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17.01.2017

Hendricks stellt neues Fördermodell für die Landwirtschaft zur Diskussion

BMUB-Kongress diskutiert über Zukunft der Landwirtschaft

BMUB-Kongress diskutiert über Zukunft der Landwirtschaft

Wie können die EU-Agrarsubventionen so ausgerichtet werden, dass sie dem Gemeinwohl dienen und helfen, die Akzeptanz- und Umweltkrise der Landwirtschaft zu lösen? Antworten auf diese Frage liefert eine Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums, die heute vorgestellt wurde. Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Peter Feindt wurde ein Vorschlag erarbeitet, wie gezielt die Leistungen der Landwirtschaft für den Schutz von Natur, Boden, Wasser oder Klima gefördert werden können, die der Markt nicht honoriert. Bislang richtet sich die Förderung vor allem nach der bewirtschafteten Fläche.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: "Die Studie unterstützt unsere Forderung nach einem grundlegenden Umbau der Agrarsubventionen. In diesen schwierigen Zeiten ist es ein Privileg, dass fast 40 Prozent des EU-Budgets in die Landwirtschaft fließen. Leider landet ein großer Teil des Geldes dann bei großen Agrarfabriken oder indirekt bei Flächeneigentümern, die gar keine Landwirte sind. Wir müssen dieses absurde Fördersystem gemeinsam mit den anderen Mitgliedsstaaten dringend ändern. Ich bin der Auffassung: Öffentliches Geld sollte es in Zukunft nur noch für öffentliche Leistungen geben."

Ziel der Studie ist es, wissenschaftlich basierte Optionen für die künftige Ausgestaltung der Agrarpolitik aus der Perspektive des Umwelt- und Naturschutzes zu formulieren und in die öffentliche Diskussion einzubringen. Der Umsetzungsvorschlag bezieht sich auf die nächste Förderperiode, die im Jahr 2021 beginnt. Dann sollen demnach die Zahlungen schrittweise vollständig an die Erbringung öffentlicher Güter geknüpft werden. Leitbild der Wissenschaftler ist ein neuer Gesellschaftsvertrag mit der Landwirtschaft, der ökologische und soziale Leistungen fair entlohnt.

Hendricks: "Statt einer Ausrichtung auf Menge und Export und damit steigende Angebote und sinkende Preise, müssen wir es schaffen, dass Landwirtinnen und Landwirte mehr Geld für qualitativ wirklich hochwertige Produkte erhalten. Wenn die Landwirtschaft also gleichbleibend hohe Zahlungen auch im nächsten EU-Haushalt rechtfertigen will, muss sie die Ausrichtung auf mehr Nachhaltigkeit als Chance begreifen. Ich hoffe daher sehr, dass sich die Vertreter der Landwirtschaft mit den Ergebnissen und Vorschlägen der Studie konstruktiv auseinandersetzen und darin nicht einen Angriff auf die Landwirtinnen und Landwirte sehen, sondern einen Beitrag zu einer Landwirtschaft mit Zukunft."

17.01.2017 | Pressemitteilung Nr. 014/17 | Forschung · Förderung