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Müllverbrennung und mechanisch biologische Behandlung von Abfällen

Die Müllverbrennung ist die tragende Säule der Abfallentsorgung in Deutschland.

Sie bietet die Möglichkeit, im Zuge der Behandlung der Abfälle - um sie ablagerungsfähig zu machen - auch Strom und Wärme zu gewinnen.

Die nach der Verbrennung verbleibenden "inerten", d. h. reaktionsträgen Schlacken sind nach ihrer Aufbereitung (Abtrennung von Metallen und Störstoffen, Reifung) weitgehend verwertbar, z. B. als Straßenbaumaterial, gemäß den einschlägigen Merkblättern für den Straßenbau und dem LAGA-Merkblatt M 20. Nicht verwertbare Schlacken können auf Deponien abgelagert werden, sofern sie die Zuordnungswerte der Deponieverordnung einhalten. Von ihnen gehen auch langfristig keine Umweltbelastungen aus.

Müllverbrennungsanlagen ist im Genehmigungsbescheid vorgegeben, welche Abfälle (Abfallschlüsselnummern nach Abfallverzeichnis-Verordnung) verbrannt werden dürfen. Besonders streng sind die Auflagen für den Einsatz "gefährliche Abfälle" bezeichnet. Er darf nur in speziell für die jeweilige Abfallart zugelassenen Anlagen beseitigt oder in geeigneten Industrieanlagen verbrannt werden.

Aussortierte, energiereiche Bestandteile von Hausmüll oder hausmüllähnlichem Gewerbeabfall (Ersatzbrennstoffe) werden auch in Kohlekraftwerken oder in Industrieanlagen, wie z. B. Zementwerken mitverbrannt.

Für die Behandlung von Abfall in Müllverbrennungsanlagen sowie für die Mitverbrennung von heizwertreichen Abfällen, z.B. in Industrieanlagen gelten besonders strenge immissionsschutzrechtliche Anforderungen (17. BImSchV), damit keine schädlichen Emissionen in die Luft oder ins Wasser (§ 34 Wasserhaushaltsgesetz) abgegeben werden.

Derzeit werden in Deutschland 68 Müllverbrennungsanlagen mit einer Kapazität von rund 20 Millionen Tonnen und etwa 30 Ersatzbrennstoffkraftwerke mit Kapazität von rund 5 Millionen Tonnen betrieben.

Auch durch technologisch anspruchsvolle mechanisch-biologische Verfahren (Rotte- und Stabilatverfahren) mit thermischer Abluftbehandlung können Siedlungsabfälle so behandelt werden, dass gemäß Deponieverordnung ablagerungsfähige Abfallfraktionen erzeugt werden und für das Gesamtverfahren ein mit der Abfallverbrennung ökologisch vergleichbares Ergebnis erzielt wird. Für diese Anlagen gelten seit Inkrafttreten der "Verordnung über die umweltverträglichen Ablagerung von Siedlungsabfällen und über biologische Abfallbehandlungsanlagen" am 1. März 2001 anspruchsvolle immissionsschutzrechtliche Standards und zwar sowohl für die Emissionen in die Luft (30. BImSchV) als auch wasserseitig (Anhang23 zur Abwasserverordnung).

Derzeit werden in Deutschland 48 mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlagen mit einer Kapazität von rund 5 Millionen Tonnen betrieben.

Nähere Angaben zu Anlagenstandorte und Durchsätzen von thermischen und mechanisch-biologischen Abfallbehandlungsanlagen sind unter www.umweltbundesamt.de, www.itad.de sowie www.asa-ev.de abrufbar.

Zuletzt geändert: 06.12.2016