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Entwicklungen bei Natursportarten

Im Rahmen eines F & E - Vorhabens, das vom Bundesamt für Naturschutz bei der Sporthochschule in Köln in Auftrag gegeben wurde, waren "Neue Entwicklungen bei Natursportarten Konfliktpotentiale und Lösungsmöglichkeiten" Untersuchungsgegenstand.

Schwerpunkt des Forschungsvorhabens ist die Analyse der permanenten Ausdifferenzierung von klassischen Natursportarten und den damit verbundenen Auswirkungen in den genutzten Räumen. Ziel war, unter Berücksichtigung der Sport- und Naturschutzinteressen, die Entwicklung von Konzepten zur Minimierung der ökologischen Auswirkungen in diesem Bereich voran zu treiben.

Lebensstile werden heute vielfach durch sportliche Aktivitäten geprägt, wobei die Pluralität der Lebensstile sich auch in der Vielzahl der Freizeit- und Sportstile widerspiegelt. Verstärkt wurde die Entwicklung durch den anhaltenden Drang zur Erholung in der Natur, der nach Meinung zahlreicher Wissenschaftler auf dem zunehmenden Naturmangel in der Alltagswelt beruht. Insgesamt erscheint der Höhepunkt des quantitativen Wachstums im Natursport erreicht. Verschiebungen können sich jedoch zwischen einzelnen Natursportarten ergeben, wobei wirklich durchsetzungsfähige neue Aktivitäten nur ca. alle 15-20 Jahre auftauchen.

Die Studie konzentrierte sich in erster Linie auf die Erfassung der räumlichen Nutzung durch Natursport und die Analyse von Belastungsfaktoren, da sport- und naturräumliche Daten bisher in Deutschland nur in den seltensten Fällen vorliegen. Denn welche Wirkung von Sportaktivitäten auf die Natur ausgeht, ergibt sich erst aus der Kombination der jeweiligen Form der Ausübung mit der Ausstattung und Qualität des jeweils genutzten Naturraums. Dies setzt voraus, dass Art, Umfang und Zeit der Aktivität bekannt und wesentliche ökologische Merkmale des Raumes erfasst werden. Zudem wirkt sich das Fehlen allgemein akzeptierter Zielvorstellungen und Leitbilder sehr erschwerend auf die Erarbeitung von Bewertungskriterien aus.

Insbesondere in Gebieten mit touristisch aufbereitetem Angebot an Natursportmöglichkeiten, werden zur qualitativen Angebotserweiterung oder zur Diversifikation des Angebots ohnehin schon stark erschlossene Räume zusätzlich auf spezielle Bedürfnisse hin erschlossen, teils aber auch nur reaktiviert oder umgenutzt. Die Erschließungen bewirken in der Regel eine Mehrfachnutzung ein und desselben Raumes, die sehr kritisch zu betrachten ist.

Es zeigt sich deutlich, dass das Fehlen genereller Ziele und integrativer Leitbilder, wie Natur erhalten und gleichzeitig Erholung gesichert werden soll, den strategischen Einsatz konfliktlösender Instrumente und deren effektiven Einsatz vielerorts erschweren.

Zuletzt geändert: 01.12.2012