Klimaschutz ist gutes Wohnen

Zum guten Wohnen gehört ein gutes Raumklima zum Wohlfühlen ebenso wie angenehme Beleuchtung und moderne, sparsame Elektrogeräte. Und wir wollen alle am liebsten in lebenswerten Städten und Gemeinden leben, wir wünschen uns Parks, interessante öffentliche Räume und bezahlbare Häuser und Wohnungen.

Statement

„Ich bin der festen Überzeugung: Umweltschutz steht einem guten Leben nicht im Weg, er eröffnet Wege.“

Barbara Hendricks, Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Infografik

Heizen macht den Unterschied!

75 Prozent der Heizanlagen sind nicht auf dem neuesten Stand. Hier kann noch viel für den Klimaschutz getan werden. Denn die Raumwärme ist für 60 Prozent des CO2-Ausstoßes im Wohnraum verantwortlich.

Interview

Gespräch mit Marco Eisenack

Marco Eisenack, Jahrgang 1972, ist Geschäftsführer von www.klimaretter.info und leidenschaftlicher Verfechter eines qualitativen Recherche-Journalismus. In München arbeitet er als Journalist, Verleger und Moderator.

 Warum bist Du bei klimaretter.info?

Im Internetzeitalter brauchen wir Journalismus nicht mehr, um allgemeine und aktuelle Nachrichten zu verbreiten – das können wir inzwischen auch mit Algorithmen. Journalistinnen und Journalisten werden benötigt, um Ereignisse mit einer besonderen Expertise vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen in einen größeren Zusammenhang einzuordnen. Spezialisierung ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Das gelingt dem Team von klimaretter.info seit dem Jahr 2007 vorbildlich. Nach Meinung vieler Expertinnen und Experten ist hier ein Leitmedium für die Energiewende entstanden.

Wie finanziert sich klimaretter.info?

Hier muss man im Online-Journalismus neue Wege gehen. Wir folgen dem spannenden Modell, Journalismus nicht vorrangig durch Anzeigen, sondern auch von Stiftungen, einem Herausgeber-Gremium und privaten Spendern fördern zu lassen. Sich nicht zu sehr von einer Geldquelle abhängig zu machen ist der beste Garant für journalistische Unabhängigkeit.

Was macht Dir Spaß am „Klima-Journalismus"?

Ich bin Journalist geworden, um einen kleinen Teil dazu beizutragen, jene Themen, die für unsere Gesellschaft wichtig sind, besser sichtbar zu machen. Journalistinnen und Journalisten sind ein wichtiges Regulativ im Wettbewerb der Lobbyinteressen. So wie unser Planet derzeit geschunden wird, sollte das Thema Klimaschutz mit allen Facetten jeden Tag auf Seite 1 stehen. Derzeit leben wir nach der Methode „Unsere Kinder sollen es einmal schlechter haben“, wie der Flensburger Professor Harald Welzer es mal so treffend formuliert hat. Klima-Journalismus gibt mir das Gefühl, etwas Wichtiges zu tun – und das ist gut so.

Sentimentale Gefühle für die gute alte Glühbirne?

Wer hat die nicht? Aber nicht alles, was schön ist, sollte man machen. Die alte Glühbirne ist unfassbar ineffizient und eigentlich eher eine Wärme- als eine Lichtquelle. Es erinnert mich immer ein bisschen daran, als würde ich die Heizung aufdrehen, um meinen Tee darauf warm zu halten. Ich vertraue hier sehr auf die Innovationskraft der Lichtdesigner, uns bald mit Leuchtmitteln zu beglücken, die Atmosphäre und Energieeffizienz vereinen.

Was sagst Du Freunden, wenn sie sich über „Klima-Panikmache" beschweren?

Ich pflichte ihnen bei! Panikmache ist die schlechteste Form der Klima-Berichterstattung. Panik lähmt und führt zu einer „Ist eh schon alles wurscht“-Mentalität. Deshalb ist mir wichtig, auf klimaretter.info wirklich umfassend zu informieren und neben den unbequemen Wahrheiten auch die vielen inspirierenden Geschichten zu erzählen – von Menschen, die zukunftsfähige Lebensstile und nachhaltige Wirtschaftsmethoden bereits erfolgreich umsetzen.

Dein Wohntraum, wenn Geld und Ort keine Rolle spielen würden?

Altbauwohnung, Gartenvilla und Strandhaus – dann würde ich je nach Tageslaune den Blick vom Balkon, von der Terrasse oder aus der Sandburg wählen. Da München kein Meer zu bieten hat, müsste es wohl Rom sein – da stellt sich auch nicht oft die Frage nach dem Heizen.

Q&A

Fakten, Appelle & Beispiele sind gut – selbst handeln ist am besten.

Hier gibt es Tipps und Tricks, mit denen Klimaschutz im Alltag sehr gut machbar ist.

