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Stand: 23.07.2014

Geoinformationen

Informationen zu Fragen des Umwelt- und Naturschutzes haben in der Regel einen räumlichen Bezug:

  • Wo steht die chemische Fabrik und was befindet sich in ihrem Umfeld? 
  • Wo liegen die Messstationen entlang des Rheins? 
  • Was grenzt an das Naturschutzgebiet?
  • Wie hat sich das Klima in den letzten Jahren in Deutschland verändert und welche Prognosen gibt es?
  • Wie hat sich die Flächennutzung in einer bestimmten Region entwickelt?
  • Wo befinden sich großflächige CO2 – Einsparpotenziale?
  • Wo finden sich Grünflächen in einer Stadt?
  • In welchen Zonen kann ein Stadtgebiet umwelt- und sozialverträglich wachsen?
  • In welchen Bereichen fehlt es an Kindertagesstätten?

Die für den räumlichen Bezug grundlegenden topografischen Informationen nennt man "Geobasisinformationen", die mit einem räumlichen Bezug verknüpften Informationen "georeferenzierte Fachdaten". Unter dem Begriff "Geoinformationen" werden Geobasisdaten und georeferenzierte Fachdaten zusammengefasst. Sie sind Grundlage für Umweltinformationen.

Die Nutzung von Geoinformationen im staatlichen Handeln hat eine lange Tradition: in der Bau- und Raumplanung und Bodenordnung ebenso wie im Umwelt- und Naturschutz, für die innere Sicherheit oder die Landesverteidigung und in vielen anderen Bereichen. Eine fachübergreifende Koordinierung über die verschiedenen Verwaltungsebenen hinweg, von den Kommunen über die Länder bis zur Bundesebene, ist daher Voraussetzung für einen effizienten und wirtschaftlichen Umgang mit dem Rohstoff "Geoinformation".

Wer stellt Geoinformationen bereit?

Aufgrund des föderalen Staatsaufbaus der Bundesrepublik Deutschland sind die Aufgaben zwischen Bund und Ländern verteilt. Vielfach sind die einzelnen Länder für die Erhebung, Fortführung und Bereitstellung von Geoinformationen (zum Beispiel Daten des Liegenschaftskatasters) zuständig. Häufig werden Geoinformationen auch auf kommunaler Ebene erfasst, geführt und für weitere Folgeanwendungen zur Verfügung gestellt (z.B. Aufstellung von Bebauungsplänen).

Innerhalb der Bundesverwaltung tritt eine Vielzahl von Dienststellen als Anbieter und Nutzer von Geoinformationen in Erscheinung: Im Geschäftsbereich des BMUB sind dies das Bundesamt für Raumordnung und Bauwesen (BBR), das Bundesamt für Naturschutz (BfN), das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und das Umweltbundesamt (UBA). Die mit Geoinformationen befassten Dienststellen der Bundesverwaltung vertreten die Belange der Bundesrepublik Deutschland im internationalen Umfeld.

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Koordinierung auf nationaler Ebene

Seit 1998 koordiniert der Interministerielle Ausschuss für Geoinformationswesen in der Bundesverwaltung (IMAGI) die Aktivitäten des Bundes auf dem Gebiet der Geoinformation. Die Leitung des IMAGI obliegt dem Bundesministerium des Innern (BMI), das innerhalb der Bundesregierung federführend zuständig für Angelegenheiten der Geoinformation ist. An den Sitzungen des IMAGI nehmen regelmäßig neben den Bundesressorts auch je ein Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder (AdV) sowie des Lenkungsgremiums Geodateninfrastruktur-Deutschland (LG GDI-DE) teil. Dies macht deutlich, dass das Thema der Geoinformation auch im IMAGI als gemeinsame Aufgabe und Herausforderung für Bund, Länder und Kommunen angesehen wird.

Seit 2005 arbeiten Bund und Länder auf der Grundlage einer Vereinbarung und unter Beteiligung der kommunalen Spitzenverbände am Aufbau und Betrieb der nationalen Geodateninfrastruktur Deutschland  (GDI-DE). BMUB nimmt regelmäßig an den Sitzungen des LG GDI-DE ohne Stimmrecht teil. Um den über Verwaltungsgrenzen hinweg wirkenden Ansatz der GDI-DE zu unterstreichen, wechselt der Vorsitz im LG GDI-DE turnusmäßig zwischen Bund und Ländern.

