressourcen umgehen müssen.

Die Grundlage für den heute verwendeten Begriff der nachhaltigen Entwicklung als politisches Leitprinzip schuf der Bericht der Vereinte Nationen Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, der so genannten Brundtland-Kommission, von 1987:

"Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Zwei Schlüsselbegriffe sind wichtig:

  • Der Begriff 'Bedürfnisse', insbesondere der Grundbedürfnisse der Ärmsten der Welt, die die überwiegende Priorität haben sollten;
  • der Gedanke von Beschränkungen, die der Stand der Technologie und sozialen Organisation auf die Fähigkeit der Umwelt ausübt, gegenwärtige und zukünftige Bedürfnisse zu befriedigen."

Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, 1987

Der Rio-Prozess der nachhaltigen Entwicklung

Im Jahr 1992 verständigte sich die internationale Staatengemeinschaft auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung - United Nations Conference for Environment and Development - in Rio de Janeiro auf das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung ("sustainable development"). In der Rio-Deklaration werden der gemeinsame Wille und die gemeinsame Verantwortung zum Ausdruck gebracht, die Ressourcen der Erde künftig so behutsam zu nutzen, dass alle Länder der Erde gerechte Entwicklungschancen erhalten, die Entfaltungschancen zukünftiger Generationen aber nicht geschmälert werden.

Die Agenda 21, das Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert, enthält in ihren 40 Kapiteln Handlungsempfehlungen zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Ressourcen. Adressaten der Agenda 21 sind nicht nur die Regierungen der Nationalstaaten, sondern auch die einzelnen Bürger, die Selbstverwaltungskörperschaften und die gesellschaftlichen Gruppen. Zu den wichtigen Beschlüssen der Rio-Konferenz 1992 gehören neben der Rio-Deklaration und der Agenda 21 die Klimarahmenkonvention, die Konvention zum Schutz der biologischen Vielfalt, die Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung und die Waldgrundsatzerklärung.

Seit 1992 etablierte sich das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung sowohl in der globalen als auch in der europäischen und deutschen Politik. Im Jahr 2002 beschloss Deutschland seine nationale Nachhaltigkeitsstrategie.

Der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (World Summit on Sustainable Development), der vom 26. August bis 4. September 2002 in Johannesburg, Südafrika, stattfand, zog zehn Jahre nach der Rio-Konferenz Bilanz und gab dem Politikfeld einer nachhaltigen Entwicklung neue Impulse. Im Zentrum des Gipfels standen die Themen: Ressourcenschonung und Ressourceneffizienz; Globalisierung und nachhaltige Entwicklung; Armut und Umwelt; Stärkung der Vereinten Nationen in den Bereichen Umwelt und nachhaltige Entwicklung insgesamt; Finanzen; Technologietransfer. (Weltgipfel in Johannesburg)

Im Juni 2012 fand erneut in Rio anlässlich des 20. Jahrestages des Gipfels von Rio 1992 die UN-Konferenz für Nachhaltige Entwicklung (Rio+20) unter Beteiligung zahlreicher Staats- und Regierungschefs statt. Die Konferenz erneuerte das politische Bekenntnis zur Umsetzung des Nachhaltigkeitsprinzips auf höchster Ebene: Armutsbekämpfung und Umweltschutz sind keine Gegensätze, sondern eng miteinander verwoben. Schwerpunktthemen der Konferenz waren "ökologisches Wirtschaften (Green Economy) im Kontext nachhaltiger Entwicklung und Armutsreduzierung", sowie der institutionelle UN-Rahmen für nachhaltige Entwicklung. In einer rund 50 Seiten starken Erklärung unter dem Titel "Die Zukunft, die wir wollen" (PDF extern, 309 KB nur auf Englisch) bekennt sich die Staatengemeinschaft u.a. erstmals zum Konzept der "Green Economy". Außerdem verständigte man sich darauf, bis 2014 universell gültige Nachhaltigkeitsziele (so genannte „Sustainable Development Goals“) auszuarbeiten. Ferner wird künftig das bestehende Umweltprogramm der Vereinten Nationen - UNEP - gestärkt und aufgewertet.

In der Europäischen Union ist nachhaltige Entwicklung als das übergeordnete Ziel für alle Politiken bereits seit 1999 vertraglich verankert. Der Europäische Rat einigte sich im Juni 2001 in Göteborg auf eine Strategie für nachhaltige Entwicklung. Angesprochen werden Ziele und Maßnahmen in vier vorrangigen Bereichen: Klimaschutz, Verkehr, Gesundheit und natürliche Ressourcen. Im Jahr 2005 unternahm die Europäische Kommission eine breit angelegte öffentliche Konsultation zur Überprüfung und Weiterentwicklung der EU-Nachhaltigkeitsstrategie. Deutschland brachte sich mit einem Positionspapier in den Prozess ein. Im Juni 2006 wurde die überarbeitete EU-Nachhaltigkeitsstrategie vom Europäischen Rat verabschiedet. 

Logo: Weißer Twitter-Vogel auf blauem GrundYouTube-LogoRSS Icon in Orange

Navigation

zur Sprungnavigation

Themenportale