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Kurzinfo Ressourceneffizienz

Worum geht es?

Natürliche Ressourcen, insbesondere Rohstoffe, sind wesentliche Produktionsfaktoren und damit Grundlagen unseres Wohlstands. Weltweit wurden im Jahr 2009 über 68 Milliarden Tonnen an Rohstoffen eingesetzt, rund ein Drittel mehr als im Jahr 2000, zwei Drittel mehr als im Jahr 1990 und etwa doppelt so viel wie Ende der 1970er Jahre. Bei einer prognostizierten Weltbevölkerung von über 9 Milliarden Menschen im Jahr 2050 und einer rasanten wirtschaftlichen Entwicklung der Schwellenländer nimmt die Nachfrage nach Rohstoffen weiterhin stark zu. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Rohstoffen ist derzeit in den Industrienationen rund viermal höher als in weniger entwickelten Ländern.

Das ist sowohl unter wirtschaftlichen als auch unter ökologischen und sozialen Gesichtspunkten eine große Herausforderung. Steigende und schwankende Rohstoffpreise sowie Versorgungsrisiken belasten die deutsche Wirtschaft. Einige wichtige Rohstoffe, wie Erdöl, Kobalt und schwere Seltene Erden sind immer weniger aus leicht zugänglichen Quellen zu beschaffen. Gleichzeitig bringt aber die Nutzung von Rohstoffen über die gesamte Wertschöpfungskette Umweltbeeinträchtigungen mit sich, die von der Freisetzung von Treibhausgasen über Schadstoffeinträge in Luft, Wasser und Boden bis zur Beeinträchtigung von Ökosystemen und Biodiversität reichen können. Schon jetzt übersteigt die Nutzung von natürlichen Ressourcen die Regenerationsfähigkeit der Erde deutlich.

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Ziele

Ein schonender und gleichzeitig effizienter Umgang mit natürlichen Ressourcen wird daher eine Schlüsselkompetenz zukunftsfähiger Gesellschaften sein. Wachstum und Wohlstand müssen so weit wie möglich vom Einsatz natürlicher Ressourcen entkoppelt werden. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, den Ressourceneinsatz zu senken und die daraus entstehenden Umweltbelastungen zu verringern.

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Politik der Bundesregierung

Bereits in der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie aus dem Jahr 2002 hat die Bundesregierung das Ziel verankert, die Rohstoffproduktivität bis 2020 gegenüber 1994 zu verdoppeln. Mit diesem Ziel ist Deutschland international Vorreiter. Bis zum Jahr 2010 konnte die Rohstoffproduktivität bereits um 47,5 Prozent gesteigert werden.
Dieser positive Trend soll fortgesetzt werden. Daher hat die Bundesregierung 2012 ein umfassendes strategisches Konzept zur Steigerung der Ressourceneffizienz beschlossen, das dazu beitragen soll, das Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie zu erreichen: Das Deutsche Ressourceneffizienzprogramm (ProgRess).

Um das vorhandene Know-how und die Erfahrungen zur Verbesserung der Ressourceneffizient zu bündeln und die unterschiedlichen Akteure aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft besser untereinander zu vernetzen, wurde 2007 das Netzwerk Ressourceneffizienz gegründet. Leitziel des Netzwerks ist es, Deutschland bis zum Jahr 2020 zur ressourceneffizientesten Volkswirtschaft der Welt und zum Vorreiter beim schonenden und umweltverträglichen Umgang mit Energie und Rohstoffen zu machen. Das Bundesumweltministerium versteht sich dabei als Impulsgeber.

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EU-Politik zur Ressourceneffizienz

Auf europäischer Ebene hat die Europäische Kommission das Thema Ressourceneffizienz mit der "Thematischen Strategie für eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen" (2005), der Leitinitiative "Ressourcenschonendes Europa" (2011) und dem "Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa" (2011) zu einem wichtigen Bestandteil der europäischen Umwelt- und Wirtschaftspolitik gemacht. Ziel dieser Maßnahmen ist die Schaffung eines kohärenten europäischen Aktionsrahmens zur Steigerung der Ressourceneffizienz. Das Europäische Parlament hat in seinen Entschließungen zu einer wirksamen Rohstoffstrategie für Europa (2011) und zum Fahrplan für ein Ressourcen schonendes Europa (2012) Vorschläge für die Umsetzung eines nachhaltigen und effizienten Umgangs mit natürlichen Ressourcen gemacht.

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Verbraucherinformation

Die klimatischen Folgen unseres Umgangs mit Energie und Rohstoffen beginnen die Menschen zu erahnen. Aber viele andere ökologische Folgen sind noch außerhalb des gesellschaftlichen Bewusstseins. Zu dem tatsächlichen "Verbrauch" beispielsweise von Nahrungsmitteln, Verpackungen oder Konsumgütern ist der Verbrauch an Ressourcen zu rechnen, der während des Produktionsprozesses und eventuell bei der Entsorgung anfällt. Dieser Faktor wird auch "ökologischer Rucksack" genannt. Für einen Goldring von 10 Gramm Gewicht werden z.B. durchschnittlich 3,5 Tonnen Erdreich bewegt. Um 1 Tonne reinen Kupfers aus dem Gestein zu gewinnen, benötigt man einen Energieeinsatz von 14.000 bis 28.000 kWh, so viel Energie verbraucht ein Zweipersonenhalt in Deutschland über einen Zeitraum von 4 bis 8 Jahren.

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Fazit

Bereits heute zeigt Deutschland, wie die Ressourceneffizienz in einem hochentwickelten Industrieland ohne Wohlstandseinbußen gesteigert und dabei die Inanspruchnahme von Rohstoffen gesenkt werden kann: Während in den Jahren 2000 bis 2010 das Wirtschaftswachstum in Deutschland stark anstieg, sank die Inanspruchnahme von Rohstoffen um 11,1 Prozent. Damit hat Deutschland die besten Voraussetzungen, beim notwendigen globalen Wandel zu einer ressourceneffizienten Wirtschaftsweise voranzugehen.

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Zuletzt geändert: 01.07.2012

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