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15.10.2016

Hendricks: Einigung von Kigali ist Meilenstein für den Klimaschutz

Weltweite Reduzierung klimaschädlicher Kältemittel beschlossen

Weltweite Reduzierung klimaschädlicher Kältemittel beschlossen

Die Staatengemeinschaft hat sich auf eine schrittweise drastische Reduzierung der besonders klimaschädlichen Fluorkohlenwasserstoffe (HFKW) geeinigt. HFKW werden in Kühlschränken und Klimaanlagen verwendet und ersetzen bislang das die Ozonschicht schädigende FCKW, auf dessen Verbot sich die Staatengemeinschaft 1987 mit dem Montrealer Protokoll geeinigt hatte. Mit den neuen Regeln, die die Vertragsstaaten heute in Kigali/Ruanda beschlossen haben, wird das Montrealer Protokoll nun substanziell erweitert - und wird von einem Abkommen zum Schutz der Ozonschicht zu einem wirksamen Klimaschutzinstrument.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: "Die Beschlüsse von Kigali sind ein Meilenstein für den weltweiten Klimaschutz. Die Staatengemeinschaft hat sich im Kampf gegen den Klimawandel erneut als handlungsfähig erwiesen. Fluorkohlenwasserstoffe haben sich zu einem ernsthaften Problem für das Weltklima entwickelt. Wenn die Welt jetzt den Umstieg auf klimafreundliche Alternativen schafft, können wir die drohende Erderwärmung um bis zu ein halbes Grad Celsius verringern. Wir werden die Entwicklungsländer bei der Umstellung tatkräftig unterstützen."

Die jetzt neu durch das Montrealer Protokoll regulierten Stoffe werden immer mehr als Ersatzstoffe für die bisher schon dort geregelten ozonschichtschädigenden Stoffe eingesetzt. Sie haben – wie auch die ozonschichtschädigenden Stoffe selbst – eine stark klimaschädliche Wirkung. Da die weltweite Nachfrage nach Kälte- und Klimaanlagen rasant ansteigt, wäre zu befürchten, dass ein ungeregelter Einsatz der Stoffe in den nächsten Jahrzehnten erheblich zur Erderwärmung beitragen würde.

Mit der jetzt beschlossenen drastischen Reduktion ihres Einsatzes wird bis zum Jahre 2050 gegenüber einem ungeregelten Wachstum eine Treibhausgasmenge eingespart, die circa 65 Milliarden Tonnen CO2 entspricht. Zum Vergleich: die deutschen Treibhausgasemissionen belaufen sich derzeit auf circa 900 Millionen Tonnen im Jahr. Klimaneutrale Alternativen sind bereits vorhanden und werden durch die neuen Regelungen weltweit einen entscheidenden Schub bekommen.

Die in Kigali getroffene Vereinbarung enthält zeitlich gestufte Verpflichtungen für Industrie- und die Entwicklungsländer zur Reduktion von Produktion und Verbrauch von 17 teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW). Für Industrieländer ist eine Reduktion um 85 Prozent bis 2036 vorgesehen, beginnend mit einem ersten Reduktionsschritt bereits 2019. Für die Entwicklungs- und Schwellenländer gelten differenzierte Reduktionspläne mit Reduktionszielen von 80 bzw. 85 Prozent im Zeitraum von 2024 bis 2047. Bei der Erfüllung ihrer Verpflichtungen erhalten die Entwicklungsländer finanzielle Unterstützungen von den Industrieländern.

Gemeinsam mit den EU-Mitgliedsstaaten, den USA und einer großen Zahl ambitionierter Staaten hatte sich Deutschland dafür eingesetzt, dass die Verwendung dieser HFKW drastisch beschränkt wird. Mit den Beschlüssen von Kigali konnte dieses Ziel erreicht werden. In Deutschland und Europa ist eine drastische Reduzierung der HFKW bereits eingeleitet. Die in Europa beschlossenen Regeln sind daher bereits im Einklang mit dem neuen Montrealer Protokoll.

Mit Hilfe des FCKW-Verbots des von inzwischen allen 197 UN-Staaten gezeichneten Montrealer Protokolls ist es gelungen, jährlich 2 Millionen Fälle von Hautkrebs und weitere negative Auswirkungen auf Mensch und Umwelt zu vermeiden. UN-Wissenschaftler erwarten, dass sich die Ozonschicht Mitte dieses Jahrhunderts wieder erholt. Mit der Erweiterung auf weitere Stoffe wird das Montrealer Abkommen nun noch stärker als bisher zu einem wirksamen globalen Instrument für den Klimaschutz.

15.10.2016 | Pressemitteilung Nr. 249/16 | Klimaschutz