Klimaschutz erfrischt

Wasser steckt in allem: mal sichtbar, mal weniger erkennbar. Und unser Umgang mit dem kühlen oder heißen Nass hat viel mit Klimaschutz zu tun. Wir können eine Menge kleiner Hebel bewegen, um entspannt und klimafreundlich zu duschen, zu baden oder eine Tasse Tee zu genießen. Hier steht, wie’s geht.

Statement

„Klimaschutz fängt zu Hause an. Warmwasser ist im Privathaushalt der zweitgrößte Energieverbraucher. Dort sparen bringt was!“

Thorsten Schröder, Moderator, Sprecher, Journalist

Quelle: www.scheffen.de

Infografik

Wasser ist eine wertvolle Ressource, mit der wir sorgsam umgehen müssen – und ein starker Hebel, um den Klimawandel zu bremsen.

Christoph Laudon im Gespräch

Christoph Laudon ist Gründer und stellvertretender Geschäftsführer des Projekts Hydrophil, das durch einen Blog und einen Shop einen bewussten Beitrag zum Thema Wasser leisten will – unter dem Motto „wasserneutral, vegan & fair“.

Warum ist Wasser ein Klimaschutzthema?

Jedes Leben auf der Erde entspringt aus einem Tropfen Wasser. Wir wollen die Menschen dafür sensibilisieren, sorgsam mit der Ressource Wasser umzugehen. Es ist nicht selbstverständlich, dass sauberes Trinkwasser aus unserer Leitung kommt. Wasser muss geschützt werden, egal ob es um Verunreinigung, Wasserprivatisierung oder „virtuelles Wasser“ geht.  

Inwiefern ist unser Verhalten im Alltag entscheidend?

Alles Wasser, das durch den Menschen genutzt wird, wird der Natur entzogen und trotz Aufbereitung langfristig mit Chemikalien, Medikamenten und Mikroplastik verunreinigt. Das gilt für das Wasser, mit dem wir direkt oder indirekt täglich im Kontakt sind – wie unser Duschwasser oder das Wasser unserer Klospülung. Es gilt aber auch für solches, das am anderen Ende der Welt zur Herstellung unserer Jeans oder Bewässerung unseres Kaffees verwendet wird, das sogenannte „virtuelle Wasser".

Weniger und kühler duschen & Co – giltst du mit solchen Tipps nicht als Spaßbremse?

Es ist uns wichtig, unserem Gegenüber auf Augenhöhe zu begegnen, statt mit erhobenem Zeigefinger von oben herab dessen Verhalten zu kritisieren. Wir möchten den Menschen eine Alternative aufzeigen und erreichen, dass sie durch sachlichen Dialog bewusst ihr Verhalten ändern.

Was sind deine Lieblingstipps rund um Wasser und Klimaschutz?

Trinkt Leitungswasser! In fast allen Regionen Deutschlands ist das Leitungswasser trinkbar und oftmals sogar von höherer Qualität als abgefülltes Flaschenwasser. Für unterwegs legt man sich eine wieder verwendbare Trinkflasche zu, anstatt teures Flaschenwasser zu kaufen. Leitungswasser spart Geld und vermeidet unnötigen Plastikmüll.

Meine Lieblingskampagne zum Thema Wasser stammt übrigens aus Brasilien. Dort wurde vor einiger Zeit damit geworben, beim Duschen zu pinkeln – um Trinkwasser zu sparen, das ansonsten durch die Toilettenspülung fließt. Ein lustiger Spot und eine interessante Herangehensweise, die für viel gute Laune gesorgt und sicherlich auch ein wenig für Problembewusstsein gesorgt hat.

Q&A

Fakten, Appelle & Beispiele sind gut – selbst handeln ist am besten.

Hier gibt es Tipps und Tricks, mit denen Klimaschutz im Alltag sehr gut umsetzbar ist. Die passenden Klima-Links dazu gibt es gleich im Anschluss daran!

1. Wasser sparen für den Klimaschutz? Wie passt das zusammen?

Wasser ist nicht nur eine notwendige Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen, sondern auch ein ganz wesentliches Klimaelement. Daher hat der Klimawandel starke Auswirkungen auf den globalen Wasserkreislauf: Steigen die Temperaturen, so nehmen Extreme wie Überflutungen und Dürreperioden zu. Klima und Wasser, das passt an zwei Punkten besonders gut zusammen: Wir verbrauchen viel Energie, wenn wir Wasser konsumieren – denn es muss aufbereitet, transportiert und erwärmt werden. Und das verursacht Treibhausgase. Auf der anderen Seite können wir durch unser Verhalten dazu beitragen, die Folgen des Klimawandels zu mildern. Viele Produkte werden nämlich mit hohem Wasserverbrauch in Regionen produziert, die zunehmend von Wasserstress bedroht sind. Wie das geht, erfahren Sie hier!

2. Wie kann ich Wasser klimafreundlich verwenden?

Wasser kommt aus dem Wasserhahn? Klar! Aber bis es dort ankommt, braucht es viele Schritte. Und die verbrauchen jeweils viel Energie. Wasser wird gefördert, aufbereitet, transportiert, erwärmt und letztendlich wieder gereinigt. Wasser sparen ist heute schon fest in unserem Umweltbewusstsein gespeichert. Für den Klimaschutz ist aber ganz entscheidend, ob kaltes oder warmes Wasser gespart wird: Wasserwerke emittieren pro Kubikmeter rund 0,36 Kilogramm CO2. Die Bilanz für das Erwärmen der gleichen Menge Wasser liegt hingegen bei 10 Kilogramm CO2.

