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06.06.2016

Sauber fortbewegen

Für unsere zukünftige Mobilität ist das Elektroauto nur ein Baustein, mit Blick auf den Klimaschutz aber ein ziemlich wichtiger. Die Elektromobilität an sich umfasst weit mehr: den Güterverkehr mit leichten und schweren Lkw, den öffentlichen Verkehr mit

Namensbeitrag von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks zum Beitrag der Elektromobilität zum Klimaschutz

Das Klimaschutzabkommen von Paris ist ein Meilenstein. Mit ihm bekennt sich die Weltgemeinschaft zu dem Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen und darüber hinaus in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts treibhausgasneutral zu werden.

Der Verkehr besitzt dabei eine Schlüsselrolle. Nur wenn wir langfristig treibhausgasneutral fahren, fliegen und uns fortbewegen, ist die globale Erwärmung zu stoppen. Davon sind wir heute weit entfernt. Während im Energiesektor die Treibhausgas- Emissionen seit mehreren Jahren deutlich sinken, stagnieren sie im Verkehr seit Jahren auf hohem Niveau. So geht heute rund ein Fünftel der direkten CO2-Gesamtemissionen auf das Konto des Verkehrs – mit steigender Tendenz.

Wenn wir über die Auswirkungen des Verkehrs auf unsere Umwelt sprechen, geht es nicht nur um Klimaschutz, sondern auch um die Qualität unserer Atemluft – Stichwort "Stickoxide und Feinstaub" –, um Lärmschutz oder den Flächenverbrauch. Wie wir uns fortbewegen, beeinflusst also maßgeblich unsere Lebensqualität in den Städten und Gemeinden.

Damit ist offensichtlich: Wir stehen im Verkehr in den kommenden Jahren vor großen Herausforderungen. Was wir brauchen, ist nichts Geringeres als ein Mobilitätswandel – nicht ganz zufällig daher auch das Motto einer aktuellen Kampagne meines Ministeriums. Unsere Ziele sind nur zu erreichen, wenn wir Verkehr da, wo es geht, vermeiden, umweltfreundlichen Verkehrsmitteln konsequent den Vorzug geben und – ganz entscheidend – die Energieversorgung des Verkehrs auf erneuerbare Energien umstellen.

Die Elektromobilität – und speziell das Elektroauto – spielt hier eine zentrale Rolle. Bisher hängt der Straßenverkehr fast ausschließlich vom Öl ab – eine nicht gerade saubere Energiequelle, die obendrein verschwenderisch eingesetzt wird. Nur etwa ein Viertel der Energie setzt ein Verbrennungsmotor in Vortrieb um. Das Elektroauto öffnet uns die Tür zur Energiewende im Verkehr. Denn damit kann eine heimisch verfügbare, sichere Energiequelle – erneuerbarer Strom – für die Fortbewegung genutzt werden. Und das verbunden mit mehr Energieeffizienz durch den weitaus höheren Wirkungsgrad des Antriebs.

Dabei gilt: Elektroautos sind letztlich nur so sauber wie der Strom, mit dem sie fahren. Aber selbst wenn man den derzeitigen deutschen Strommix zugrunde legt und sogar die Energie berücksichtigt, die bei der Produktion eines Fahrzeugs inklusive Batterien anfällt, hat ein Elektroauto eine deutlich bessere Klimabilanz als ein vergleichbares Auto mit Benzin- oder Dieselmotor. Das zeigt eine ehrliche Analyse der klimarelevanten Emissionen über den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge. Mit der fortschreitenden Energiewende im Strombereich wird sich dieser Vorteil weiter vergrößern, denn die Erneuerbaren bauen ihre Anteile rasch aus.

Für unsere zukünftige Mobilität ist das Elektroauto nur ein Baustein, mit Blick auf den Klimaschutz aber ein ziemlich wichtiger. Die Elektromobilität an sich umfasst weit mehr: den Güterverkehr mit leichten und schweren Lkw, den öffentlichen Verkehr mit Straßenbahnen und Elektrobussen und natürlich das Zweirad. Den angesprochenen Mobilitätswandel bekommen wir nur mit einem Gesamtkonzept hin, das alle diese Verkehrsmittel umfasst. Das fördern wir. Damit sichern wir Mobilität und schaffen gleichzeitig eine gesunde Umwelt und mehr Lebensqualität für die Menschen.

06.06.2016 | Medienbeitrag Dr. Barbara Hendricks | BMUB