Diese Struktur bildet den nationalen Grundstein für die auf europäischer Ebene auf der Grundlage der so genannten INSPIRE-Richtlinie im Aufbau befindliche europäische Geodateninfrastruktur (INSPIRE). Die Richtlinie 2007/2/EG des Europäischen Parlaments und des Rats vom 14. März 2007 zum Aufbau einer Geodateninfrastruktur in der Europäischen Gemeinschaft (INSPIRE) schuf – zunächst auf europäischer Ebene – einen rechtlichen Rahmen für den Zugang und die Nutzung interoperabler Geodaten mit standardisierten Geodatendiensten.

Die INSPIRE-Richtlinie wurde für die Ebene des Bundes mit dem Gesetz über den Zugang zu digitalen Geodaten - Geodatenzugangsgesetz (GeoZG) vom 10. Februar 2009 in der Fassung vom 7. November 2012 (BGBl. I S. 2289) sowie für die Länder mit entsprechenden Rechtsetzungen in nationales Recht umgesetzt. Konkretisiert wird die Richtlinie durch so genannte Durchführungsbestimmungen, die Einzelheiten zu Metadaten, Datenspezifikationen, Geodatendiensten sowie zum Monitoring und Reporting regeln. Die Durchführungsbestimmungen wurden auf europäischer Ebene als Verordnungen kodifiziert und bedürfen keiner Umsetzung in deutsches Recht. Umfassende Informationen zum INSPIRE-Prozess findet man auf der INSPIRE - Website und auf der GDI-DE - Website.

Ergänzend zur Änderung des GeoZG ist am 23. März 2013 die Verordnung zur Festlegung der Nutzungsbestimmungen für die Bereitstellung von Geodaten des Bundes (GeoNutzV) vom 19. März 2013 (BGBl. I S. 547) in Kraft getreten.

Die Nutzungsbestimmungen wurden unter dem Aspekt von Open Data sowie unter Berücksichtigung der Open Government Initiative der Bundesregierung entwickelt. Für die geodatenhaltenden Stellen des Bundes ebenso wie für die Nutzer von Geodaten und Geodatendiensten führt die GeoNutzV dazu, dass der Abschluss individueller Lizenz- und Nutzungsverträge für die kommerzielle und nicht kommerzielle Nutzung nicht mehr erforderlich ist. Die Nutzungsverordnung dient somit dem Abbau von Bürokratie und schafft hinsichtlich der Weiterverwendung der Geodaten und Geodatendienste des Bundes Rechtssicherheit.

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Internationale Aktivitäten

"Copernicus" (Name bis Ende 2012: GMES - Global Monitoring for Environment and Security) ist eine gemeinsame Initiative der Europäischen Kommission und der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA). Sie dient dem Aufbau einer eigenständigen europäischen Fazilität für die Umweltbeobachtung und für die Sicherheitsüberwachung. Daten aus satellitengestützten Beobachtungssystemen einerseits und so genannte in-situ Daten sollen über Dienste den potenziellen Nutzern zugänglich gemacht werden. Derzeit werden Dienste zu den Themen Landbedeckung und Landnutzung, Klima und Atmosphäre, Meeresbeobachtung, Katastrophen- und Krisenmanagement sowie Sicherheit aufgebaut. Innerhalb der Bundesregierung ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) federführend für "Copernicus" zuständig.

Copernicus bildet ein Kernelement des europäischen Beitrags zum Global Earth Observation System of Systems (GEOSS), das ausgehend von einer Initiative der G 8-Staaten aus dem Jahr 2003 unter Mitwirkung von derzeit 88 Staaten und internationalen Organisationen aufgebaut wird. Innerhalb der Bundesregierung ist das BMVI federführend für den GEOSS-Prozess zuständig.

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Weitere Informationen

IMAGI- Interministerieller Ausschuss für Geoinformationswesen

INSPIRE - Infrastructure for Spatial Information in Europe

Copernicus - Europäisches Erdbeobachtungsprogramm

Copernicus in Deutschland

GEOSS - Global Earth Observation System of Systems

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