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Nachhaltiger Tourismus

Intakte Natur und Landschaft stellen attraktive Angebote für Tourismus und Erholung dar, die in Deutschland zunehmend genutzt werden. Umgekehrt kann der Tourismus durch bewusstes Reise- und Freizeitverhalten zum Schutz der Natur beitragen. Für beide Aspekte müssen Naturräume und Ressourcen trotz sportlicher oder touristischer Nutzung schonend behandelt werden.
Nachhaltiger Tourismus im Einklang mit Natur und Landschaft, der auf ein nachhaltiges Wirtschaften ausgerichtet ist und damit auf Ressourceneffizienz und Klimaschutz setzt, bietet beste Voraussetzungen dauerhaft zu einer regionalen Wertschöpfung beizutragen.
Deutschland ist mit Abstand das meistbereiste Land der Deutschen. Rund ein Drittel von ihnen macht im eigenen Land Urlaub. Insgesamt sind 2,9 Millionen Erwerbstätige in Deutschland im Tourismus beschäftigt und erzeugen knapp 4 Prozent der gesamten Bruttowertschöpfung der deutschen Volkswirtschaft, das heißt 105 Milliarden Euro. Somit nimmt der Tourismus eine vergleichbare Größe wie die Automobil- und Maschinenbausektoren ein und gehört zu den boomenden und umsatzstarken Wirtschaftszweigen Deutschlands.
Die Kenntnisse über die wirtschaftlichen Effekte des Tourismus sind wiederum für die Kommunikation der Bedeutung von Schutzgebieten als Erholungsräume wichtig. Sie können erheblich zur Akzeptanz beziehungsweise zur Akzeptanzsteigerung bei lokaler Bevölkerung und Politik beitragen.
Zugleich wird nachhaltiger Tourismus zunehmenden Qualitätsansprüchen der Kunden gerecht und hilft den Unternehmen, im Wettbewerb bestehen zu können. Nachhaltigkeit, Komfort, Genuss und Gesundheit sind wesentliche Bestandteile nachhaltiger Tourismusprodukte und Markenzeichen einer modernen, erfolgreichen Tourismuswirtschaft.

Reiseanalyse

Naturerlebnisse sind für mehr als die Hälfte aller Deutschen ein besonders wichtiges Reisemotiv. Das belegen auch die Ergebnisse des im Rahmen der Reiseanalyse 2014 von der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) im Auftrag des BMUB durchgeführten Forschungsvorhabens, das sich mit der Nachfrage nach nachhaltigen (insbesondere umwelt- und sozialverträglichen) Urlaubsreisen befasst. Die Daten der Reiseanalyse 2017 zeigen sogar, dass das Interesse an Nachhaltigkeit im Zusammenhang mit Urlaubsreisen innerhalb der Bevölkerung steigt: Derzeit legen 49 Prozent der Bevölkerung Wert darauf, dass ihr Urlaub möglichst ökologisch verträglich, ressourcenschonend und umweltfreundlich ist (2014: 31Prozent). Die Sozialverträglichkeit des Urlaubs ist sogar für 56 Prozent der Bundesbürger wichtig (2014: 38 Prozent). Es herrscht bei den Deutschen also ein Interesse an achtsamem Reisen, insbesondere bei Naturunternehmungen oder beim Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung.

Die Realisierung hinkt jedoch den Wünschen hinterher. Daher stellt sich weiterhin die Frage, wie nachhaltige Tourismuskonzepte attraktiver und ansprechender gestaltet werden können. Die Reiseanalyse 2014 ging der Frage nach, welche Ansichten zum Nachhaltigen Tourismus vertreten werden, unter welchen Umständen die Deutschen verstärkt nachhaltige Urlaubsangebote annehmen würden und zeigt mögliche Handlungsoptionen/-felder auf.

