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Grundwasserrisiken - Hydraulic Fracturing

Durch das Aufsuchen und die Gewinnung von nicht konventionellen Erdgasvorkommen können Gefahren für die Grundwasserbeschaffenheit und für die Trinkwassergewinnung entstehen. Unter nicht-konventionellen Erdgasvorkommen versteht man solche Vorkommen, bei denen das Gas nicht ohne weitere technische Maßnahmen in ausreichender Menge frei einer Förderbohrung zuströmt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass das Speichergestein nicht ausreichend durchlässig ist oder das Erdgas nicht in freier Gasphase im Gestein vorliegt. Zu unkonventionellem Erdgas zählen vor allem Schiefergas (shale gas) und Gas in dichtem Sand- oder Kalkstein (tight gas) sowie Kohleflözgas (<coalbed methan>e).

Aufgrund der sehr geringen Durchlässigkeit der Speichergesteine muss diese bei der Förderung von Erdgas aus dichtem Gestein (shale gas, tight gas) künstlich erhöht werden. Beim sogenannten "hydraulic fracturing" wird dazu das Gestein über Bohrungen aufgebrochen, in die mit hohem hydraulischem Druck eine Flüssigkeit (Wasser-Sand-Chemikalien-Gemisch) eingepresst wird. Der Einsatz dieses Verfahrens für die Erdgasförderung aus unkonventionellen Lagerstätten hat erst in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen.

Rechtsgrundlage für die Aufsuchung, Gewinnung und Aufbereitung von Erdgas ist das Bundesberggesetz (BBergG). Damit sind die Bergbehörden der Länder für die Erlaubnis und Anzeige im Rahmen bergrechtlicher Verfahren zuständig. Da mit Erdgasbohrungen beim Fracking aber auch eine Gewässerbenutzung verbunden ist, bedarf dies einer entsprechenden Prüfung und wasserrechtlichen Erlaubnis durch die Wasserbehörden der Länder (dies ist im WHG geregelt).

Umweltrisiken - Wasser

Beeinträchtigungen der Umwelt sind in jeder Phase des Förderprozesses denkbar. Dazu zählen:

  • Lärm- und Luftemissionen
  • großer Flächenverbrauch
  • hoher Wasserbrauch
  • Verunreinigung von Grund- und Trinkwasser

Besonders für die Grund- und Oberflächengewässer bestehen potenzielle Gefahren. So wird das Wasser, welches für den Frac-Prozess verwendet wird, zunächst mit 0,5-2 Prozent Chemikalien sowie mit bis zu 20 Prozent Sand vermischt. Zu den eingesetzten Chemikalien gehören unter anderem Biozide und weitere Substanzen mit toxischer, karzinogener und mutagener Wirkung. Welche Stoffe in welcher Konzentration bereits in Deutschland eingesetzt werden ist bisher nicht transparent, allerdings hat die US-amerikanische Umweltbehörde EPA eine Liste mit derzeit 600 unterschiedlichen Chemikalien, die dem Wasser beigemischt werden, veröffentlicht.

Mögliche Umweltbeeinträchtigungen entstehen für das Grund- und Oberflächenwasser laut Umweltbundesamt durch die Lagerung Wasser gefährdender Chemikalien, die Bohrungen selbst, welche in der Regel durch Grundwasser leitende Schichten führen, sowie durch die unkontrollierte Erzeugung von Klüften, durch die es dann zum Kontakt mit Wasser führenden Schichten kommen kann. Des Weiteren bestehen Risiken für die Gewässer bei der Entsorgung der Frac-Fluide und des während der Erdgasförderung zusätzlich geförderten Lagerstättenwassers. Dieses ist hoch mineralisiert und teilweise radioaktiv, aber auch mit der eingepressten Frac-Flüssigkeit vermischt.

Pfade einer möglichen Grundwasserverunreinigung

Zudem wird beim hydraulic-fracturing eine große Menge Wasser verbraucht. So sind bis zu maximal 174.000 Kubikmeter für eine Bohrung mit sechs horizontal abgelenkten Bohrsträngen, welche benötigt werden um eine Gas führende Lagerstätte in jeder Richtung erschließen zu können, erforderlich. Diese Menge Wasser entspricht ungefähr dem täglichen Wasserverbrauch aller Einwohner Münchens. Daher ist in jedem Einzelfall von der zuständigen Wasserbehörde zu prüfen, inwieweit die Entnahme einer solchen Wassermenge Auswirkungen auf den mengenmäßigen Zustand von Grundwasserkörpern oder Oberflächengewässer hat.

Insbesondere über potenzielle Umweltauswirkungen auf Grundwasservorkommen und somit auch auf Trinkwassergewinnungsgebiete und Oberflächengewässer liegen jedoch derzeit keine wissenschaftlich fundierten Kenntnisse vor. So ist eine genaue Bewertung möglicher Umweltauswirkungen durch die Schiefergasgewinnung noch nicht möglich. Es besteht also weiterer Klärungsbedarf bei offenen Fragen hinsichtlich des Schutzes des Grundwassers wie zum Beispiel über die genaue Zusammensetzung der Frac-Fluide und Langzeitwirkungen.

In dem Schema wird dargestellt, welche Wirkungspfade das Fracking hat

Potenzielle Wirkungspfade

Grafik herunterladen (301 KB)

Zuletzt geändert: 30.11.2012

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