Fürs Klima ist also besonders wichtig, auf den Verbrauch von warmem Wasser zu achten. Das schont auch den Geldbeutel: Die Bereitstellung von warmen Wasser ist mit rund 12 Prozent nach dem Heizen hierzulande der zweitgrößte Energieverbraucher im Haushalt. Während wir täglich im Durchschnitt lediglich 28 Cent für Trinkwasser bezahlen, belaufen sich die Energiekosten für eine zehnminütige Dusche auf bis zu 1,85 Euro. Ein Vollbad kostet schnell das Doppelte. Wer täglich mit wassersparendem Duschkopf duscht, kann so im Jahr schnell 180 Euro sparen. Auch beim Waschen gibt es enorme Einsparmöglichkeiten! Wer die Maschine nur voll laufen lässt und bei 40 statt 60 Grad wäscht, schont Geldbeutel, Klima und nicht zuletzt auch die Wäsche.  Noch ein paar weitere Sparideen:

  • Wasserkocher nach Bedarf verwenden, nicht zu viel Wasser aufheizen
  • Fürs Händewaschen auch einfach mal kaltes Wasser nutzen
  • Geschirr: Spülmaschine statt Handwäsche
    • Spülmaschine voll
    • Handwäsche lieber länger einweichen als heißes Wasser zu verwenden
  • Wassertemperatur in einer zentralen Anlage auf 60 Grad reduzieren
  • Moderne vollautomatische Durchlauferhitzer bringen in einem 3-Personen-Haushalt bis zu 120 Euro Ersparnis pro Jahr
  • Wärmepumpe oder Solaranlage installieren

3. Wie kann ich mit meinem Wasserkonsum dazu beitragen, die Folgen des Klimawandels zu mildern?

Seit 1991 sank der tägliche Wasserverbrauch in Deutschland von 144 auf 121 Liter pro Kopf. Damit liegt die Bundesrepublik weit unter dem europäischen Durchschnitt von rund 200 Litern. Dies ist allerdings nur das real genutzte Wasser. In den Produkten, die wir täglich kaufen und konsumieren, steckt noch viel mehr Wasser: Das so genannte virtuelle Wasser. Und davon verbrauchen wir in Deutschland ca. 3.900 Liter – pro Kopf und Tag!

Beispiel Baumwolle: Die Pflanze wächst vor allem in Gebieten, wo der Klimawandel die Wasserknappheit in den kommenden Jahren noch weiter verstärken wird. Um zu wachsen, benötigt Baumwolle viel Wasser. Inklusive Bleichen und Färben summiert sich der Verbrauch eines konventionellen Baumwoll-T-Shirts schnell auf 4.100 Liter virtuelles Wasser. Ähnlich sieht es bei manchen Nahrungsmitteln aus: Mit einem Kilo Tomaten importiert man 184 Liter Wasser aus dem trockenen Süden Spaniens. Gerade bei tierischen Produkten sind die Zahlen besonders hoch. Ein Kilo Rindfleisch auf unserem Tisch trägt mit über 15.000 Litern zu unserer persönlichen Bilanz bei – denn der Anbau von Futtermitteln braucht besonders viel Wasser. Dieser findet vielfach in Gebieten mit Wasserknappheit wie etwa Südamerika statt.

Im verringerten Verbrauch von virtuellem Wasser stecken also große Klimaschutz-Möglichkeiten! Viel ist gewonnen, wenn wir regionale, saisonale, vegetarische und ökologisch produzierte Lebensmittel bevorzugen. Auch die Nutzung von Recyclingpapier und weniger neue Kleidung spart neben Chemikalien sehr viel Wasser.

Meine Klima-Links zu „Klimaschutz erfrischt“

Das Bundesumweltministerium unterstützt im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative eine Reihe erfolgreicher Praxisbeispiele rund um klimafreundliches Engagement:

Fotos und Videos

Wer sich gerne im Klimaschutz engagieren will oder über dieses Thema berichten möchte, der findet im Internet jede Menge Bild- und Videomaterial dazu. Zur Orientierung haben wir hier einige Links zusammengestellt.

Videos

Eine WDR-Dokumentation auf den Spuren der Wasserindustrie. „Wem gehört das Wasser?”, ein Film von Jürgen Jentzsch: www.youtube.com/watch?v=GpH3Oph2XbU

Ein Film über Umweltschutz im Alltag, vor allem über Wasser und Müll: www.youtube.com/watch?v=B7y7EqSGRRQ

Bilder

Eine Grafik des WWF zeigt, wie viel virtuelles Wasser in verschiedenen Produkten steckt: www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Grafik-virtual-water.pdf

Pressemitteilungen

  • Pressemitteilung vom 27.10.2015 "Staatssekretär Adler: Wasserwirtschaftliche Expertise deutscher Unternehmen gut für Wirtschaft und Umwelt“ www.bmub.bund.de/N52431/
  • Pressemitteilung vom 02.09.2015: „Energieeffizientes Bauen made in Berlin“ www.bmub.bund.de/N52257/
  • Pressemitteilung vom 11.05.2015: „Bundesumweltministerium fördert innovative Energie- und Phosphatgewinnung aus Klärschlamm“ www.bmub.bund.de/N51853/
  • Pressemitteilung vom 23.12.2014: „Kaffeemaschinen und IT-Geräte werden sparsamer im Stromverbrauch“ www.bmub.bund.de/N51464/
  • Pressemitteilung vom 18.12.2014: „Innovative Abwasserreinigungsanlage schützt Ressourcen und Gewässer“ www.bmub.bund.de/N51446/
  • Pressemitteilung vom 05.12.2014: „Ressourceneffizienz durch Wiederverwendung von Abwasser“ www.bmub.bund.de/N51408/
  • Pressemitteilung vom 04.09.2014: „Neuer Katalog schafft Klarheit über vorsorgende Maßnahmen zum Schutz des Wassers“ www.bmub.bund.de/N51086/