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Stand: 19.03.2015

10-Jahres Rahmen für Programme für nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen

Auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (WSSD) in Johannesburg im September 2002 wurde die Entwicklung eines Zehn-Jahres-Rahmen für Programme für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster (10 Year Framework of Programmes, 10YFP) beschlossen. Im sogenannten Marrakesch-Prozess wurde dies in einem Multi-Stakeholder-Ansatz vorbereitet. Auf dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Rio de Janeiro 2012 (Rio+20) wurde das 10YFP beschlossen. Der Beschluss wurde durch die UN-Generalversammlung bestätigt.

Ziel des 10YFP ist die verstärkte Einführung nachhaltiger Konsum- und Produktionsweisen weltweit. Hierfür soll das 10YFP Aktivitäten auf globaler, regionaler und nationaler Ebene initiieren und unterstützen. Der Beschluss sieht hierfür folgende Struktur des 10YFP vor:

Eine entscheidende Rolle im 10YFP wird UNEP einnehmen. Das UNEP-Department of Trade, Industry and Environment (UNEP-DTIE) in Paris wird das Sekretariat des 10YFP stellen. Ihm obliegt die Organisation der Aktivitäten. Es wird eine Plattform zur Darstellung der globalen Aktivitäten für nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen (Sustainable Consumption and Production, SCP) geben. Da das Konzept der nachhaltigen Konsum- und Produktionsweisen sehr breit ist, wurde ein Clearinghouse-Mechanismus für die Auswahl der Aktivitäten für die Plattform eingerichtet. Das Sekretariat wird den Vereinten Nationen über die Aktivitäten berichten. 

Neben dem Sekretariat wird ein Aufsichts- und Beratungsgremium (Advisory Board) eingerichtet, das sich aus Vertretern aller Regionen zusammensetzen wird. Derzeit wird dies von Ulf Jaeckel, Referatsleiter G I 4, geleitet. Für die nationale Umsetzung des 10YFP wird in jedem Land eine nationale Kontaktstelle eingerichtet. Auch diese ist im BMUB, Referat G I 4, angesiedelt.

Die substanzielle Arbeit des 10YFP wird in dafür eingerichteten thematischen Programmen erfolgen. In dem Beschluss von Rio+20 sind bereits fünf Programme vorgesehen. Hierzu zählen die Bereiche nachhaltige Konsumenteninformation, nachhaltiges Bauen und Wohnen, nachhaltige öffentliche Beschaffung, nachhaltiger Tourismus und nachhaltige Lebensstile und Bildung. Weitere Programme z. B. im Bereich Landwirtschaft sollen folgen. Jedes Programm umfasst viele Aktivitäten und Projekte und gewährleistet Konsistenz sowie gegenseitige Unterstützung. Hierfür wird ein Programmkoordinator eingesetzt. Die Programme sollen dabei alle interessierten gesellschaftlichen Gruppen und deren Aktivitäten einbeziehen. Das BMUB leitet gemeinsam mit Indonesien und Consumers International das Programm zur Konsumenteninformation. Aufgaben sind hier u. a. die Entwicklung von Leitlinien für glaubwürdige Konsumenteninformation auf UN-Ebene, die Unterstützung von ambitionierten Zeichensystemen und die Verbreitung von Best Practices.

Die Finanzierung dieser Aktivitäten soll einerseits durch einen im Beschluss vorgesehenen und von UNEP verwalteten Treuhandfonds und andererseits durch direkte Finanzierung der Aktivitäten erfolgen.

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