Weitere Informationen:

Ergebnisse der Studie "Nachfrage für nachhaltigen Tourismus" (PDF barrierefrei, 1,5 MB)

Pressemitteilung vom 3. November 2014: Deutsche wollen nachhaltig reisen

Projekte und Initiativen

Der "Bundeswettbewerb 2016/17 – Nachhaltige Tourismusdestinationen in Deutschland": Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb ist ein exzellentes Beispiel dafür, wie eine konsequent nachhaltige Ausrichtung das Wir-Gefühl der Einheimischen stärken kann. Für die Expertenjury war das einer der Gründe, die Destination zum Sieger zu küren. Auf Initiative des Deutschen Bundestages entwickelte das BMUB den "Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusregionen", der 2012/13 erstmalig durchgeführt wurde (damaliger Preisträger: Region Uckermark). Durch den Wettbewerb sollen besonders aktive Regionen für ihr Engagement im nachhaltigen Tourismus ausgezeichnet werden. Außerdem wird mit ihm ein Anreiz für die Weiterentwicklung des Inlandstourismus gegeben. Nach Überprüfung und Weiterentwicklung der Indikatoren zur Ausweisung "Nachhaltiger Tourismusdestinationen" (Praxisleifaden, PDF extern, 8,1 MB) wurde gemäß der Entschließung des Tourismusausschusses des Deutschen Bundestages der Bundeswettbewerb 2016/17 erneut durchgeführt, um den nachhaltigen Tourismus in Deutschland weiter zu stärken und bekannter zu machen. Die Auszeichnung der Siegerdestination fand am 17. Juni 2017 im BMUB in Berlin statt. Der Report Nachhaltigkeit stellt die Nominierten und die Gewinner vor.

Das Freizeitportal www.naturtrip.org zeigt Ihnen auf einer interaktiven Karte die schönsten Ausflugsziele wie Badestrände, Wildparks oder Kanuverleihe - aktuell noch in Berlin und Brandenburg, demnächst auch in weiteren Regionen. Und zwar solche Tipps, die von Ihrem Standort aus zur gewünschten Startzeit mit Öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrrad gut zu erreichen sind. So einfach war es noch nie, das Auto beim Trip ins Grüne mal stehen zu lassen. Naturtrip.org wurde aus den Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums gefördert.

Wie wirkt sich der Klimawandel auf den Tourismus in den Wintermonaten aus? Nicht nur im deutschen Alpenraum beschäftigen sich viele Menschen, für die der Tourismus die Existenzgrundlage ist, mit dieser Frage. Die Klimaerwärmung, die in den Alpen noch schneller voranschreitet als im Flachland, wirkt sich schon heute sichtbar auf den vom Schneefall abhängigen Wintertourismus in den Alpen aus. Die Broschüre fasst die aktuellen klimatischen und touristischen Trends im Wintertourismus zusammen und zeigt, wie sich die Erwartungen deutscher Urlauber an einen Urlaub während der Wintermonate in den letzten Jahren entwickelt haben. Wie das Winterangebot im Alpenraum trotz des erheblichen Wettbewerbs mit anderen in- und ausländischen Destinationen zukunftsfähig gestaltet werden kann, wird in Anpassungsstrategien für Tourismusdestinationen und entsprechenden Beispielen verdeutlicht, die alle Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung berücksichtigen.

Publikation (PDF extern, 6 MB)

Das BMUB setzt über weitere Forschungs- und Modellprojekte Akzente bei der Förderung eines umwelt- und naturverträglichen Tourismus in Deutschland sowie einer nachhaltigen touristischen Entwicklung in Zielgebieten deutscher Touristen im Ausland. Konkrete Maßnahmen sollen außerdem dabei unterstützen, den Schutz von Umwelt und Klima sowie der Biodiversität verstärkt in Unternehmensentscheidungen und touristische Angebote zu integrieren.

Gefördert werden unter anderem naturschutz- und umweltbildungsorientierte Naturerlebnisangebote in den Nationalen Naturlandschaften, Kooperationen von Naturschutz, Tourismus und Sport zur Umsetzungsunterstützung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt, die nachhaltige Gestaltung von Kinder- und Jugendreisen (Change and the CityZero Impact Camps) sowie die deutschlandweit größte Energiesparkampagne im Gastgewerbe zu Energie-, Ressourceneffizienzsteigerung und Klimaschutz in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA.

Mit dem dreijährigen Projekt "Schulwandern" soll das Wandern in der Natur an den Schulen wieder auf die Tagesordnung kommen und Schüler wie Lehrer für biologische Vielfalt begeistern.

Das im Rahmen eines von BMUB und BfN geförderten Projekts entwickelte Integrative Wegemanagement des Deutschen Wanderverbands bringt Vertreterinnen und Vertreter aller Natursportarten an einen Tisch. Das hilft, Konflikte zu entschärfen und Projekte schnell umzusetzen. Erleichtert wird das Ganze durch das Programm NatursportPlaner.

