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Gewerbeabfälle

Gewerbliche Siedlungsabfälle (auch kurz "Gewerbeabfälle" genannt) sind Siedlungsabfälle aus anderen Herkunftsbereichen als privaten Haushaltungen, die in Kapitel 20 der Anlage der Abfallverzeichnis-Verordnung vom 10. Dezember 2001 aufgeführt sind, insbesondere

  • gewerbliche und industrielle Abfälle sowie
  • Abfälle aus privaten und öffentlichen Einrichtungen,

die Abfällen aus privaten Haushaltungen auf Grund ihrer Beschaffenheit oder Zusammensetzung ähnlich sind und wie diese entsorgt werden. Dazu zählen z.B. Abfälle mit den Schlüsselnummern 20 01 und 20 02 sowie Abfälle – einschließlich Sperrmüll – aus Büros oder Arztpraxen, Verwaltungsgebäuden, Schulen, Kindergärten, Kliniken, Pflegeheimen, Kasernen oder Strafvollzugsanstalten.

Gewerbliche Siedlungsabfälle sind ferner weitere nicht in Kapitel 20 der Anlage der Abfallverzeichnis-Verordnung aufgeführte gewerbliche und industrielle Abfälle, die nach Art, Schadstoffgehalt und Reaktionsverhalten Abfällen aus privaten Haushaltungen vergleichbar sind. Dies sind zum Beispiel Kunststoffabfälle aus verschiedenen Herkunftsbereichen, Rinden, Kork, Holzabfälle aus der Holzbearbeitung und -verarbeitung, aber auch weitere produktionsspezifische Abfälle aus anderen Herkunftsbereichen, wie Lederabfälle, Metallabfälle, einschließlich Späne aus der Metallbearbeitung und -verarbeitung, Werkstattabfälle, mineralölhaltige Putzlappen, Farbeimer oder nicht infektiöse Abfälle des Kapitels 18 der Anlage zur Abfallverzeichnis-Verordnung.

Rechtliche Regelungen für Gewerbeabfälle sind in der Gewerbeabfallverordnung enthalten.

Ergebnisse von Forschungsvorhaben zu gewerblichen Siedlungsabfällen

Ein orangefarbener Kranarm greift in einen Berg silbern und golden glänzender Metallteile.

Im Abschlussbericht eines Forschungsvorhabens zu "Aufkommen, Verbleib und Ressourcenrelevanz von Gewerbeabfällen im Hinblick auf eine mögliche Novellierung der Gewerbeabfallverordnung" (FKZ 3709 33 314, UBA-Texte 19/2011) aus dem Jahr 2011 wurde gemischten gewerblichen Siedlungsabfällen, die getrennt vom Hausmüll erfasst werden, hohe Sekundärrohstoffpotentiale zugewiesen und es wurden Defizite beim Umgang mit diesen Abfällen benannt; nur ein geringer Anteil dieser Abfälle wurde recycelt.

Vor diesem Hintergrund erfolgte in einem im Jahr 2015 abgeschlossenen weiteren Forschungsvorhaben "Erarbeitung stoffstrombezogener Lösungsansätze für eine hochwertige Verwertung von gemischten gewerblichen Siedlungsabfällen" (FKZ: 3712 93 312, UBA-Texte 18/2015) eine vertiefende stoffstrombezogene Betrachtung gewerblicher Siedlungsabfallgemische vor dem Hintergrund der fünfstufigen Abfallhierarchie. Basierend auf einer aktualisierten Datenbasis zu Mengengerüst und zur Zusammensetzung wurde mittels ökobilanzieller Methoden untersucht, wie sich eine stärker an der Abfallhierarchie des Kreislaufwirtschaftsgesetzes orientierte Entsorgung dieser Abfälle auf verschiedene umweltbezogene Wirkungskategorien auswirkt. Im Fokus stand dabei die Frage, ob und wenn ja, welcher ökologische Nutzen mit einem intensivierten Recycling einhergeht. Basierend auf den Erkenntnissen der Untersuchungen wurden Handlungsansätze zur Potentialerschließung erarbeitet.

Zuletzt geändert: 26.05.2017