1. Was bedeutet „klimafreundliches Wohnen“?

Viele verschiedene Schritte, kleinere und größere: Mieterinnen und Mieter können auf den Energieverbrauch der Heizung achten, Haustechnik optimal nutzen oder energiesparende Leuchtmittel einsetzen. So können Sie etwa beim Lampentausch darauf achten, energieeffiziente Beleuchtung zu wählen. Dabei müssen Sie nicht auf Helligkeit verzichten, der entscheidende Wert wird in Lumen gemessen und auf der Verpackung angegeben. Hohe Leuchtkraft bis zu mehr als 1000 Lumen kann auch durch energiesparende LEDs (Lampen auf Basis Licht-emittierender Dioden) oder Energiesparlampen erreicht werden. Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer können gleich zu Beginn energieeffiziente Entscheidungen treffen: Bausubstanz, Heiztechnik oder Zu- und Abluftsysteme sind entscheidende Hebel.

2. Kann ich mir klimafreundliches Wohnen überhaupt leisten?

Es ist genau andersherum: Kann ich mir energieverschwendendes Wohnen auf Dauer leisten? Wer nicht energieeffizient wohnt, verliert Geld. Die Bundesregierung verfolgt mit ihrem neuen „Aktionsprogramm Klimaschutz 2020“ in Zusammenarbeit mit dem „Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen“ daher auch das Ziel, Wohnen und Bauen auch für untere und mittlere Einkommensgruppen bezahlbar zu gestalten. Denn Energieeffizienz lohnt sich: Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (dena) kann durch fachgerechtes Modernisieren und den Einsatz moderner Gebäudetechnik der Energieverbrauch auf deutlich unter die Hälfte des Ursprungsverbrauchs gesenkt werden. Zu den geplanten Maßnahmen gehören eine Energieeffizienz-Strategie für Gebäude, die Weiterentwicklung der bestehenden Energieberatung und eine steuerliche Förderung energetischer Sanierungen. Damit wir in intakten Quartieren und lebenswerten Städten leben.

3. Wie finde ich die richtige Maßnahme für mich?

Beispiel Heizen: Das Klimaschutz-Netzwerk co2online, das vom Bundesumweltministerium gefördert wird, stellt online mehrere Checks zur Verfügung, mit denen wesentliche Elemente überprüft werden können. So hilft etwa der „Heizcheck“ dabei, den Heizenergieverbrauch eines Hauses zu prüfen, mit dem „Thermostatcheck“ kann die Effizienz von Ventilen beurteilt und das Einsparungspotenzial festgestellt werden. Der „Neubaucheck“ schließlich ermöglicht die Auswahl der emissionsärmsten und kostengünstigsten Heizungssysteme. Alle Tools sind auf der Webseite www.klima-sucht-schutz.de abrufbar.
Es gibt aber auch kleine Maßnahmen, mit denen jede und jeder einfach sofort loslegen kann: lieber Stoßlüften, also bei vollständig geöffnetem Fenster 5 bis 10 Minuten mehrmals täglich lüften. Dabei ist es besonders effizient, mehrere Fenster so zu öffnen, dass Durchzug entsteht. Gekippte Fenster führen oft dazu, dass jede Menge Heizenergie sinnlos verpufft. Oder bei der Beleuchtung auf LEDs setzen. Die verbrauchen deutlich weniger Strom als vergleichbare herkömmliche Glühlampen, lassen aber auch Energiesparlampen oder Halogenlampen hinter sich zurück.
Bei der Auswahl von Produkten und Dienstleistungen hilft der „Blaue Engel“ (www.blauer-engel.de), ein Siegel, das vom Bundesumweltministerium in Kooperation mit dem Umweltbundesamt und anderen Akteuren aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft vergeben wird. Dieses Qualitätssiegel garantiert, dass hohe Ansprüche an Umwelt-, Gesundheits- und Gebrauchseigenschaften erfüllt werden.

Praktische Links

 

Meine Klima-Links zum guten Wohnen – Praxistipps, erfolgreiche Beispiele

Klimaschutz, schön und gut, aber wo fange ich im Wohnraum damit an? Sie können sich schnell einen ersten Überblick verschaffen – wenn Sie sich kurz die Zeit nehmen und durch die Tipps und Tricks klicken, die wir hier gesammelt haben.

Auf der Webseite des Bundesumweltministeriums werden eine Reihe erfolgreicher Praxisbeispiele aus den Bereichen Klimaschutz und Bauen/Wohnen vorgestellt:

Fotos und Videos

 

Meine Klima-Links zum guten Wohnen – Fotos und Videos

Wer sich für Klimaschutz im Wohnraum interessiert, findet im Internet jede Menge Bild- und Videomaterial rund um die einzelnen Themenfelder. Zur Orientierung einige qualitativ hochwertige Links zusammengestellt.

Pressemitteilungen des Bundesumweltministeriums