Auch in der internationalen Zusammenarbeit ist das BMUB im Bereich Tourismus aktiv. Im Rahmen der Alpenkonvention unter deutschem Vorsitz 2015/2016 wurde am 8. Juni 2016 eine Konferenz zum Thema "Nachhaltiger Tourismus in den Alpen: Eine Herausforderung (ohne Alternative)" durchgeführt. Tagungsort war Sonthofen in Bayern als Vertreterin des "Alpenstadt des Jahres"-Netzwerkes. Außerdem engagiert sich das BMUB im Tourismusprogramm des 10-Jahresprogramms der UN zu nachhaltigen Konsum- und Produktionsmuster.

Weitere Informationen:

Bundeswettbewerb Nachhaltige Tourismusdestinationen

Naturtrip.org

Schulwandern

Zero Impact Camps

DEHOGA Energiekampagne

DEHOGA Umweltcheck

Natursportplaner

Zertifizierungssysteme für nachhaltigen Tourismus (PDF extern, 3 MB)

ÖTE

Alpenkonvention:

Arbeitsgruppe Nachhaltiger Tourismus

Alpenkonvention – Deutscher Vorsitz

Neues Projekt "Klimaschutz und Energieeffizienz in Hotellerie und Gastronomie" gestartet

Tipps zum Nachhaltigen Reisen

Ob bei der Wahl des Reiseziels, des Verkehrsmittels oder durch das Verhalten in der Natur vor Ort – es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Natur zu schützen.
Vor allem bei Flugreisen entstehen tonnenweise klimaschädliche Treibhausgase. Die CO2-Emissionen, die durch einen Flug entstehen, können Reisende beispielsweise über Atmosfair, eine gemeinnützige Organisation, an anderer Stelle ausgleichen: Ein Emissionsrechner ermittelt die Menge klimaschädlicher Gase der jeweiligen Flugreise und Verbraucherinnen und Verbraucher zahlen einen Betrag, den Atmosfair an zertifizierte Klimaschutzprojekte weiterleitet. Ein Beispiel: Die Menge CO2 aus einem Hin- und Rückflug Berlin - Mallorca kann für 22 Euro in einem Klimaschutzprojekt eingespart werden.

Speziell für Jugendliche wurde die Website Zero Impact Camps entwickelt, die über Wege des nachhaltigen Reisens und über den Verbrauch aller natürlichen Rohstoffe, den sogenannten "ökologischen Rucksack" informiert, der durch die Wahl der Anreise, Unterkunft und Aktivitäten entstehen.

Wenn man sich im Urlaub sportlich betätigen möchte, bietet das Informationssystem NaturSportInfo des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) die Möglichkeit, sich über die Umweltwirkungen zu informieren, die durch Freizeit- und Sportverhalten verursacht werden.

Tipps zum nachhaltigen Reisen:

ÖTE, Verein Ökologischer Tourismus in Europa e. V.

Deutsche Zentrale für Tourismus

Grüne Reisekarte Deutschland

Urlaubsreisen

Weitere Informationen:

Viabono

Wanderbares Deutschland

Qualitätsradrouten

Freizeit und Erholung in Nationalen Naturlandschaften

Deutschland hat mit seinen über 130 Nationalen Naturlandschaften (Nationalparke, Biosphärenreservate und Naturparke), die etwa ein Drittel der Landesfläche einnehmen, beste Voraussetzungen für Naturerlebnisse mit einem hohem Erholungs- und Freizeitwert. Untersuchungen der Universität Würzburg belegen, dass jährlich etwa 53 Millionen Touristen die deutschen 16 Nationalparke und rund 65 Millionen Touristen die 15 deutschen UNESCO-Biosphärenreservate besuchen. Der Schutzgebietstourismus generiert damit circa sechs Milliarden Euro Bruttoumsatz pro Jahr und stellt einen erheblichen Beitrag zur regionalen Wertschöpfung dar. Damit sichern die Nationalparke circa 70.000 und die Biosphärenreservate circa 81.000 Arbeitsplätze in meist peripheren ländlichen Regionen.

Großschutzgebiete:

Nationalparke

Biosphärenreservate

Naturparke

Grünes Band

Zuletzt geändert: 25.09.2017