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Stand: 18.12.2014

Kurzinfo Bodenschutz und Altlasten

Bodenschutz und Altlasten - Worum geht es?

Bodenschutz

Böden sind eine unverzichtbare Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen. Sie liefern Nahrungsmittel und Rohstoffe, speichern und filtern Wasser und können Schadstoffe abbauen. Sie bieten Flächen zur Besiedelung, für Verkehr und Freizeit. Und nicht zuletzt sind sie ein Archiv der Natur- und Kulturgeschichte. Jedoch können die Böden nicht alle dieser Funktionen gleichzeitig erfüllen. Zudem sind manche dieser Funktionen durch Verunreinigungen, Erosion, Humusrückgang und Verdichtung bedroht. Eingetretene Schäden sind kurzfristig kaum behebbar, denn fruchtbare Böden sind das Ergebnis langer physikalischer, chemischer und biologischer Prozesse: Bis sich ein Zentimeter neu bildet, dauert es 200 bis 300 Jahre.

Sorge bereitet, dass die Nutzung der Böden für Siedlung und Verkehr die anderen Funktionen immer weiter zurückdrängt. In jeder Sekunde werden in Deutschland fast elf Quadratmeter Fläche für Siedlungs- und Verkehrszwecke neu in Anspruch genommen. Knapp die Hälfte davon wird versiegelt. Durch Versiegelung gehen aber zunehmend natürliche Bodenfunktionen wie Wasserdurchlässigkeit oder -speicherfähigkeit, Bodenfruchtbarkeit sowie Lebensraum für Organismen verloren.

Altlasten

Gefahren für Böden können von alten Industrie- und Gewerbegrund¬stücken ausgehen, in denen mit umweltgefährdenden Stoffen gearbeitet wurde, sowie von Grundstücken, auf denen Abfälle behandelt oder gelagert wurden.

Wenn die Böden dort so verunreinigt sind, dass dies zu Gefahren für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt führt, bezeichnet man diese Altablagerungen und Altstandorte als Altlasten. Neben den Altlasten der industriellen Entwicklung gibt es auch Altlasten durch militärische Nutzung der Flächen und durch Rüstungsgüterproduktion.

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Ziele

  • Ziel der Bundesregierung ist, die begrenzte Ressource Boden so zu erhalten, dass die vielfältigen Funktionen des Bodens auch künftigen Generationen im gleichen Umfang zur Verfügung stehen.
  • Für den Erhalt der natürlichen Bodenfunktionen kommt der Vielzahl der Bodenorganismen eine Schlüsselrolle zu. Dem trägt die nationale Strategie zur biologischen Vielfalt mit zahlreichen Maßnahmen Rechnung.
  • Um Gefahren für die Menschen und die Umwelt abzuwenden, müssen Altlasten und altlastverdächtige Flächen umfassend erfasst, untersucht, bewertet, gegebenenfalls saniert sowie Vorsorgemaßnahmen getroffen werden.
  • Bis zum Jahr 2020 soll die Inanspruchnahme von Flächen für Siedlungs- und Verkehrszwecke von circa 73 ha/Tag im Jahr 2013 auf 30 ha/Tag reduziert werden.
  • Böden sind in der Lage, große Mengen an Kohlenstoff zu speichern. Sie spielen damit eine wichtige Rolle beim Klimageschehen.
  • Im Hinblick auf die möglichen Folgen des Klimawandels müssen die schädlichen Einwirkungen auf den Boden, wie Wasser- und Winderosion, verringert und die Menge an organischer Bodensubstanz erhalten werden.

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Politik der Bundesregierung

Das Bundesumweltministerium setzt sich dafür ein, die wissenschaftlichen und rechtlichen Grundlagen zu verbessern, die benötigt werden, um die Funktionen des Bodens nachhaltig zu sichern oder wiederherzustellen.

Wichtige Instrumente: Bundes-Bodenschutzgesetz und Bodenschutz- und Altlastenverordnung

Mit dem Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) und der dazugehörigen Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) steht seit Ende der 90er-Jahre eine bundeseinheitliche Rechtsgrundlage für den Schutz des Bodens sowie für Altlastenbewertung und -sanierung zur Verfügung. Mit diesen gesetzlichen Regelungen wurde auch der Vorsorgegedanke vertieft. Eigentümer und Investoren erhalten dadurch Rechts- und Investitionssicherheit.

Nationale Nachhaltigkeitsstrategie

Die Bundesregierung will mit einem vorsorgenden Bodenschutz einen wirksamen Gesundheits- und Verbraucherschutz gewährleisten. Entsprechend der Nationalen Strategie setzt sie sich deshalb dafür ein, dass unerwünschte Stoffeinträge in den Boden soweit wie möglich vermieden werden.

Bodenschutz durch internationale Zusammenarbeit

In vielen Ländern der Erde bringen Bodenerosion, Schadstoffbelastungen, Humus- und Nährstoffverluste, Versalzung und Versauerung schwerwiegende Probleme für die Menschen und die Umwelt mit sich. Die Bundesregierung engagiert sich in zahlreichen internationalen Übereinkommen dafür, solchen Bodenschädigungen entgegenzuwirken, und bietet die in Deutschland gewonnenen Erfahrungen im Rahmen von bilateralen Projekten an.

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Verbraucherinformation

Bodenschutz beginnt zu Hause. Wer die Wiese nicht zum perfekten Rasen trimmt, sondern Kraut und Kräutlein zulässt, trägt dazu bei, den Boden als Lebensraum für viele Kleinorganismen zu sichern. Wer auf Pflanzenschutzmitteln so weit wie möglich verzichtet oder auf seinem Grundstück Flächen so gestaltet, dass Regenwasser versickern kann, erhält wichtige Funktionen des Bodens. Und unterwegs? Wenn man an Bahnschranken und Ampeln den Motor abstellt, vermeidet man Stickoxyde, die zu saurem Regen führen, der den Boden belastet. Selbstverständlich sollte außerdem sein, keine Abfälle in freier Natur abzulagern. Schadstoffe könnten in den Boden gelangen und ihn für uns und zukünftige Generationen schädigen.

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