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Stand: 01.05.2015

Energieverbrauchskennzeichnung

Ein wesentliches Instrument zur Umsetzung des Top Runner-Ansatzes ist die EU-weit verpflichtende Kennzeichnung von Produkten hinsichtlich des Energie- und Ressourcenverbrauchs in der Nutzungsphase. Eine solche Kennzeichnung ermöglicht es Verbrauchern, sich beim Einkauf über den Energie- und Ressourcenverbrauch von Produkten zu informieren, Produkte zu vergleichen und die Kaufentscheidung danach auszurichten. Hersteller erhalten ebenfalls einen Anreiz, ihre Produkte ständig zu verbessern. Dadurch wird insgesamt die Marktdurchdringung mit besonders effizienten Produkten gesteigert.

Der Ausgangspunkt für die Kennzeichnungspflicht in Europa war die Richtlinie 79/530/EWG1, welche Anforderungen an die Energieverbrauchskennzeichnung von Backöfen stellte. Die Richtlinie 92/75/EWG2 führte dann die heute bekannte "A-G Kennzeichnung" ein, insbesondere für Produkte der weißen Ware und für Raumklimageräte. Aufgrund der immer effizienter werdenden Geräte wurde eine Novellierung der Richtlinie notwendig. Im Jahr 2010 trat die Neufassung der "Richtlinie über die Angabe des Verbrauchs an Energie und anderen Ressourcen durch energieverbrauchsrelevante Produkte mittels einheitlicher Etiketten und Produktinformationen" in Kraft (2010/30/EU).

Der Anwendungsbereich des Kennzeichens ist seitdem nicht mehr auf Haushaltsgeräte, wie z.B. Kühlschränke und Waschmaschinen beschränkt, sondern offen für alle energieverbrauchsrelevanten Produkte. Eine wesentliche Neuerung war unter anderem die Einführung der Effizienzklassen A+ bis A+++. Die Kennzeichnung wird produktgruppenspezifisch durch delegierte Rechtsakte der Kommission umgesetzt. Am 28. September 2010 legte die europäische Kommission für die ersten vier Produktgruppen Vorschläge vor. Damit wurde erstmals ein Energieetikett für Fernsehgeräte eingeführt. Für Kühlgeräte, Geschirrspüler und Waschmaschinen wurde die bestehende Kennzeichnungsregelung modernisiert. In den Folgejahren wurden weitere Etiketten eingeführt bzw. an die technische Entwicklung angepasst, wie zum Beispiel für Zentralheizungen und –warmwasserbereiter, Wäschetrockner, Staubsauger, Klimageräte, Lampen und Backöfen.

Das Bundesumweltministerium setzt sich dafür ein, für möglichst viele Produktgruppen ein Energieetikett mit einer anspruchsvollen Einteilung von Effizienzklassen einzuführen. In Abhängigkeit der Funktionsweise eines Produkts sollten neben dem Energieverbrauch weitere, für Verbraucher wichtige Informationen auf dem Etikett ausgewiesen werden, wie zum Beispiel Angaben über den Wasserverbrauch, Treibhausgas- oder Lärmemissionen.


1 Richtlinie 79/531/EWG des Rates vom 14. Mai 1979 über die Anwendung der Richtlinie 79/530/EWG zur Unterrichtung über den Energieverbrauch von Haushaltsgeräten durch Etikettierung auf elektrische Backöfen

2 Richtlinie 92/75/EWG des Rates vom 22. September 1992 über die Angabe des Verbrauchs an Energie und anderen Ressourcen durch Haushaltsgeräte mittels einheitlicher Etiketten und Produktinformationen

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