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11.12.2014

Internationale Klimafinanzierung gut angelegt

Deutschland und das Vereinigte Königreich unterstützen ab 2015 ambitionierte Klimaschutzprojekte in Burkina Faso, Peru, Thailand und Tadschikistan. Das kündigten der Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit Jochen Flasbarth und der britische Minister für Energie und Klimawandel Ed Davey während der Klimaverhandlungen in Lima an. Die Projekte werden aus Mitteln der so genannten NAMA-Fazilität finanziert. Das Förderprogramm dient dazu, anspruchsvolle Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungs- und Schwellenländern zu unterstützen und ihre Treibhausgasemissionen deutlich zu verringern. Dänemark und die EU-Kommission kündigten an, dem Programm als weitere Geberländer beizutreten. Im Vorfeld der COP 21 in Paris erhöhen sich damit die Mittel für eine dritte Auswahlrunde von Förderprojekten.

Die Fördermittel für Burkina Faso fließen in die nachhaltige Energieerzeugung aus Biomasse. Um der fortschreitenden Entwaldung in dem westafrikanischen Land zu begegnen, sollen Energiepflanzen zukünftig nachhaltiger angebaut und effizienter eingesetzt werden, die Nutzung nachhaltig erzeugter Biomasse soll wirtschaftlich tragfähig gemacht werden. Im besten Fall können mit diesem Projekt um die 40 Prozent des nationalen Emissionsminderungsziels erreicht werden. In Peru soll mit den Fördergeldern der öffentliche Personennahverkehr verschiedener Städte ausgebaut werden, unter anderem mit neuen emissionsärmeren Bussen und Bahnen. In Thailand unterstützt die NAMA-Fazilität die Herstellung hocheffizienter Kühl- und Klimaanlagen, sowohl für Privathaushalte als auch für industrielle Zwecke. Die Anlagen sind für Thailand selbst und den Export bestimmt. Durch diese Maßnahme können die Treibhausgas-Emissionen Thailands um 0,6 Prozent pro Jahr verringert werden, was einen signifikanten Beitrag für das Klimaschutzziel des Landes darstellt. Das Projekt in Tadschikistan dient dazu, Waldgebiete besser zu schützen, wiederaufzuforsten sowie eine nachhaltige Waldwirtschaft zu etablieren.

Der britische Minister Ed Davey zeigte sich erfreut über das Ergebnis der zweiten Auswahlrunde der NAMA-Fazilität: "Die NAMA-Fazilität unterstützt jetzt ein starkes Portfolio an Projekten in den unterschiedlichsten Regionen und Sektoren. Das zeigt das große Engagement für ehrgeizige Klimaschutzmaßnahmen und dessen Dynamik rund um den Globus und in den unterschiedlichsten Sektoren."

Um diese Dynamik aufrecht zu erhalten, kündigten die beiden Ministerien 2015 zusätzliche Mittel zur für dritte Auswahlrunde der NAMA-Fazilität zur Verfügung zu stellen. Nach den Worten des Staatssekretärs Jochen Flasbarth läutet diese dritte Auswahlrunde den Beginn der NAMA-Fazilität 2.0 ein: "Wir stellen mit Freude fest, dass die bisherigen positiven Erfahrungen nicht nur dazu geführt haben, dass Deutschland und das Vereinigte Königreich der NAMA-Fazilität weitere Mittel zur Verfügung stellen werden, sondern dass sich auch weitere Geber eingestellt haben: Dänemark und die Europäische Kommission, die wir recht herzlich willkommen heißen."

Insgesamt haben die Geber Beiträge in Höhe von 85 Mio. Euro für die dritte Auswahlrunde der NAMA-Fazilität in Aussicht gestellt, was eine wesentliche Steigerung gegenüber den vorherigen Auswahlrunden ist.

Regierungen und Durchführungsorganisationen waren aufgefordert worden, von April bis Juli 2014 Projektvorschläge bei der Fazilität einzureichen. Es wurden zahlreiche Projektskizzen aus unterschiedlichen Ländern und den unterschiedlichsten Bereichen, u.a. Landwirtschaft, Energieeffizienz, Forstwirtschaft, erneuerbare Energien und Verkehr, eingereicht. Dies gilt als Beleg für die inzwischen weltweit vorhandene Dynamik des Klimaschutzes. Alle Projekte werden anhand strenger Auswahlkriterien bewertet, um sicherzustellen, dass die ambitioniertesten und erfolgsversprechendsten NAMA-Maßnahmen (National Appropriate Mitigation Actions - angemessene nationale Minderungsmaßnahmen) für eine finanzielle Unterstützung ausgewählt werden. Im Kontext der internationalen Klimaverhandlungen gelten NAMA als freiwillige Klimaschutzmaßnahmen von Entwicklungsländern, die in die jeweiligen nationalen Entwicklungspläne eingebunden sind. Die NAMA-Fazilität wurde 2012 durch Deutschland und das Vereinigte Königreich auf den Weg gebracht, die zusammen 120 Millionen Euro an Mitteln zur Verfügung stellten, um Entwicklungsländer bei der Umsetzung von ambitionierten Klimaschutzmaßnahmen zu unterstützen und auf globaler Ebene dazu beizutragen, die erforderlichen Emissionsminderungen zu erreichen.

11.12.2014 | Pressemitteilung Nr. 258/14 | Klimaschutz